Energiefisch-Schwarm erzeugt Wasserkraftstrom im Rhein

Künstliche Fische zur Stromerzeugung im Rhein bei St. Goar.Foto: Energyminer
Drei Energyfische sind schon im Rhein installiert.
Die Energieminer GmbH installiert derzeit künstliche Energiefische, die Strom im Rhein bei St. Goar erzeugen. Das Startup hat für die neue Technologie die behördlichen Genehmigungen.

Mit einem Schwarm aus 124 künstlichen Energiefischen produziert ein Startup aus Gröbenzell im Rhein bei St. Goar künftig Wasserkraftstrom. Nach dem die Energieminer GmbH im Herbst 2025 für das Schwarmkraftwerk die behördliche Genehmigung erhalten hatte, feiert die Gesellschaft nun die offizielle Einweihung.

Wie das Unternehmen mitteilte, nutzt das Schwarmkraftwerk ausschließlich die natürliche Strömung des Rheins. Staustufen oder neue Barrieren im Fluss seien dafür nicht erforderlich. Mehrere Energyfische werden dabei zu einem Schwarmkraftwerk zusammengeschlossen, der Strom aus der kinetischen Energie des Flusses erzeugt.

Der Energyfish sei das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit an einem neuen Systemansatz. Anstatt den Fluss zu lenken oder zu stauen, nutzt die Anlage seine natürliche Dynamik. Das erfordere eine präzise Abstimmung zwischen Hydraulik, Mechanik und Steuerung – und ein tiefes Verständnis dafür, wie sich Strömung, Auftrieb und Materialverhalten über Zeit verändern.

Hohe Verträglichkeit für Fische

„Unsere Anlagen müssen in ständig wechselnden Strömungsbedingungen stabil bleiben – das ist die eigentliche technische Herausforderung,“ sagt Dr. Chantel Niebuhr, CTO von Energyminer. „Wir legen jedes Detail so aus, dass sich das System selbst unter Extrembedingungen berechenbar verhält und im Dauerbetrieb zuverlässig arbeitet.“ Diese Denkweise präge die gesamte technische Architektur des Energyfish-Schwarms von der Konstruktion über die Verankerung bis zur Wartung.

Das Unternehmen hatte zuvor eine Studie in Auftrag gegeben, um die Verträglichkeit der Technologie mit Fischen zu untersuchen. Diese habe ergeben, dass die Gesamtüberlebenswahrscheinlichkeit für alle Fische, die den Energyfish-Schwarm passieren bei über 99 % liegt. Hintergrund sei der Fischschutz-optimierte Betrieb der Anlagen. Die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors sei auf ein Niveau begrenzt, das für Fische unbedenklich sei. Die Studie hatte das Alden Research Laboratory durchgeführt.

Anlässlich der Feier sagte Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz: „Sie schaffen es tatsächlich, erneuerbare Energien mit Umwelt- und Naturschutz zusammenzubringen“.

Mehrere Energyfische wurden bereits im Rhein installiert. Der weitere Ausbau des Schwarmkraftwerks soll schrittweise erfolgen.

Quelle: Energyminer | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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