Wie Kommunen mit Flächenpooling Wertschöpfung aus Windenergie sichern

Hügelige Landschaft mit Weinbau und Windenergie.Foto: Energieagentur RLP
Kommunen können wie in Rheinland-Pfalz durch Flächenpooling ihr Gewicht bei Verhandlungen mit Windenergie-Projektierern erhöhen.
Kommunen können ihre Position gegenüber Projektentwicklern durch Flächenpooling und die Gründung einer Gesellschaft als Anstalt öffentlichen Rechts stärken. Dadurch kann beim Bau von Windparks mehr Wertschöpfung kommunal gebunden bleiben wie ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz zeigt.

Kommunen können durch ein Flächenpooling dafür sorgen, Wertschöpfung durch Windenergie in der Region zu halten. Über das Beispiel Bergzabern berichtet die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz. Dort bündelten mehrere Grundstückseigentümer ihre Flächen und lassen ihre Interessen gemeinsam vertreten. Dadurch verbesserten sich die Einfluss- und Beteiligungsmöglichkeiten der Kommune bei der Entwicklung von Windenergieprojekten. Ergänzt wird dieser Ansatz durch die Gründung einer Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) und die Einbindung lokaler Akteure. „Wir wollen die Energiewende aktiv gestalten und dafür sorgen, dass ein fairer Anteil der Wertschöpfung bei uns in der Region bleibt“, sagt Verbandsbürgermeisterin Kathrin Flory zur Motivation.

Viele Kommunen stehen vor der Herausforderung, dass geeignete Flächen für Windenergie überwiegend in privater Hand liegen und Projektentwickler sich frühzeitig Nutzungsrechte sichern. Dadurch bleiben kommunale Einflussmöglichkeiten oft begrenzt. Auch in Bad Bergzabern waren bereits Teile potenzieller Flächen gebunden. Die Verbandsgemeinde suchte daher nach Wegen, ihre Handlungsfähigkeit zu erhöhen und wirtschaftliche Effekte stärker vor Ort zu sichern.

Flächenpooling stärkt Verhandlungsposition

Gemeinsam mit der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz entwickelte die Verbandsgemeinde ein Konzept für kommunales Flächenpooling. In Eigentümerversammlungen konnten mehr als 80 Verhandlungsmandate für die Kommune gewonnen werden. Dadurch verfügt Bad Bergzabern heute über eine deutlich stärkere Position gegenüber Projektentwicklern. „Durch das Flächenpooling sprechen wir nicht mehr mit vielen einzelnen Stimmen, sondern mit einer gebündelten Interessenlage. Das stärkt unsere Position erheblich“, so Flory.

Zur dauerhaften Bündelung kommunaler Interessen gründete die Verbandsgemeinde 2025 die Kommunale Energie Bad Bergzaberner Land AöR (KEBBL). An ihr beteiligen sich 13 der 21 Ortsgemeinden. Künftig soll die AöR die Entwicklung von Windenergie- und Photovoltaik-Projekten koordinieren und die kommunale Steuerung stärken. „Die frühzeitige Gründung einer AöR schafft die organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen, damit Kommunen eigene Interessen einbringen und sich als handlungsfähige Partner bei Erneuerbare-Energien-Projekten positionieren können“, sagt Jürgen Gundacker von der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.

Neben den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern banden die Akteute auch die Bürger-Energiegenossenschaft Südpfalz (BEN) frühzeitig ein. „Wenn Menschen sehen, dass sie sich beteiligen können und wirtschaftliche Vorteile in der Region bleiben, steigt die Bereitschaft, solche Projekte mitzutragen“, sagt Gundacker.

Auf den gepoolten Flächen könnten fünf bis sieben Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 31 bis 43,4 Megawatt entstehen. Die AöR könnte sich mit bis zu 10 Prozent am Projekt beteiligen. Damit eröffnen sich durch Einnahmen aus der Energieerzeugung zusätzliche finanzielle Spielräume für kommunale Aufgaben wie etwa für Investitionen in Schulen und Kindertagesstätten, die Modernisierung der Infrastruktur oder die Weiterentwicklung kommunaler Angebote.

Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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