H4 Marseille Fos sichert biogenes CO₂ für e-SAF-Produktion

Computergenerierte Luftansicht der geplanten Industrieanlage H4 Marseille Fos mit Produktionsgebäuden, Tanks, Leitungen und Energieinfrastruktur in einem Industriegebiet nahe der Küste.Rendering: Hy2gen AG
Visualisierung der geplanten Produktionsanlage H4 Marseille Fos in Südfrankreich. Das Projekt soll ab 2032 synthetischen Flugkraftstoff (e-SAF) auf Basis von erneuerbarem Wasserstoff und biogenem CO₂ produzieren.
Das französische e-SAF-Projekt H4 Marseille Fos hat sich langfristig die Hälfte seines Bedarfs an biogenem CO₂ gesichert. Die Vereinbarung mit dem Projekt Rhône Décarbonation soll eine zentrale Voraussetzung für die geplante Produktionsaufnahme im Jahr 2032 und die Investitionsentscheidung im Jahr 2028 schaffen.

H4 Marseille Fos sichert Hälfte des CO₂-Bedarfs

Das Projekt H4 Marseille Fos von Hy2gen France hat eine strategische Partnerschaft mit dem Projekt Rhône Décarbonation geschlossen. Nach Angaben des Unternehmens sichert die Vereinbarung langfristig 50 Prozent des biogenen CO₂-Bedarfs für die geplante Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (e-SAF). Die Partner bezeichnen die Kooperation als erste strukturierte Wertschöpfungskette für Carbon Capture and Utilization (CCU) in Frankreich.

Das Projekt Rhône Décarbonation wird von Vicat, SPSE und Elengy getragen. Kernbestandteil ist das Vorhaben VAIA, bei dem jährlich 1,2 Millionen Tonnen CO₂ im Zementwerk von Vicat in Montalieu-Vercieu abgeschieden werden. Anschließend soll das CO₂ über die Pipeline-Infrastruktur von SPSE zum Standort Marseille Fos transportiert werden. Dort dient es als Kohlenstoffquelle für die Herstellung von Methanol, das anschließend zu e-SAF weiterverarbeitet wird.

Produktionsstart ab 2032 mit Methanol-to-Jet-Technologie

Nach Angaben von Hy2gen soll H4 Marseille Fos ab 2032 jährlich 75.000 Tonnen e-SAF produzieren. Zum Einsatz kommt dabei die Methanol-to-Jet-Technologie. Dadurch sollen sich die Treibhausgasemissionen gegenüber fossilem Kerosin um bis zu 84 Prozent verringern lassen, was einer Einsparung von rund 240.000 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr entspreche.

Mit der gesicherten Versorgung aus einer biogenen CO₂-Quelle rückt das Projekt nach Unternehmensangaben der für 2028 geplanten finalen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) näher. Zugleich schafft die Vereinbarung eine wichtige Voraussetzung für eine ReFuelEU-konforme e-SAF-Produktion. Denn die EU strebt mit der ReFuelEU-Aviation-Verordnung bis 2040 einen e-SAF-Anteil von 10 Prozent an den Flugkraftstoffen an.

Standort soll auch Importhub für e-Methanol werden

Hy2gen plant, den Standort Marseille Fos so auszulegen, dass künftig auch per Schiff angeliefertes e-Methanol verarbeitet werden kann. Nach Angaben des Unternehmens könnte die Anlage damit langfristig als europäischer Importstandort für e-Methanol aus Regionen mit niedrigeren Produktionskosten dienen.

Die Vereinbarung unterstreicht die Bedeutung einer gesicherten Versorgung mit biogenem CO₂ für den Hochlauf der e-SAF-Produktion. Sie zeigt zugleich, dass neben erneuerbarem Wasserstoff auch geeignete Kohlenstoffquellen und Transportinfrastrukturen zu den entscheidenden Voraussetzungen für entsprechende Projekte gehören.

Quelle: Hy2gen AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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