Boom der Windenergie: NRW installiert 1,3 Gigawatt in 2025

Windenergieanlagen im Binnenland.Foto: Anselm / stock.adobe.com
Windenergieanlagen im Binnenland.
In Nordrhein-Westfalen sind 2025 mit 1,3 Gigawatt so viele Windenergiekapazitäten wie noch nie installiert worden. Zwar sind auch die Erwartungen für 2026 hoch - doch fehlende Netze sorgen für lange Wartezeiten.

In Nordrhein-Westfalen hat es 2025 einen bislang noch nicht gekannten Windenergie-Boom gegeben. Wie der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW mitteilte, hat das Bundesland beim Zubau erstmals die Gigawatt-Grenze geknackt. Der LEE NRW geht nach einer vorläufigen Auswertung des Marktstammdatenregisters von einem landesweiten Zubau von 259 Windenergieanlagen mit einer Brutto-Leistung von 1.346 Megawatt (MW) für das vergangene Jahr aus. 

Das seien fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Da in den zurückliegenden zwölf Monaten auch ältere Anlagen vom Netz gingen, betrage der Nettozuwachs 1.288 MW. Damit ist NRW im vergangenen Jahr sowohl beim Brutto- als auch beim Nettozubau vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein bundesweit die Nummer eins. 

LEE NRW-Geschäftsführer Christian Vossler zeigt sich mit dieser Entwicklung zufrieden: „Der Zuwachs beweist, was beim Windenergieausbau möglich ist, wenn Politik, die Windenergiebranche und die Genehmigungsbehörden ein gemeinsames Ziel haben.“ Vossler geht davon aus, dass es auch im laufenden Jahr einen Zuwachs bei der Windenergieleistung von durchaus über 1.500 MW geben wird. Dafür sprechen die vorliegenden Genehmigungen mit einem Volumen von mehr als 6.000 MW Leistung.

Der Blick nach vorne sei allerdings nicht ungetrübt. „Der weitere Windenergieausbau im bisherigen Tempo wird kein Selbstläufer werden. Es gibt einige Probleme“, so Vossler.

Schleppender Netzausbau

Dazu zählen nicht nur als Dauerbrenner die maroden Autobahnen und Brücken, die die Transporte der voluminösen Bauteile für die Windenergieanlagen erschweren, verzögern und verteuern. Die in diesem Jahr anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit noch unklarem Ausgang dürfte die finanzielle Absicherung von Investitionen in Erneuerbare Energien und damit den Bau neuer Windparks erschweren.

Inzwischen erweise sich auch der fehlende Netzausbau als Haupthindernis für den weiteren Ausbau der Windenergie. „Was nutzen uns die vielen, mittlerweile immer schneller erteilten Genehmigungen, wenn die Netze nicht vorhanden sind, um den Strom aufzunehmen?“, zitiert der LEE NRW Steffen Lackmann, Geschäftsführer der Hellwegwind GmbH mit Sitz in Paderborn.

Aus Sicht des LEE NRW werden fehlende Netze und deren schleppender Ausbau zunehmend zur Achillesferse für den weiteren Windenergieausbau. So vergingen von Antragsstellung bis Inbetriebnahme eines Windparks derzeit etwa dreieinhalb Jahre.

Quelle: LEE NRW | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen