Stadtwerke Erfurt nehmen große Solarthermie-Testanlage in Betrieb

Stadtwerke Chef Karel Schweng und Energie- und Umweltministerin Anja Siegesmund freuen sich über Thüringens derzeit größte Solarthermieanlage.
Die Stadtwerke Erfurt (SWE) haben gestern eine 1700 Quadratmeter große Solarthermieanlage eingeweiht. Realisiert von der SWE Energie GmbH, soll sie als Pilotprojekt Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Handhabbarkeit und Betriebsführung beantworten.

„Der Zubau erneuerbarer Wärmequellen und der Einsatz von Technologien zur Sektorenkopplung zählt zu den Eckpfeilern unseres Energiemodells“, berichtet Karel Schweng, Geschäftsführer der SWE Energie GmbH. „Eine Komponente der erneuerbaren Wärmequellen sind Solarthermieanlagen, wie sie nun in Marbach eingeweiht wurde.“ Das Gesamtprojekt besteht aus einer Anlage mit Vakuumröhrenkollektoren auf ca. 1155 m² Bruttofläche, geliefert vom Hersteller Ritter XL Solar, und einer Anlage mit Flachkollektoren auf ca. 550 m² Bruttofläche, für die die österreichische S.O.L.I.D. GmbH verantwortlich zeichnet.
Gemeinsam erreichen die beiden Anlagen eine thermische Leistung von knapp einem Megawatt (978 kW). In Simulationen wurde eine zu erwartende Jahresarbeit von ca. 700.000 kWh ermittelt, die über eine auf dem Areal befindliche Fernwärmestation in das Fernwärmenetz der SWE eingespeist wird. Über Veränderung der Einspeiseparameter sollen die Eigenschaften der jeweiligen Technologien getestet und verglichen werden.
„Die umweltfreundliche und auf erneuerbaren Energien beruhende Wärmeversorgung insbesondere in Städten ist eine große Herausforderung“, betont Jana Liebe, Geschäftsführerin des Thüringer Erneuerbare-Energien-Netzwerks (ThEEN). „Die Einbindung der Solarthermie ins bestehende Fernwärmenetz ist ein praktikabler Lösungsweg."
Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Biomasse oder Geothermie sprechen vorhandene und geeignete Flächen in und um Erfurt sowie günstige Einbindemöglichkeiten in das Fernwärmenetz für die Konzentration auf Solarthermie. Langfristig streben die Stadtwerke Erfurt einen Mix aus verschiedenen Technologien und Sektorenkopplung an. Die Solarthermie-Anlage in Marbach ist zwar momentan die größte in Thüringen, jedoch trägt sie mit einem Jahresertrag von unter einer Gigawattstunde (GWh) nur mit einem Bruchteil zur Deckung des Erfurter Fernwärme-Jahresbedarfs von etwa 600 GWh bei. Sie dient somit eher dazu, Erfahrungen für weitere Projekte zu sammeln, den Umgang mit der Anlage zu erlernen, zu optimieren und auf dieser Basis Entscheidungen für Erweiterungen zu treffen. Denn kurz- bis mittelfristig ist der Bau weiterer Solarthermieanlagen vorgesehen. Der Probebetrieb der Anlage in Marbach läuft schon seit dem 29. März 2019. 
22.5.2019 | Quelle: ThEEN e.V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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