Cupra-Rückruf 2026: Brandgefahr bei Hochvoltbatterie von E-Auto

Batterieumrisse mit Flammen als Symbol für die Brandgefahr bei der Hochvoltbatterie von E-Auto, aktuell gibt es einen Rückruf bei CupraIllustration: Video Rendal / stock.adobe.com
Nicht nur bei stationären Batteriespeichern sondern auch bei mangelhaften Hochvoltbatterien von E-Autos besteht Brandgefahr durch thermische Überlastung. Aktuell gibt es einen Rückruf bei der Volkswagenmarke Cupra.

Die Volkswagenmarke Cupra verschickt Rückrufschreiben an Halter des Modells Born. Das Schreiben, das der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Stoll & Sauer eigenen Angaben zufolge vorliegt, trägt die Überschrift „Produktsicherheitsrückruf: Batterieprüfung, Code 93S4“. Darin heißt es, dass bei Cupra-Fahrzeugen „die Möglichkeit“ bestehe, dass „ein Modul der Hochvoltbatterie unsere hohen Qualitätsstandards nicht erfüllt“. Das kann laut Schreiben „einen erheblichen Reichweitenverlust“, „das Aufleuchten einer gelben Kontrollleuchte“ oder „eine thermische Überlastung im Inneren der Hochvoltbatterie“ zur Folge haben. Besonders brisant ist die Formulierung, dass eine solche thermische Überlastung „einen Fahrzeugbrand verursachen“ könne, „bei dem Verletzungs-/Lebensgefahr für die Insassen besteht“. Das Feuer könne zudem auf andere Fahrzeuge oder Gebäude übergreifen, wenn sich das brennende Fahrzeug in unmittelbarer Nähe befinde.

Erstes Cupra-Rückruf-Schreiben erwähnt Reichweitenverlust und Brandrisiko

Für Cupra-Kunden ist es laut Dr. Stoll & Sauer besonders wichtig, dass der Hersteller im Schreiben nicht nur eine abstrakte Gefahr beschreibt, sondern ganz konkrete Maßnahmen ankündigt. Vorgesehen sind die Installation einer aktualisierten Software, eine umfassende Überprüfung der Hochvolt-Batteriemodule und der Austausch bestimmter Module, wenn bei der Prüfung Abweichungen festgestellt werden. Cupra verspricht erst nach diesem Werkstattaufenthalt wieder Leistungsdaten „ohne Einschränkung“ im Hinblick auf Ladezeit und Reichweite. Damit macht das Schreiben deutlich, dass es sich nicht um eine bloße Vorsichtsmaßnahme handelt, sondern um einen technischen Eingriff mit potenziell spürbaren Folgen für den Fahrzeugalltag.

Auffällig ist auch, dass Cupra anders als Volkswagen im Schreiben einen konkreten Hinweis auf eine Rückrufplattform gibt. Unter einer besonderen Internetadresse könnten Halter eine Auflistung ihrer betroffenen Fahrzeuge herunterladen. Außerdem nennt das Schreiben eine Telefonnummer für Rückfragen. Gleichzeitig bittet Cupra um „Verständnis und Unterstützung bei dieser vorsorglichen Maßnahme“, auch wenn der außerplanmäßige Werkstattbesuch „mit Unannehmlichkeiten verbunden sein kann“. Gerade dieser Satz zeigt laut Dr. Stoll & Sauer, dass der Hersteller selbst mit erheblichem Aufwand und Ärger für die Kund:innen rechnet.

KBA-Rückruf zum Cupra Born: Diese Fahrzeuge sind betroffen

Der Rückruf selbst ist erheblich. Nach Meldungen von Reuters und dem ADAC soll derRückruf innerhalb des VW-Konzerns weltweit fast 100.000 E-Autos betreffen. Davon entfallen knapp 20.000 auf den Cupra Born. In Deutschland geht es um rund 6.000 Fahrzeuge. Für den Cupra Born läuft der Rückruf des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) unter der KBA-Referenz 16269R und dem internen Code 93S4. Als betroffener Produktionszeitraum wird der 7. Februar 2022 bis 21. April 2024 genannt. Die Fahrzeuge sollen ein Software-Update erhalten, es kommt zu einer Prüfung der Hochvoltbatterie und einzelne Batteriemodule will man bei Bedarf ersetzen.

Die Situation erinnert laut Dr. Stoll & Sauer an andere Rückrufe bei E-Autos mit Problemen an der Hochvoltbatterie. Besonders deutlich wurde das bei Mercedes mit den Modellen EQA und EQB. Auch dort begann der Umgang mit der Brandgefahr aus der Hochvoltbatterie zunächst nicht mit einem sofortigen Austausch der betroffenen Akkus, sondern mit technischen Zwischenmaßnahmen. Erst später war klar, dass man die Hochvoltbatterien vollständig ersetzen muss. Aus Sicht von Dr. Stoll & Sauer ist genau das die eigentliche Warnung für Cupra-Kunden: Ein Rückruf, der zunächst als Batterieprüfung mit Software-Update beginnt, muss nicht das letzte Wort des Herstellers sein.

Was betroffene Cupra-Born-Halter jetzt tun sollten

Dr. Stoll & Sauer rät betroffenen Haltern, Rückrufschreiben, Werkstattunterlagen, Warnmeldungen im Fahrzeug und alle Einschränkungen im Alltag genau zu dokumentieren. Wen Cupra angeschrieben hat oder wer wegen des Rückrufs seines E-Autos unsicher ist, sollte seine rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.

Der Photovoltaik-Batteriespeicher-Hersteller Senec musste wegen Qualitätsproblemen die Leistung bestimmter Batterien drosseln, um einer Brandgefahr zu begegenen.

Quelle: Dr. Stoll & Sauer | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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