Batteriespeicher: Kapazität in Deutschland in fünf Jahren verfünffacht
Foto: scharfsinn86 / stock.adobe.comDie Kapazität stationärer Batteriespeicher hat sich in fünf Jahren in Deutschland mehr als verfünffacht. Darüber berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Demnach seien inzwischen rund 2,4 Millionen Batteriespeicher in Deutschland in Betrieb – zumeist in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. In Summe betrage die Gesamtspeicherkapazität damit mehr als 25 Gigawattstunden (GWh). Das reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von über drei Millionen modernen 2-Personen-Haushalten in Deutschland zu speichern.
Nach Einschätzung des BSW-Solar müsste der jährliche Ausbau von Batteriespeicherkapazitäten jedoch mehr als verdoppelt werden, um die Stromversorgung in den kommenden Jahren effizient und weitestgehend auf Erneuerbare Energien umzustellen. Dazu müsste die installierte Batteriespeicherkapazität bis 2030 auf rund 100 GWh steigen.
2025: Heimspeicher rückläufig – Großspeicher boomen
Nach einer vorläufigen Bilanz des BSW-Solar gingen 2025 knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher mit einer Kapazität von insgesamt rund 6,5 GWh neu in Betrieb. Dies entspreche einem Kapazitätsplus gegenüber dem Vorjahr 2024 in Höhe von rund fünf Prozent. Während die Nachfrage nach Heimspeichern gegenüber 2024 um rund acht Prozent zurückging, boomte der Markt für neu installierte Groß-Batteriespeicher der Megawattklasse. Er konnte sich nach Verbandsangaben mehr als verdoppeln. Ein Kapazitätsplus in Höhe von immerhin rund 30 Prozent verzeichneten 2025 neu installierte Gewerbespeicher.
Auch für das Jahr 2026 erwartet der BSW-Solar ein weiteres Marktwachstum bei Großspeichern. Im Heimsegment werde die weitere Investitionsbereitschaft stark von der Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens für die Photovoltaik und für Wärmepumpen abhängen. Für ihre Nutzer ist die Kombination aller drei Energiewende-Technologien von besonderem Vorteil. Auch für den Klimaschutz zahlt sie sich besonders aus.
„Damit Speicher ihr volles Potenzial entfalten können, sollten Netzanschlussverfahren beschleunigt werden und Netzentgeltregeln künftig Anreize zur Systemdienlichkeit enthalten. Zudem müssen schnell massengeschäftstaugliche Prozesse geschaffen werden, unter anderem durch Digitalisierung bei den Netzbetreibern, und Speicher lösungsorientiert in den Redispatch integriert werden“, erklärt der Hauptgeschäfteführer des BSW-Solar, Carsten Körnig.
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