Stromspeicher-Inspektion 2026: Neuer Rekord beim System Performance Index

Eine Grafik zeigt die Testsieger der Stromspeicher-Inspektion 2026.Grafik: Aquu / HTW Berlin
Solarstromspeicher mit Hybridwechselrichter (DC-gekoppelt) und mit Batteriewechselrichter (AC-gekoppelt), die als Testsieger aus der Stromspeicher-Inspektion 2026 hervorgehen.
Die Testsieger der Stromspeicher-Inspektion 2026 kommen von Fox ESS, SMA, SAX Power, Kostal und BYD. Die Studie vergleicht auch Garantiebedingungen und beschreibt, wie die effizient der Stromspeicher sein muss, damit sich die Speicherung von Netzstrom bei dynamischen Stromtarifen lohnt.

In der diesjährigen Stromspeicher-Inspektion traten insgesamt zwölf Solarstromspeicher an. In diesem Jahr bewertete die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin die Photovoltaik-Speicher erstmals in Kooperation mit Aquu – einer HTW-Ausgründung.

SPI-Rekord von Fox ESS mit 97 Prozent in Solarspeicher-Leistungsklasse 10 kW

Der System Performance Index (SPI) macht Solarstromspeicher in den Leistungsklassen 5 und 10 Kilowatt vergleichbar. Unter den Speichersystemen mit 10-kW-Hybridwechselrichtern setzte sich der PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS mit einem SPI von 97 Prozent durch. Der neue Testsieger sticht vor allem mit sehr hohen mittleren Wirkungsgraden von über 97,6 Prozent und einem geringem Stand-by-Verbrauch von nur 4 Watt hervor. Ebenfalls die Effizienzklasse A erreichten Speichersysteme von RCT Power, Energy Depot, Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD, deren SPI oberhalb der 95-Prozent-Marke liegt. Das Schlusslicht des Speichervergleichs kann lediglich einen SPI von 89,3 Prozent vorweisen und landete in der Effizienzklasse G. Die Ursache: Hohe Verluste im Batteriespeicher sowie ein Stand-by-Verbrauch von 64 W schmälern die Effizienz des Systems.

Der Testsieger in der 10-kW-Leistungsklasse von Fox ESS erzielt mit einem SPI von 97 % einen neuen Rekord. Der Spitzenreiter ist um das 3,5-Fache effizienter als das Schlusslicht der Stromspeicher-Inspektion 2026.

SAX Power und SMA neue Testsieger in der 5-kW-Klasse

In der kleineren Leistungsklasse bis 5 Kilowatt setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus, das auf der sogenannten Multi-Level-Technologie beruht, als Spitzenreiter durch. Unter den 5-kW-Geräten mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI erreichen. Dicht dahinter folgte Kostal mit dem Hybridwechselrichter Plenticore MP G3 M 4.6, der erstmals zusammen mit dem neuen Batteriespeicher BYD Battery-Box HVS+ 7.7 antrat.

Dynamische Stromtarife: Speicherung von Netzstrom lohnt nur mit effizienten Batteriespeichern

Mit einem dynamischen Stromtarif können Haushalte mit Batteriespeicher von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Wann und mit welcher Leistung der Batteriespeicher lädt, entscheidet ein intelligentes Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) auf Basis von Energie- und Preisprognosen. Das Ziel: Mit günstigem Netzstrom die Batterie laden und in Hochpreisphasen die elektrischen Verbraucher mit dem zwischengespeicherten Strom versorgen. „Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom überhaupt lohnt, hängt maßgeblich von der Höhe der Umwandlungsverluste ab“, sagt Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion und Gründer von Aquu.

Wie gering müssen die Speicherverluste sein, damit sich die Batterieladung mit Netzstrom rechnet?

Diese Frage lässt sich anhand eines typischen Wintertages beantworten: Bei einem Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde nimmt die Batterie nachts Netzstrom auf. In den Abendstunden, wenn der Strom aus dem Netz 35 Cent pro Kilowattstunde kostet, versorgt die Batterie die Haushaltsgeräte. Die Speicherung von Netzstrom ist in diesem konkreten Fall für den Haushalt allerdings nur vorteilhaft, wenn die Wechselrichter- und Batterieverluste unter 29 Prozent liegen. Oder anders formuliert: Der Systemwirkungsgrad, der beim Speichern des Netzstroms resultiert, muss höher als 71 Prozent sein. Die Testergebnisse zeigen, dass sich nicht mit allen Batteriesystemen die Speicherung von Netzstrom in Kombination mit dynamischen Stromtarifen lohnt. Die Herausforderung erläutert Nico Orth, Leiter der Stromspeicher-Inspektion an der HTW Berlin, wie folgt: „Die Preisdifferenz zwischen dem Lade- und Entladezeitraum ist häufig nicht groß genug, um die Batteriesystemverluste zu kompensieren.“ Wie hoch die Umwandlungsverluste bei anderen Preiskonstellationen maximal sein dürfen, ist in der Studie ausführlich beschrieben.

Große Unterschiede im Kleingedruckten: Darauf sollte man in den Garantiebedingungen bei Batteriespeichern achten

Die Energieeffizienz eines Speichersystems ist wichtig, sollte aber nicht das alleinige Auswahlkriterium beim Speicherkauf sein. Deshalb haben die Berliner Wissenschaftler in diesem Jahr erstmals die Garantiebedingungen von 20 namhaften Herstellern genauer unter die Lupe genommen und zum Teil große Unterschiede festgestellt. Ein Beispiel: Je nach Batteriespeicher-System garantiert der Hersteller, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 bis 85 Prozent des Anfangswerts sinkt. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist das für die Privatpersonen, die den Speicher betreiben. „Ein Blick in die Garantiebedingungen vor dem Speicherkauf kann unangenehme Überraschungen im Schadensfall vermeiden. Vorteilhafte Garantiebedingungen erkennen Sie unter anderem daran, dass der Hersteller Ihnen keine umfassenden Nachweispflichten auferlegt und dass er im Schadensfall die Kosten für den Austausch übernimmt“, sagt Nico Orth. Weitere Empfehlungen geben die Autoren der Stromspeicher-Inspektion in der 66-seitigen Studie.

Stromspeicher-Inspektion 2027: Neue Testkategorie für Photovoltaik-Batteriesysteme in der 15-kW-Leistungsklasse

Aufgrund der in den vergangenen Jahren stark gesunkenen Preise für Batteriespeicher werden in Eigenheimen zunehmend größere Batteriesysteme installiert. Um diesem Trend gerecht zu werden, werden im Rahmen der kommenden Stromspeicher-Inspektion 2027 erstmalig leistungsstärkere Speichersysteme mit einer Nennleistung von 15 Kilowatt bewertet. In der neuen Leistungsklasse können Unternehmen antreten, die Batteriesysteme mit einer Speicherkapazität zwischen 16 und 24 Kilowattstunden anbieten. „Die Registrierungsphase ist eröffnet: Hersteller von Speichersystemen mit Batterie- oder Hybridwechselrichtern können sich ab sofort bei uns zur Teilnahme an dem neuen 15-kW-Speichertest anmelden“, sagt Johannes Weniger.

Die Studie Stromspeicher-Inspektion 2026 ist unter diesem Link zu finden.

Quelle: Aquu | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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