Sechster Bericht des Weltklimarates IPCC vorgestellt

Zu sehen ist ein zur Hälfte grüner Baum, dessen andere Hälfte verdorrt ist, als Symbol für den 6. Bericht des Weltklimarates IPCC.Foto: jozsitoeroe - stock.adobe.com
Wir alle haben es jetzt in der Hand, die 2020er Jahre zu einem Klimaschutzjahrzehnt zu machen und die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Noch ist es nicht zu spät dafür“, sagt Bundesumweltministerin Schulze.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze und BEE-Präsidentin Simone Peter sind sich in der Beurteilung des Sechsten Berichts des Weltklimarates IPCC einig: Eine rasche Abkehr von Kohle, Öl und Gas und ein Ausbau der Photovoltaik und Windkraft sind notwendig.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek haben in Berlin den 6. Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen IPCC vorgestellt. Der Bericht stellt fest, dass sich der Einfluss des Menschen auf das Klima mittlerweile deutlich nachweisen lässt und der dadurch hervorgerufene Klimawandel konkrete Auswirkungen auf Wetterextreme in allen Regionen der Welt hat. Auch ist der Klimawandel in den vergangenen Jahrzehnten schneller vorangeschritten als zuvor. Bei zunehmender Erwärmung nehmen die Risiken für Mensch und Natur weiter zu, zum Beispiel durch Änderungen im Wasserkreislauf oder durch Wetterextreme, wie Hitze oder Starkregen.

Klimaschutz ist daher eine überlebensnotwendige Aufgabe. Wir alle haben es jetzt in der Hand, die 2020er Jahre zu einem Klimaschutzjahrzehnt zu machen und die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Noch ist es nicht zu spät dafür“, sagt Bundesumweltministerin Schulze. „Wie wir den Treibhausgasausstoß senken können, wissen wir: mit einer raschen Abkehr von Kohle, Öl und Gas, mit dem Ausbau der Sonnen- und Windkraft und der Produktion von grünem Wasserstoff als klimafreundlichem Energieträger.“

Konsequenz aus dem Bericht des Weltklimarates IPCC: Anstrengungen verstärken

Auch der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) sieht im sechsten Bericht des Weltklimarates IPCC massiven Handlungsdruck zum Ausbau erneuerbarer Energien: „Die Botschaft ist mehr als eindeutig: Die Anstrengungen zur Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels müssen massiv verstärkt werden. Ein hartes Umlenken beim Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und der verstärkte Einsatz sauberer Technologien sind erforderlich, um das Klima wieder ins Lot zu bringen“ sagt BEE-Präsidentin Simone Peter. „Die erneuerbaren Energien stehen in großer Technologiebreite für alle Bedarfe zuverlässig und bezahlbar bereit. Wir wollen unseren Beitrag für den Klimaschutz leisten. Dafür müssen die Hürden abgebaut und ein Programm zum beschleunigten Ausbau in den ersten 100 Tagen der neuen Bundesregierung aufgelegt werden. Deutschland kann damit an die einstigen Erfolge als Energiewende-Vorreiter anknüpfen.“

Der Ausbau erneuerbarer Technologien leiste den entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels. Zugleich sei er Treiber regionaler Wertschöpfung: Allein im Jahr 2020 habe die Nutzung erneuerbarer Energien den Ausstoß von rund 227 Millionen Tonnen Treibhausgasen vermieden, insgesamt habe man rund 300.000 Arbeitsplätze geschaffen. Mit schnelleren Genehmigungsverfahren, einem neuen Strommarkt, der Flexibilität ins Zentrum stellt, und dem Abbau von Hürden im EEG könne man diese Erfolge deutlich ausgeweiten.

„Um die beschlossene Treibhausgasreduktion von mindestens 65 Prozent im Jahr 2030 zu erreichen, braucht es einen Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch von mindestens 44 Prozent und am Bruttostrombedarf von mindestens 77 Prozent. Dieser ist an einem deutlich steigenden Strombedarf auszurichten. Hierzu gehört auch die vollständige Umsetzung der europäischen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie, um die gemeinsame Erzeugung von Energie und die Versorgung mit Bürgerenergie aus eigenen Anlagen zu ermöglichen“, so Peter.

Auf der Weltklimakonferenz im November in Glasgow müsse man zudem die internationalen Ziele und Anstrengungen zur Bekämpfung der Klimakrise weiter präzisieren und die erneuerbaren Energien ins Zentrum der Lösungsstrategie stellen.

9.8.2021 | Quelle: BMU, BEE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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