Batteriekapazität in Deutschland steigt auf 29,8 GWh: Heimspeicher dominieren Ausbau
Grafik: 1KOMMA5° / battery-charts.deBatteriekapazität in Deutschland wächst um 37 Prozent
Die Batteriekapazität in Deutschland ist seit Juni 2025 von 21,8 auf 29,8 GWh gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 8 GWh beziehungsweise 37 Prozent. Grundlage sind Daten von battery-charts.de der RWTH Aachen sowie Berechnungen von 1KOMMA5°. Rund 22 GWh beziehungsweise etwa 75 Prozent der installierten Speicherkapazität entfallen auf private Heimspeicher. Der verbleibende Anteil verteilt sich auf Gewerbe- und Großspeicher.
Die Entwicklung deckt sich mit aktuellen Marktdaten des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). Demnach wurden allein im ersten Quartal 2026 mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität installiert, 67 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber waren Großspeicher, auf die mehr als 1 GWh der neu installierten Speicherkapazität entfiel.
Nach den vorgelegten Daten hat sich der Ausbau von Batteriespeichern seit der Energiekrise 2022 deutlich beschleunigt. Erstmals wurde die Marke von 1 GWh installierter Speicherkapazität im Herbst 2018 überschritten. Seit 2022 hat sich die installierte Batteriekapazität nach Unternehmensangaben mehr als versechsfacht.
Rekord beim monatlichen Batteriezubau
Auch der monatliche Zubau erreichte laut 1KOMMA5° einen neuen Höchststand. Im März 2026 kamen 1.099 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität hinzu. In den Vorjahren lag der monatliche Ausbau überwiegend zwischen 350 und 650 MWh.
Als wesentlichen Grund für den Rekord nennt das Unternehmen die Inbetriebnahme neuer Großspeicher. Gleichzeitig seien auch zusätzliche Heimspeicher installiert worden. Eigene Vertriebszahlen von 1KOMMA5°, wonach sich die Nachfrage nach Solaranlagen mit Batteriespeicher im März gegenüber dem Vormonat verdoppelt habe, beziehen sich ausschließlich auf das Unternehmen und erlauben keine Rückschlüsse auf den Gesamtmarkt.
Intelligente Steuerung bleibt aus Sicht des Unternehmens ein Engpass
Nach Einschätzung von 1KOMMA5° wird das Potenzial der installierten Batteriespeicher bislang nur eingeschränkt genutzt. Viele Speicher dienten heute vor allem der Eigenverbrauchsoptimierung und seien nicht in eine netz- oder marktdienliche Steuerung eingebunden.
Als Ursache nennt das Unternehmen den aus seiner Sicht unzureichenden Roll-out intelligenter Messsysteme sowie fehlende Möglichkeiten zur automatisierten Steuerung. Eine stärkere Vernetzung von Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen könnte nach Unternehmensangaben dazu beitragen, überschüssigen Strom in Zeiten hoher erneuerbarer Erzeugung aufzunehmen und in Phasen hoher Strompreise oder hoher Netzlast wieder bereitzustellen.
Netzintegration bleibt Herausforderung
Der weitere Ausbau von Batteriespeichern erhöht grundsätzlich die Flexibilität des Stromsystems. Für eine stärkere netz- und marktdienliche Nutzung werden jedoch neben zusätzlicher Speicherkapazität auch intelligente Messsysteme sowie Steuerungs- und Vermarktungslösungen benötigt. Welche Rolle dezentrale Speicher künftig im Strommarkt übernehmen können, hängt daher nicht nur vom weiteren Zubau, sondern auch vom Fortschritt bei Digitalisierung und regulatorischen Rahmenbedingungen ab.
Quelle: 1KOMMA5° GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH