CHEM|ampere: Saubere Chemie dank Solarenergie

Foto: Universität Stuttgart / ITC
Prof. Elias Klemm (links), Leiter des Instituts für Technische Chemie (ITC) der Universität Stuttgart vor einer Versuchsanordnung.
CHEM|ampere, eine Forschungsinitiative, will ein Konzept für die Chemiefabrik der Zukunft erarbeiten und dabei erneuerbare Energien nutzen. Beteiligt sind die Universität Stuttgart, des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB).

Ziel ist es, bis zum Jahr 2050 eine fast vollständig klimaneutral wirtschaftende chemische Industrie zu schaffen Sie soll auf fossile Rohstoffe wie Öl, Gas oder Kohle verzichten. Deshalb wollen die Wissenschaftler alternative Kohlenstoffquellen und erneuerbare Energien, wie Solar- und Windkraft, in die Produktion integrieren.

Die chemische Industrie habe bereits erhebliche CO2-Minderungen erbracht, so die Forscher, indem sie ihre Prozesse mit Blick auf größtmögliche Effizienz immer weiter optimiert hat. Für den weiteren Weg zu einer weitgehend CO2-neutralen Produktion bis 2050 seien jedoch grundlegend neue Technologien notwendig. 

Das Konzept der neuen Forschungsinitiative basiert auf dem Einsatz von regenerativem elektrischem Strom. Mit ihm wollen die Forscher die nicht-fossilen und gut verfügbaren Rohstoffe CO2, H2O, O2 und N2 aktivieren. Sie fokussieren sich auf drei elektrische Produktionstechnologien: Plasmaverfahren, Elektrolyseprozesse und elektrisch beheizte Reaktoren. An den Instituten der Universität Stuttgart und den beteiligten außeruniversitären Forschungseinrichtungen gibt es bereits rund zehn Forschungsprojekte, die im Rahmen der Initiative gebündelt und erweitert werden. 

Sprecher der Initiative ist Prof. Elias Klemm, Leiter des Instituts für Technische Chemie (ITC) der Universität Stuttgart. Zusammen mit dem Institut für Technische Thermodynamik des DLR forscht das ITC seit 2009 an der CO2/H2O-Coelektrolyse. Das ZSW hat eine lange Tradition im Bereich der Gewinnung von CO2 aus der Luft und der Umwandlung von Ökostrom in Wasserstoff und Methan. 

Mit Plasmaverfahren befasst sich das Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik. Das Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart und das  Fraunhofer-IGB arbeiten im Bereich PlasmatechnologieDie direkte elektrische Beheizung von chemischen Reaktoren nimmt die „MCI – Die Unternehmerische Hochschule“ in enger Zusammenarbeit mit der Firma CoorsTek und der Universität Stuttgart wahr. Firmen wie Clariant, BASF und Evonik sowie Organisationen wie die DECHEMA haben zugesagt, im Beirat der Forschungsinitiative mitzuwirken. Die Forschungsinitiative soll zum 1. Januar 2020 starten.

22.11.2019 | Quelle: Universität Stuttgart/ITC | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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