Solarthermie für Wärmeplanung im Rhein-Hunsrück-Kreis

Vakuumröhrenkollektor auf einem Einfamilienhausdach.Foto: Lars Gieger / stock.adobe.com
Solarthermie-Kollektoren könnten künftig im Rhein-Hunsrück-Kreis im Zuge der Wärmewende verstärkt zum Einsatz kommen.
Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Die Analyse zeigt hohes Potenzial für Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasse und Wärmenetze.

Die Solarthermie zählt zu den Optionen der kommunalen Wärmeplanung im Rhein-Hunrück-Kreis. Das hat eine Potenzialanlayse gezeigt, erklärte die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Neben der Solarthermie ließen sich künftig auch oberflächennahe Geothermie, Biomasse, Umweltwärme aus dem Rhein sowie Abwasserwärme zur klimafreundlichen Wärmeversorgung nutzen.

Derweil sei die Wärmeplanung für die Kommunen im Rhein-Hunsrück-Kreis abgeschlossen. Ein besonderer Aspekt dabei die interkommunale Zusammenarbeit: Die Stadt Boppard sowie die Verbandsgemeinden Hunsrück-Mittelrhein, Simmern-Rheinböllen, Kastellaun und Kirchberg haben ihre jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Wärmepläne gemeinsam erarbeitet.

„Dieses gemeinsame Vorgehen bietet klare Vorteile“, sagt Dominik Nachtsheim, Klimaschutzmanager der Stadt Boppard, die bei der Planung federführend war. „Durch die Zusammenarbeit konnten Synergieeffekte bei Datenerhebung, Analyse und Planung genutzt werden. Zudem war es möglich, Potenziale über Stadt- und Verbandsgemeindegrenzen hinweg zu betrachten.“ So hätte die Beteiligten ein Industriegebiet in einer benachbarten Verbandsgemeinde als potenzielle Abwärmequelle für den Bopparder Stadtteil Buchholz mit untersucht. Ein weiterer Vorteil: Der Rhein-Hunsrück-Kreis könne die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung direkt für die Fortschreibung seines Vorreiterkonzepts im Bereich Klimaschutz nutzen und müsse den Wärmebereich nicht nochmals separat bearbeiten.

Dominanz von Öl und Gas

Die Bestandsanalyse zeige auch, dass die Wärmeversorgung im Rhein-Hunsrück-Kreis derzeit noch stark von fossilen Energieträgern geprägt wird. Öl- und Gasheizungen dominieren weiterhin, während erneuerbare Energien bislang nur einen geringen Anteil an der Wärmebereitstellung haben.

Durch eine kontinuierliche energetische Sanierung von Gebäuden könnte der Wärmebedarf bis 2040 deutlich sinken. Insgesamt zeige sich, dass bereits ein vergleichsweise geringer Anteil der ermittelten technischen Potenziale ausreichen würde, um den zukünftigen Wärmebedarf des Kreises vollständig zu decken.

Auf Grundlage der Analysen wurde ferner ein Zielszenario entwickelt, das Bereiche der Kommunen innerhalb des Landkreises in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete einteilt. In bestehenden und potenziell geeigneten Gebieten stellt der Aufbau oder Ausbau von Wärmenetzen eine sinnvolle Option dar. In anderen Bereichen seien dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder Solarthermie besonders geeignet. Für sogenannte Prüfgebiete sind weiterführende Untersuchungen notwendig, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Der Wärmeplan selbst sei nicht verbindlich und diene ausschließlich der Orientierung.

Mit dem Abschluss der Planungsphase beginnt die Umsetzung. In potenziellen Wärmenetzgebieten werden detaillierte Machbarkeitsstudien durchgeführt, um technische Umsetzbarkeit sowie Kosten und Betreibermodelle zu klären. Parallel dazu wird der Rhein-Hunsrück-Kreis neue Informations- und Beratungsangebote aufbauen, um Bürgerinnen und Bürger bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu unterstützen. Die Ziele der Kommunalen Wärmeplanung werden künftig in kommunale Entwicklungs- und Bauplanungen integriert und regelmäßig fortgeschrieben.

Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen