Heidelberg steigt in Fertigung von Natrium-Ionen-Speichern ein
Foto: Heidelberg / PhenogyWie Thomas Fichtl, Head of Corporate Public Relations und Pressesprecher bei Heidelberg, auf Nachfrage mitteilte, plant HD Advanced Technologies die ersten Produktions- und Systemintegrationsaktivitäten am Heidelberg-Standort Wiesloch. Die Anfangsphase der Partnerschaft soll demnach noch 2026 mit Montage- und Serviceleistungen beginnen. Im Fokus stehen nach Angaben der Unternehmen neben den 2,3-MWh-Containern auch Schranklösungen mit 100 kWh Speicherkapazität sowie netzorientierte Speicheranwendungen. Heidelberg übernimmt dabei für Phenogy Aufgaben von der Beschaffung und Produktion über den Rollout bis zu Installation, Service und Wartung.
Natrium-Ionen-Speicher für Industrie und Netzinfrastruktur
Als erste Zielmärkte nennt Fichtl Industrie- und Gewerbestandorte, Netzinfrastruktur, Ladeumgebungen für Elektrofahrzeuge sowie Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Europa. Die industrielle Fertigung soll auf lokalen Lieferketten basieren. Langfristig halten die Partner auch eine Expansion in weitere Märkte einschließlich der USA für möglich.
Die Vereinbarung ist Teil einer weitergehenden Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Phenogy AG und HD Advanced Technologies. Phenogy bringt seine Natrium-Ionen-Technologie ein, Heidelberg seine Kompetenzen in Fertigung und Industrialisierung. Phenogy-CEO Peter E. Braun sieht in der Partnerschaft eine Möglichkeit, die Entwicklung neuer Batterietechnologien mit einer industriellen Fertigung in größerem Maßstab zu verbinden. Heidelberg ordnet den Einstieg in die Batteriespeicherproduktion zugleich als Teil seiner Strategie ein, neben dem angestammten Druckmaschinengeschäft weitere industrielle Geschäftsfelder aufzubauen.
Joint Venture für Natrium-Ionen-Zellen wird geprüft
In einem weiteren Schritt wollen Heidelberg und Phenogy die Voraussetzungen für ein Joint Venture zur Entwicklung und industriellen Fertigung von Natrium-Ionen-Batteriezellen schaffen. Phenogy soll dafür seine Zellchemie und sein Zelldesign einbringen, Heidelberg ein spezifisches Druckverfahren.
Ob das Joint Venture tatsächlich umgesetzt wird, hängt nach Angaben der Unternehmen von der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit ab. Damit unterscheidet sich dieses Vorhaben von der bereits vereinbarten Fertigung der Speichersysteme.
Die geplanten Zellen sollen ohne Lithium und Kobalt auskommen und nach Angaben der Unternehmen auf breit verfügbaren Rohstoffen basieren. Als Anwendungen für eine gemeinsame Zellproduktion nennen die Partner Bereiche mit hohen Anforderungen, darunter kritische Infrastruktur, Verteidigung und Mobilität.
Quelle: Heidelberger Druckmaschinen AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH