Viessmann: Wärmepumpen schaffen Flexibilität für das Stromnetz

Einfamilienhaus mit Garage und Wallbox.Grafik: Viessmann
Haushalte könnten künftig Wärmepumpen flexibel regeln lassen, wenn die Rahmenbedingungen angepasst werden.
Dass Haushalte mit ihren Wärmepumpen zur Flexibilität im Stromnetz beitragen können, zeigt ein Projekt von Viessmann und zwei Übertragungsnetzbetreibern. Damit das flächendeckend möglich wird, müssen aber die Regulierungen angepasst werden (Redispatch 3.0).

In einem Praxisprojekt haben die Netzbetreiber TransnetBW, Tennet und Produzent Viessmann getestet, wie Wärmepumpen Flexibilität für das Stromnetz anbieten können. Im Ergebnis konnten die Unternehmen laut eigener Darstellung nachweisen, dass Wärmepumpen in privaten Haushalten das Potenzial haben, als flexible Verbraucher im Redispatch zu dienen. So könnten sie helfen, Netzengpässe zu vermeiden.

Im Projekt ViFlex haben die Partner über einen Zeitraum von fast drei Jahren erstmals getestet, wie sich Wärmepumpen im realen Betrieb technisch in das Engpassmanagement der Übertragungsnetzbetreiber einbinden lassen. Dafür kamen mehr als 100 Viessmann-Wärmepumpen von Haushaltskundinnen und -kunden im realen Heizungsbetrieb zum Einsatz. Der dafür notwendige Datenaustausch erfolgte über die “Equigy-Crowd-Balancing-Plattform”, eine Initiative von europäischen Übertragungsnetzbetreibern. Diese verfolge das Ziel, eine europaweit harmonisierte Einbindung von kleinteiligen und dezentralen Flexibilitäten in die Systemdienstleistungsmärkte zu unterstützen.

Viessmann Climate Solutions habe ferner die Steuerung der Wärmepumpen so angepasst, dass der Stromverbrauch zeitlich verschoben und beispielsweise das Abregeln von Überschüssen an Wind- und Solarstrom vermieden werden. Intelligent vernetzte und gesteuerte Wärmepumpen können damit einen wirksamen Beitrag leisten, erneuerbare Energien besser in das Stromnetz zu integrieren und den Einsatz fossiler Kraftwerke zu reduzieren.

Die Praxiserfahrungen zeigten, dass sich Wärmepumpen technisch zuverlässig zur netzdienlichen Lastverschiebung Eingesetzen ließen, ohne die Wärmeversorgung der Haushalte einzuschränken. Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT Germany und TransnetBW bewerten das Projekt positiv. Sie sehen Vorteile und Chancen darin, dass innovative Verbraucher heute schon dazu beitragen können, nutzbares Flexibilitätspotenzial bereitzustellen.

„Mit ViFlex zeigen wir, dass Wärmepumpen im Wohngebäudebereich vollautomatisch und ohne Komfortverlust für unsere Kundinnen und Kunden flexibel gesteuert werden können. Dadurch können zahlreiche Haushalte noch einfacher einen Teil zur Energiewende beitragen und gleichzeitig aktiv die Netze stabilisieren“, so Janosch Balke, Product Manager Energy Services bei Viessmann Climate Solutions.

Regulierung weiterentwickeln

„Durch die zunehmende Elektrifizierung des Wärmebereichs gewinnen flexible Verbraucher an Bedeutung. ViFlex zeigt: Flexibilität aus Haushalten funktioniert technisch und kann künftig einen echten Beitrag zur Netzstabilität leisten. Der nächste Schritt ist klar: ein verlässlicher regulatorischer Rahmen für ein hybrides Redispatch 3.0.“ Das sagte Oliver Strangfeld, Mitglied der Geschäftsführung von TransnetBW.

Dabei geht es darum, den bestehenden regulatorischen Rahmen mit einem kostenbasierten Redispatch 2.0 durch einen marktbasierten Ansatz für kleinteilige, dezentrale Flexibilitäten zu einem hybriden Redispatch 3.0 weiterzuentwickeln. Ein solcher Rahmen würde erlauben, dass Haushalte mit ihren Wärmepumpen, Heimbatteriespeichern oder Elektrofahrzeugen freiwillig und diskriminierungsfrei am Engpassmanagement teilnehmen können. Die Projektpartner haben in diesem Kontext bereits Follow-Up-Projekte wie das Förderprojekt DataFleX initiiert.

Quelle: Viessmann, Transnet BW, Tennet | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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