Solar Manager und Ambibox setzen auf bidirektionales Laden

Ambibox an einer Garagenwand montiertFoto: Solar Manager AG
Eine Ambibox im Einsatz
Mit der bidirektionalen Ladebox der Mainzer Ambibox GmbH integriert die Schweizer Solar Manager AG bidirektionales Laden in ihr Energiemanagement und macht Vehicle-to-Home für Haushalte zugänglich.

Bidirektionales Laden gilt als Hebel für die nächste Phase der Energiewende. Denn mit der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs wächst ein enormes Speicherpotential direkt vor der Tür heran. Millionen E-Autos, überall verteilt, schnell verfügbar und ohne zusätzliche Infrastruktur. Bidirektionales Laden schafft die technischen Voraussetzungen, diese Batteriekapazitäten dort nutzbar zu machen, wo Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Energiemanagementsysteme dafür ausgelegt sind.

In diesem Zusammenhang spricht man von V2X (Vehicle-to-Everything) – also der Fähigkeit von Elektrofahrzeugen, Energie nicht nur aufzunehmen, sondern sie, sofern Fahrzeug und Infrastruktur dies unterstützen, auch gezielt wieder abzugeben. In der Praxis beginnt dies heute vor allem mit Vehicle-to-Home (V2H), bei dem das Elektrofahrzeug als zusätzlicher Energiespeicher im Haushalt genutzt wird.

Bidirektionales Laden ist dabei keine neue Idee – neu ist, dass es heute stabil integriert, wirtschaftlich zugänglich und für eine breite Anwendung vorbereitet ist. Erst durch diese Marktreife wird die Technologie relevant für Haushalte und das Energiesystem insgesamt.

Ambibox kann bidirektionales Laden

Mit ihrer bidirektionalen Ladebox schafft Ambibox den technologischen Grundstein, um dieses Potential auch wirklich zu nutzen. Die Wallbox ermöglicht es, Energie bidirektional zwischen Fahrzeug, Gebäude und Energiesystem zu steuern. Elektroautos werden damit vom reinen Verbraucher zum flexiblen Speicher, der überschüssige erneuerbare Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder bereitstellen kann.

„Bidirektionales Laden ist der logische nächste Schritt der Elektromobilität“, sagt Manfred Przybilla, CEO von Ambibox. „Unsere Ladebox ist darauf ausgelegt, diese Technologie praxistauglich, sicher und skalierbar nutzbar zu machen.“



Solar Manager integriert Ambibox

Die eigentliche Stärke entfaltet bidirektionales Laden jedoch erst durch intelligente Steuerung. Hier setzt die Solar Manager AG an. Als herstellerunabhängiges Home Energy Management System (HEMS) integriert der Solar Manager die bidirektionale Ladebox von Ambibox in das Energiemanagement von Gebäuden.

Mit dieser Integration wird bidirektionales Laden nach Angaben des Unternehmens kompatibel mit den über 700 im Solar Manager verfügbaren Geräten – darunter Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Haushaltsverbraucher und weitere steuerbare Lasten. Das Elektrofahrzeug wird so Teil eines Energiesystems.

„Unsere Aufgabe ist es, komplexe Technologien in funktionierende Systeme zu übersetzen“, sagt Hans Fischer, Mitgründer und Leiter der Geschäftsentwicklung von Solar Manager. „Die Integration der Ambibox zeigt, wie bidirektionales Laden im Zusammenspiel mit bestehenden Geräten echten Mehrwert für Haushalte und das Energiesystem schafft.“

V2X auf neues Niveau heben

Der Solar Manager mache bidirektionales Laden alltagstauglich, wirbt der Hersteller. Nutzer können festlegen, welcher Anteil der Fahrzeugbatterie als zusätzlicher Energiespeicher genutzt wird. Die Steuerung erfolgt dabei im Zusammenspiel mit PV-Erzeugung, Haushaltsverbrauch und vorhandenen Speichern.

Technische Einschränkungen einzelner Fahrzeugmodelle gleiche der Solar Manager durch ein intelligentes Energy-Shift-Prinzip aus. Dabei werde Energie aus dem Fahrzeug in einem für das System optimalen Leistungsbereich entnommen und anschließend bedarfsgerecht im Haushalt genutzt – entweder direkt oder über einen integrierten stationären Speicher.

Funktionen wie Zielladen stellten dabei sicher, dass Mobilitätsanforderungen jederzeit priorisiert bleiben und sie schafften gleichzeitig die Grundlage für zukünftige netzdienliche Anwendungen.

„Bidirektionales Laden ist für uns kein Pilotprojekt, sondern ein realer Bestandteil moderner Energiesysteme“, sagt Kathrin Rust, Geschäftsführerin Solar Manager Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund regulatorischer Entwicklungen wie § 14a EnWG werde deutlich: Die Energiewende brauche intelligent steuerbare Flexibilität, keine weiteren Insellösungen.

Machen statt ankündigen

„Was heute integriert ist und im Alltag funktioniert, wird morgen systemrelevant“, so Przybilla. Während man bidirektionales Laden vielerorts noch diskutiere, zeigen laut Hersteller über 100 integrierte Systeme im Solar Manager, dass die Technologie im realen Betrieb angekommen sei. Gemeinsam wollen Ambibox und Solar Manager damit ein klares Zeichen setzen: Bidirektionales Laden sei kein Zukunftsversprechen mehr, sondern ein funktionierender, skalierbarer Baustein der Energiewende.

Quelle: Solar Manager AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen