Nordex Geschäftsbericht 2020: Verluste trotz gestiegenem Umsatz

Zu sehen ist eine Windenergieanlage, von denen Nordex laut Geschäftsbericht 2020 deutlich mehr installiert hat.Foto: Ulrich Mertens / Nordex
Die Deutsche Börse hat die Nordex-Aktie im März 2021 in den MDAX aufgenommen.
Die Nordex Group hat ihre Produktionskapazitäten für Windenergie-Anlagen auf rund 6 GW erhöht. Sie konnte die Installationen und den Konzernumsatz steigern. Das Konzernergebnis belief sich auf minus 129,7 Millionen Euro.

Der Windenergiehersteller Nordex Group hat den Geschäftsbericht 2020 veröffentlicht. Der Konzernumsatz stieg kräftig um 41,6 Prozent auf 4,65 Milliarden Euro an. Die EBITDA-Marge des Unternehmens lag mit 2,0 Prozent auf dem erwarteten Niveau, jedoch deutlich unter dem Vorjahr. Die Investitionen verringerten sich auf 162,9 Millionen gegenüber dem Vorjahreswert von 172,5 Millionen Euro.

Zum Bilanzstichtag belief sich die Eigenkapitalquote der Nordex Group auf 17,5 Prozent (31. Dezember 2019: 18,6 Prozent). Dabei ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf die Kapitalerhöhung im Dezember 2020 und das negative Konzernergebnis zurückzuführen. Dies führte zwar zu einem Anstieg des Eigenkapitals, aber dadurch, dass die Bilanzsumme stärker anstieg, war die Quote rückläufig. Die Liquidität der Nordex Group lag zum Jahresende 2020 deutlich über der des Vorjahres und belief sich auf hohe 778,4 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung verringerte sich auf 40,9 Millionen Euro.

Installationen und Service weiter angestiegen

Im Jahr 2020 erhöhte Nordex laut Geschäftsbericht ihre Installationen deutlich, obwohl es infolge der Covid-19-Pandemie immer wieder zu Störungen in der Projektabwicklung kam. So installierte das Unternehmen 1.492 Windenergieanlagen in 23 Ländern (2019: 938 in 21 Ländern) mit einer Gesamtleistung von 5,5 GW (2019: 3,1 GW). Das Segment Service konnte seinen Umsatz um 8,5 Prozent auf 437,6 Millionen Euro steigern und war so mit 9,4 Prozent am Gesamtumsatz beteiligt. Weltweit hatte die Nordex Group zum Ende des Berichtsjahrs 8.383 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 21,0 GW unter Service, meist im Rahmen langjähriger Serviceverträge.

Nordex-Aktie zukünftig im MDAX gelistet

2020 hat Nordex ein umfassendes Unternehmensprogramm zur Steigerung der Effizienz und Profitabilität gestartet, das sich aus mehreren Modulen und Schlüsselinitiativen zusammensetzt und ab 2021 beginnt, sein Potenzial zu entfalten. Zentral hierbei sind der Ausbau der Produktionskapazitäten in Indien auf 4 GW sowie die Weiterentwicklung der Lieferkette.

Das im vergangenen Jahr gewachsene Kapitalmarktinteresse an der Nordex Group hat zu einer höheren Bewertung der Nordex-Aktie geführt, verbunden mit einem deutlich lebhafteren Handel, sodass die Deutsche Börse die Nordex-Aktie im März 2021 in den MDAX aufgenommen hat.

Prognose für 2021

Für das laufende Jahr rechnet Nordex mit einem weiteren Anstieg des Umsatzes und des operativen Ergebnisses. So wird von einem Konzernumsatz von 4,7 bis 5,2 Milliarden Euro ausgegangen, wobei sich die Umsatzerlöse relativ gleich über das Jahr verteilen sollten. Bei der operativen Ergebnis-Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) strebt das Unternehmen eine Bandbreite von 4,0 bis 5,5 Prozent an, die sich im Laufe des Jahres schrittweise erhöhen sollte. Grund hierfür ist, dass margenschwache Projekte auslaufen und der Anteil an Projekten mit der profitableren Delta4000-Plattform sukzessive zunimmt. Außerdem erwartet Nordex aus heutiger Sicht, dass sich die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das laufende Geschäft ab dem zweiten Quartal reduzieren. Dazu tragen auch die stabilisierte Lieferkette sowie bereits erprobte Konzepte, mit denen unter Pandemiebedingungen in allen Unternehmensbereichen effizient und effektiv gearbeitet werden kann, wesentlich bei.

Der Auftragseingang und das Aktivitätsniveau wirken sich auf die Höhe des Working Capitals aus. Zum Jahresende strebt Nordex eine auf den Konzernumsatz bezogene Working-Capital-Quote von unter minus sechs Prozent an. Mit Blick auf den weiteren Ausbau der Lieferkette hat das Unternehmen rund 180 Millionen Euro für Investitionen eingeplant. Die Nordex Group bestätigt auch ihre strategischen Ziele 2022 (Umsatz rund 5 Milliarden Euro und EBITDA-Marge 8 Prozent).

Kennzahlen der Nordex Group
(Mio. EUR)  2020 2019 Veränd. (%)
Umsatz 4.650,70 3.284,60 41,6
davon Segment Service 437,6 403,2 8,5
EBITDA 94 123,8 -24,1
EBITDA-Marge 2,00% 3,80% -1,8 PP
EBIT-Marge (bereinigt um PPA) -0,80% 0,10% -0,9 PP
Konzernergebnis -129,7 -72,6
Investitionen 162,9 172,5 -5,6
Free Cashflow -120,4 -126
Working-Capital-Quote (31.12.) -6,30% -9,10% 2,8 PP
Liquidität (31.12.) 778,4 510 52,6
Nettoverschuldung (31.12.) 40,9 84 -51,3
Eigenkapitalquote (31.12.) 17,50% 18,60% -1,1 PP
Auftragseingang (Projekte) 4.218,10 4.415,00 -4,5
Auftragseingang (Service) 607,6 695,4 -12,6
Auftragsbestand (Projekte) 5.298,40 5.533,90 -4,3
Auftragsbestand (Service) 2.819,30 2.536,50 11,1

Der Geschäftsbericht 2020 und ein Nachhaltigkeitsbericht stehen ab sofort auf der Homepage von Nordex unter dem nebenstehenden Link zum Download zur Verfügung.

23.3.2021 | Quelle: Nordex | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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