Serielle Gebäudesanierung: Energiesprong-Programm soll Innovatoren zusammenbringen

links ein Foto eines unsanierten Gebäudes, rechts grafische Simulation nach serieller SanierungGrafik: ecoworks
Energiesprong-Pilotprojekt in Hameln vorher und nachher (Simulation)
Um den Gebäudebestand bis 2050 annähernd klimaneutral zu machen, müssen täglich 2.500 Häuser saniert werden. Das geht nur mit einem Innovationsschub in der Baubranche.

Mit der „Energiesprong Innovation Wave“ im Juni will die dena für das Programm für serielle Gebäudesanierung werben. Es soll dabei auch ein Netzwerk entstehen. Auftakt ist ein „Innovators Talk“. Das Energiesprong-Programm unterstützt rund 50 Unternehmen aus Bau- und Wohnungswirtschaft bei der Umsetzung von Pilotprojekten und Reallaboren. Sie erhalten unter anderem Coachings und Fördermittel.

Beim Innovators Talk am 23. Juni will das dena-Energiesprong-Team eine Einführung in das Energiesprong-Prinzip geben und die bisherigen Erkenntnisse aus der Pilotphase vorstellen. Fragestellungen sind dabei: Welche Herausforderungen gibt es bei Fassaden-, Dach- und Energiemodulen? Wie können Produktionsprozesse skaliert werden? Außerdem will die dena erkläutern, wie das Förderprogramm bei der Weiterentwicklung der seriellen Sanierungselemente helfen kann.

Netzwerk soll Innovatoren zusammenbringen

Zielgruppe sind sowohl etablierte Unternehmen als auch Start-ups der Baubranche und darüber hinaus. Im wachsenden Netzwerk sollen neue, disruptive Ideen zusammenkommen. So soll ein Baukasten serieller Lösungen entstehen. Seitens der produzierenden Unternehmen würden insbesondere Hersteller von Fassaden- und Dachmodulen sowie von integralen Haustechniklösungen (z. B. mit Wärmepumpe, kontrollierte Wohnraumlüftung, PV, etc.) gesucht. Auch interdisziplinäre Ingenieur- und Architekturbüros, z.B. mit dem Fokus Produktentwicklung, Expertinnen und Experten der Produktentwicklung und Design, Bauinformatik, Bauphysik und Produktion werden benötigt. Und nicht zuletzt braucht es auch Zulieferunternehmen. „Wir suchen die besten Ideen und Köpfe für eine Innovation Wave, um weitere technologische Sprünge bei der seriellen Sanierung zu ermöglichen und gemeinsam den Sanierungsmarkt der Zukunft zu gestalten“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Die gute Nachricht sei, dass andere Branchen längst Technologien nutzen würden, mit denen man Sanierungsprozesse neu denken und skalierbar gestalten könne. Die neue, großangelegte Bundesförderung Serielle Sanierung des BMWi gebe hierfür Rückenwind. Mit einem Baukastensystem, das auf Digitalisierung, vorgefertigte Elemente, integrierte Haustechnikmodule und automatisierte Vorfertigung setze, ließe sich die Gebäudesanierung enorm beschleunigen, so Kuhlmann.

Ein weiterer Termin ist für Anfang September geplant.

„Energiesprong“-Programm für die serielle Gebäudesanierung

Das serielle Sanieren nach dem Energiesprong-Prinzip beruht auf einem digitalisierten Bauprozess mit vorgefertigten Elementen für Fassade, Dach und Haustechnik. In Deutschland ist es in der Pilotphase. Ziel ist es, Gebäude schnell, klima- und mieterfreundlich zu sanieren. Dabei soll ein „NetZero-Standard“ erreicht werden. Das heißt, übers Jahr gerechnet sollen die Gebäude so viel erneuerbare Energie erzeugen, wie für Heizung, Warmwasser und Strom benötigt wird. Die dena schätzt allein das Potenzial für kleinere bis mittlere Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre in Deutschland auf rund 300.000 Gebäude bzw. sechs Millionen Wohneinheiten. Hinzu kommen rund vier Millionen Einfamilienhäuser der 20er bis 70er Jahre. Das Konzept lässt sich auch auf Nichtwohngebäude übertragen.

Die dena koordiniert das Programm Energiesprong in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Bau- und Wohnungswirtschaft entwickelt die dena ein Sanierungskonzept für den deutschen Markt. Außerdem bringt sie Unternehmen zusammen und setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert das Programm. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen ist Unterstützer. Für die ersten Pilotprojekte gibt es Zuschüsse aus dem EU-Programm INTERREG NWE im Rahmen des Projekts „MUSTBE0“.

10.6.2021 | Quelle: dena | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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