ZVEH-Frühjahrkonjunkturumfrage: E-Handwerk zieht sich aus Photovoltaik zurück
Grafik: ZVEHDer Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hat seine Frühjahrkonjunkturumfrage 2026 vorgelegt. Im früheren Wachstumsfeld Photovoltaik sank die Zahl der im Jahr 2025 durch das E-Handwerk installierten Solaranlagen auf 355.000. 2024 hatten diese noch 395.000 Solaranlagen installiert. Im Vordergrund stand dabei wie in den Vorjahren die Gebäude-PV, also Anlagen, die man auf Dächern oder an Fassaden von Immobilien errichtet. Hier sank die Zahl um circa zehn Prozent – von 360.000 auf 325.000 Einheiten. Insgesamt waren e-handwerkliche Betriebe an rund 72 Prozent der 450.000 in 2025 installierten Photovoltaik-Dachanlagen beteiligt. Dies zeigt laut ZVEH, wie wichtig der Beitrag der E-Handwerke in diesem Erneuerbare-Energien-Bereich weiterhin ist.
52,1 Prozent der Betriebe im E-Handwerk installieren Photovoltaik
Bei den Batteriespeichern, die Nutzer:innen in der Regel in Kombination mit PV-Anlagen betreiben, zeigt sich ebenfalls ein etwa zehnprozentiger Rückgang bei den Installationszahlen. Diese gingen von 260.000 in 2024 auf 235.000 im Jahr 2025 zurück. Die Umsatzentwicklung spiegelt den Rückgang in beiden Bereichen wider. Photovoltaik und Speicher machen nur noch 6 Prozent am Umsatz der e-handwerklichen Betriebe aus. Auch sank der Anteil der Betriebe, die in den jeweiligen Bereichen Leistungen erbracht haben. So installierten im vergangenen Jahr nur noch 52,1 Prozent der Betriebe PV-Anlagen. 2024 waren es noch 57,1 Prozent. „Betriebe ziehen sich aus diesen Zukunftsbereichen zurück“, sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser: „Das ist insofern problematisch, als es dann bei einem erneuten Hochlauf an Kompetenz und Manpower fehlen wird, so dass wir entscheidende Zeit verlieren, die dem Klimaschutz zugutekäme.“
Schon Anfang 2026 hatten die Verbände ZVEH und BSW-Solar drauf hingewiesen, dass das Ausbautempo 2025 deutlich nachgelassen hat. Der jährliche PV-Zubau von rund 20 Gigawatt, der notwendig ist, um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte PV-Ausbauziel zu erreichen, hat Deutschland 2024 und 2025 unterschritten. Neuhäuser: „Das sollte uns zu denken geben, denn die Energiewende hat – das zeigen die e-handwerklichen Installationszahlen für 2025 nun Schwarz auf Weiß – dramatisch an Tempo verloren.“ Verantwortlich dafür ist nach Ansicht des Verbandes der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung in Sachen Energiewende. Der von Bundeswirtschaftsministerin Reiche angedachte Stopp der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen trage weiter dazu bei, dass der PV-Ausbau an Fahrt verliert, weil Eigenheimbesitzer verunsichert sind. Auch die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur deuten auf einen schleppenden Photovoltaik-Markt hin.
Positive Entwicklungen bei den Wärmepumpen
Im Bereich der Wärmepumpen zeigt sich eine deutlich positivere Entwicklung. So wachsen nicht nur die Installationszahlen insgesamt. Auch die Zahl der Geräte, an deren Installation e-handwerkliche Betriebe beteiligt waren, erhöhte sich deutlich – von 160.000 im Jahr 2024 auf 205.000 in 2025. „Das zeigt: Die Akzeptanz für diese klimaneutrale Wärmetechnologie in der Bevölkerung ist weiter gewachsen – trotz der unglücklichen Kommunikation rund um das Heizungsgesetz“, so der ZVEH-Hauptgeschäftsführer.
Dass auch immer mehr E-Betriebe die Installation von Wärmepumpen als attraktives Geschäftsfeld betrachten, zeigt sich daran, dass der Anteil der Betriebe, die Installationsleistungen in diesem Bereich erbrachten, von 44,4 Prozent in 2024 auf jetzt 48,0 Prozent anstieg. Die leicht positive Entwicklung lässt sich auch daran ablesen, dass die Installation von Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mittlerweile einen Anteil von 3,8 Prozent am Gesamtumsatz in den E-Handwerken hat.
Stagnation im Bereich E-Mobilität
Obwohl sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen etwas erholt hat, ging die Zahl der installierten Ladepunkte in 2025 leicht zurück: von 377.000 im Jahr 2024 auf 360.000 in 2025. Ein Zuwachs war lediglich bei den Ultra-Schnellladestationen zu verzeichnen. Ein Grund für die Stagnation könnte die Diskussion um den Rückzug vom Verbrenner-Aus sein. Auch die Erwartung in der Bevölkerung, dass die Anschaffung von E-Fahrzeugen ab 2026 wieder staatlich gefördert werden könnte, führte 2025 zu einer Investitionszurückhaltung.
Während der Umsatzanteil in den letzten Jahren recht konstant blieb – er lag bei 3,8 Prozent – sank der Anteil der Betriebe, die Installationsleistungen im Bereich der Elektroladeinfrastruktur erbracht haben, leicht – von 68,4 Prozent in 2024 auf nun 67,4 Prozent.
Quelle: ZVEH | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH