Vattenfall nutzt 55 MW über virtuellen Batterie-Toll

In einer bläulich gefärbten virtuellen Umgebung schwebt ein grün leuchtendes Batteriesymbol über einer geöffneten menschlichen Hand.Grafik: adobe.stock.com / ra2 studio
Durch die virtuelle Bündelung lässt sich die Flexibilität mehrerer Batteriespeicher gemeinsam für Stromhandel und Regelleistung nutzen.
Vattenfall kann über einen virtuellen Batterie-Toll von terralayr auf 55 MW Speicherleistung zugreifen. Dafür bündelt terralayr acht dezentrale Großbatteriespeicher in Deutschland zu einem virtuell steuerbaren Portfolio.

Nach einem gestaffelten Hochlauf steht Vattenfall nun die gesamte vertraglich vereinbarte Leistung zur Verfügung. Der Vertrag läuft über sieben Jahre. „Das ist der erste operative Multi-Asset-Capacity-Toll für Batteriespeicher in Europa, wenn nicht sogar weltweit“, sagt Philipp Man, Co-Founder und CEO von terralayr. Die ersten 5 MW gingen im Januar 2026 in Betrieb, weitere Tranchen folgten im Juni und Juli.

Virtueller Batterie-Toll bündelt acht Großspeicher

Anders als beim physischen Batterie-Tolling erhält Vattenfall nicht die Nutzungsrechte an einem bestimmten physischen Speicher. Stattdessen stellt terralayr die vereinbarte Flexibilität aus einem Portfolio von acht Anlagen bereit. Diese bleiben im Bilanzkreis und Regelleistungspool von terralayr. Die Stromlieferung erfolgt dabei physisch entsprechend den Signalen von Vattenfall. Die terralayr-Plattform LAYR bündelt die Speicher zu einer virtuellen Batterie und verteilt die Abrufe automatisiert auf die einzelnen Anlagen. Vattenfall entscheidet anhand von Marktsignalen und dem Bedarf seines Portfolios über den Einsatz der Kapazität.

Nach Angaben von terralayr kann Vattenfall die bereitgestellte Flexibilität sowohl an den Großhandelsmärkten als auch für Primär- und Sekundärregelleistung einsetzen. terralayr übernimmt die technische Bündelung, Einsatzsteuerung und bilanzielle Abwicklung.

Portfolio soll Ausfallrisiken einzelner Speicher begrenzen

Die Verteilung auf mehrere Batteriespeicher soll zugleich die Abhängigkeit von einzelnen Anlagen reduzieren. Ist ein Speicher nicht verfügbar, kann LAYR die Einsatzplanung nach Angaben des Unternehmens auf andere Anlagen im Portfolio verteilen. Das soll auch Einschränkungen einzelner Speicher durch flexible Netzanschlussvereinbarungen abfedern. Das Kapazitätsmodell berücksichtigt zudem die Degradation der Batterien. Die verfügbare Leistung orientiert sich laut terralayr an den garantierten Degradationskurven der eingebundenen Speicher.

Weitere Speicher lassen sich nach Angaben des Unternehmens standardisiert an die Plattform anbinden und in virtuelle Portfolios integrieren. Auch Betreiber eigener Batterien sollen freie Kapazitäten über LAYR vermarkten können. „Wir sprechen von ‘One-Click-Tolling’, weil sich zusätzliche Speicherkapazität perspektivisch standardisiert über die Plattform zuschalten lässt“, sagt Tobias Geimer, der das Projekt bei terralayr verantwortet.

Tolling trennt Speichernutzung von Eigentum und Betrieb

Für Energieversorger und Händler ermöglicht das Modell den Zugriff auf Batteriespeicher-Flexibilität, ohne selbst Speicher errichten oder betreiben zu müssen. „Das virtuelle Batterieportfolio von terralayr ermöglicht uns, Speicherkapazität skalierbar in unsere Handelsprozesse einzubinden“, sagt Björn Schneegans, Director Commodity Origination bei Vattenfall.

Mit dem nun abgeschlossenen Hochlauf zeigt das Projekt nach Angaben der Partner, dass sich die Flexibilität mehrerer physischer Batteriespeicher vertraglich bündeln und zentral vermarkten lässt. Damit erweitert das virtuelle Tolling die Möglichkeiten, Speicherleistung unabhängig vom Eigentum an einzelnen Anlagen für Stromhandel und Regelleistung zu beschaffen.

Quelle: terralayr / Vattenfall | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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