Emissionshandel: Treibhausgase 2022 auf Vorjahresniveau

Rauchende Schlote eines Kohlekraftwerkes.Foto: Ana Gram / stock.adobe.com
Der wachsende Einsatz der Kohlekraftwerke war 2022 für die stagnierenden Treibhausgasemissionen in Deutschland und Europa verantwortlich.
Trotz rückläufiger Industrieproduktion stagnierten die Treibhausgasemissionen in Deutschland und Europa 2022 im Rahmen des Emissionshandels auf Vorjahresniveau. Grund ist der Kohlestrom.

Der Ausstoß der Treibhausgase aller dem Emissionshandel unterliegenden Anlagen lag 2022 trotz rückläufiger Industrieproduktion auf dem gleichen Niveau wie im Jahr zuvor. Das teilte die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) mit. Demnach emittierten die rund 1.730 im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS) erfassten stationären Anlagen in Deutschland rund 354 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO₂-Äq). Die Gesamtemissionen veränderten sich 2022 damit im Vergleich zum Vorjahr (355 Millionen Tonnen) kaum. In den maßgeblichen Sektoren Energie und Industrie war die Entwicklung gegenläufig: Die Emissionen der Energieanlagen stiegen um drei Prozent, die der Industrie gingen um sechs Prozent zurück.

Zentraler Grund für die Stagnation war die wachsende Verfeuerung von Kohle infolge der Entscheidung, den russisches Gasimport nach Deutschland zu stoppen. So stiegen die Emissionen aus der Energieversorgung um drei Prozent auf 242 Millionen Tonnen CO -Äq und damit das zweite Jahr in Folge. Im Energiebereich sank der Erdgaseinsatz in der Stromproduktion. Dabei spielten die infolge des Krieges in der Ukraine und der Sanktionen stark gestiegenen Gaspreise eine zentrale Rolle.

Industrieproduktion brach ein

Aufgrund der Wirtschaftsschwäche und fallender Produktion sanken die Emissionen der Industrie im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 112 Millionen Tonnen CO -Äq. Das ist das niedrigste Niveau seit 2013. In fast alle Branchen gingen die Emissionen deutlich zurück: Am meisten in der chemischen Industrie (18 Prozent), gefolgt von den Nichteisenmetallen (15 Prozent). Lediglich die Emissionen der Raffinerien stiegen um 4 Prozent.

Die Emissionen der von Deutschland verwalteten Luftfahrzeugbetreiber lagen 2022 bei etwa 7,2 Millionen Tonnen CO 2-Äq. Dies ist ein Anstieg um rund 55 Prozent. Die Emissionen lagen aber weiterhin unter dem Niveau vor der Covid-19-Pandemie – sie erreichten etwa drei Viertel der Emissionen von 2019. 

Auch die Emissionen aller am EU-ETS teilnehmenden Anlagen (in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) veränderten sich 2022 nur geringfügig. Nach Angaben der Europäischen Kommission sanken die Emissionen im Jahr 2022 um 1 Prozent und lagen bei rund 1,32 Milliarden Tonnen CO -Äq. Die Emissionen der Stromerzeugung stiegen um rund 2 Prozent, während die Emissionen der Industrieanlagen um rund 5 Prozent sanken. Die Gründe für diese Entwicklung gelten für Deutschland und Europa gleichermaßen.

Die Treibhausgase für die gesamte deutsche Volkswirtschaft sind dagegen wegen Einsparungen in den Gebäuden um 1,9 Prozent rückläufig gewesen, so die UBA-Prognose vom letzten März.

7.7.2023 | Quelle: UBA | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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