ESMC kritisiert Regelungen im Industrial Accelerator Act für Photovoltaik
Foto: Kadir / stock.adobe.comDie Europäische Kommission hat einen Vorschlag für das Gesetz zur Förderung der Industrie (Industrial Accelerator Act, kurz IAA) vorgelegt, das die Produktionsbasis für saubere Technologien in Europa stärken soll. Der Verband European Solar Manufacturing Council (ESMC) kritisiert, dass die Anforderungen an einen europäischen Anteil für Solarenergie nicht ausreichen. Die EU-Kommission hat sich demnach auf die zwei Komponenten Wechselrichter und Solarzellen von Photovoltaik-Anlagen beschränkt. Dadurch werde es nicht möglich sein, die gesamte Photovoltaik-Lieferkette nach Europa zurückzuholen. Darüber hinaus soll diese Bestimmung erst 2030 in Kraft treten. Die dreijährige Verzögerung bis zum Inkrafttreten der Bestimmung schwächt laut ESMC den gesamten Vorschlag. Dies stünde zudem im Widerspruch zum Net Zero Industry Act, den man 2024 verabschiedet hatte und der ursprünglich das Ziel vorsah, die gesamte PV-Wertschöpfungskette bis 2030 zurückzuholen.
„Dieses Ziel rückt immer weiter in die Ferne. Ich bin sehr enttäuscht über dieses Verwässerungsspiel. Wir brauchen Made in Europe, um die langfristige Energiesicherheit des Kontinents zu gewährleisten. Der aktuelle Anstieg der Energiepreise aufgrund des Krieges im Iran zeigt, wie wichtig es ist, unabhängig von anderen Regionen zu sein“, sagt Christoph Podewils, Generalsekretär der ESMC. „Wenn die europäische Solarindustrie nach Verabschiedung der Gesetzgebung weitere drei Jahre warten muss, werden viele Unternehmen aufgrund des anhaltenden unlauteren Wettbewerbs aus China in der Zwischenzeit verschwunden sein.“
Der ESMC fordert, den Geltungsbereich von „Made in Europe“ schrittweise auf weitere Marktsegmente und alle Solarkomponenten sowie auf enge EU-Partner wie das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Norwegen auszuweiten. Der Verband spricht sich jedoch gegen eine Ausweitung auf alle Länder aus, die ein Freihandelsabkommen mit der EU haben, wie in der Verordnung vorgeschlagen.
China als Sicherheitsrisiko im Industrial Accelerator Act benennen
Zudem unterstützt der ESMC den Vorschlag der Kommission, Beschränkungen für risikoreiche Lieferanten von Netto-Null-Technologien zu verhängen. Im Solarbereich stelle China das größte Sicherheitsrisiko dar, was man bei der bevorstehenden Umsetzung anerkennen sollte.
„Die EU muss China schnell als risikoreichen Lieferanten von Solar-PV-Technologien einstufen und dabei besonders auf Solar-PV-Wechselrichter achten. China dominiert derzeit die globale Wertschöpfungskette der Solarindustrie in einem noch nie dagewesenen Ausmaß, dank massiver staatlicher Subventionen, Marktverzerrungen und anderen unfairen Praktiken, die europäische Hersteller aus dem Markt gedrängt haben. Dieses Problem erfordert dringende Aufmerksamkeit“, sagt Podewils.
Quelle: ESMC | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH