BWP: Wärmepumpen-Absatz um 55 Prozent in 2025 gestiegen

Ein Balkendiagramm zeigt den Wärmepumpen-Absatz von 2019 bis 2025.Grafik: BWP
Noch ist der Rekordabsatz von 2023 nicht wieder erreicht.
Nach dem Markteinbruch von 2024 hat der Wärmepumpen-Absatz im Vorjahr wieder an Fahrt gewonnen. Erstmals sind knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen.

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat die Marktzahlen für das 2025 veröffentlicht: Mit 299.000 Heizungs-Wärmepumpen stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent. Auch die Förderanträge für Wärmepumpen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Erstmals sind knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Das liegt nach Einschätzung des Wärmepumpen-Verbandes vor allem an einem stetig zunehmenden Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Technologie: „Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt”, sagt Martin Sabel, Geschäftsführer des BWP. Zudem würden Verbraucher:innen das Verheizen von Gas und Öl zunehmend mit Preisrisiken, Unsicherheiten der Versorgung und negativen Auswirkungen auf das Klima verbinden.

Neben der sachlicheren Auseinandersetzung mit der Technologie an sich spiele laut Sabel allerdings die Fortsetzung der Förderung eine entscheidende Rolle: „Verbraucherinnen und Verbraucher haben das aktuelle Förderregime sehr gut angenommen. Es belohnt Investitionen und löst damit lokale Wertschöpfung in der mittelständischen Heizungsindustrie und im örtlichen Fachhandwerk aus.“ Im Jahr 2025 hat die KfW nach offizieller Förderstatistik über 288.000 Förderzusagen allein für Wärmepumpen erteilt. Ein Plus von 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem die neu strukturierte Förderung ab Februar stufenweise angelaufen war.

Neue Wärmepumpen gehen zu 80 Prozent in Bestandsgebäude

„Die KfW-Heizungsförderung wird nur im Bestand gewährt, wo mittlerweile knapp 80 Prozent des Absatzes von Wärmepumpen erzielt wird.“ Sabel sieht dadurch auch bisweilen geäußerte Vorurteile entkräftet, dass die Technologie sich nur für bestimmte Gebäude eigne. Sorgen bereitet ihm allerdings der Blick nach Berlin: „Die Branche kann ihr volles Potenzial für Investitionen und Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk nur entfalten, wenn die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.“

Der BWP-Geschäftsführer formuliert die Erwartungen der Branche hinsichtlich der anstehenden Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG): „Industrie und Handwerk haben sich auf die aktuellen Vorgaben für neue Heizungen ebenso eingestellt wie auf die Förderbedingungen. Von beidem geht ein klares Signal für erneuerbare Wärme aus. Wir befürchten deshalb vor allem, dass ein reformiertes Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden.“

Für das Auslösen von Investitionsimpulsen spiele auch die Wärmeplanung eine Rolle, bei denen der Bundesgesetzgeber mit dem Wärmeplanungsgesetz die Kommunen in die Pflicht genommen hat. Großstädte müssen hier bis Mitte des Jahres ihre Pläne zur Wärmeversorgung konkretisieren, alle anderen Kommunen bis Mitte 2028. Dabei zeige sich ein allgemeiner Trend, so Sabel: „Die Aussagen kommunaler Wärmepläne zu Gas- und Fernwärmenetzen sind hingegen häufig vage und vor allem unverbindlich. Ohne die klare Orientierung durch das GEG bilden sie keine belastbare Investitionsgrundlage.“

Luft-Wasser-Geräte dominieren Wärmepumpenabsatz

Beim Blick auf die verschiedenen Wärmepumpen-Typen bleiben die Luft-Wasser-Wärmepumpen weiter die dominierenden Systeme mit 95 Prozent Marktanteil gegenüber Erdreich-Wärmepumpen, die mit 16.000 Anlagen nur 5 Prozent des Marktes ausmachen. Zusätzlich zu den Heizungswärmepumpen hat die Branche 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen abgesetzt, die ausschließlich warmes Trinkwasser bereiten. Hier vermeldet der Verband ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: BWP | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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