Solarpark Halenbeck II liefert Solarstrom über langfristige PPA
Foto: Denis SherlizynDer Solarpark Halenbeck-Rohlsdorf II ist mit einer installierten Leistung von rund 114 MWp am 20. August 2026 in Betrieb gegangen. Die Anlage im Norden Brandenburgs liefert den Strom auf Grundlage mehrjähriger Power Purchase Agreements (PPA). Nach Angaben der DAL Deutsche Anlagen-Leasing entspricht die erwartete Jahresproduktion rechnerisch dem Strombedarf von rund 48.000 Haushalten. Zusätzlich vermeidet die Anlage laut DAL jährlich etwa 50.000 Tonnen CO2.
„Digitale Leistungsfähigkeit braucht eine robuste energetische Grundlage. Mit Halenbeck-Rohlsdorf II schaffen wir weitere Erzeugungskapazität, die Unternehmen hilft, ihre Stromversorgung langfristig planbarer, unabhängiger und nachhaltiger aufzustellen”, sagt Dr. Peer Günzel, Geschäftsführer der DAL.
Shell nimmt 75 Prozent des Solarstroms ab
Shell Energy Europe wird über einen Zeitraum von zehn Jahren rund 75 Prozent des erzeugten Stroms abnehmen. Ein Teil davon soll ab 2027 die Wasserstoffproduktion des REFHYNE-2-Elektrolyseurs versorgen. Das Projekt am Shell-Standort Rheinland in Wesseling baut auf der 10-MW-Vorgängeranlage REFHYNE I auf und soll mit 100 MW Leistung zu den größeren PEM-Elektrolyseuren Europas zählen. Weitere Abnehmer des Stroms aus Halenbeck-Rohlsdorf II sind die Finanz Informatik und deren Tochtergesellschaft Finanz Informatik Technologie Service.
Die beiden Unternehmen stellen als Digitalisierungspartner der Sparkassen-Finanzgruppe IT-Dienstleistungen bereit. „Für uns als IT-Dienstleister und Betreiber moderner Rechenzentren ist eine sichere, kalkulierbare Energieversorgung ein wichtiger Baustein unseres Geschäfts. Sonnenenergie muss nicht importiert, transportiert oder auf internationalen Märkten beschafft werden – sie ist langfristig planbar und bleibt weitgehend unbeeinflusst von geopolitischen Liefer- und Preisrisiken”, erklärt Martin Waldmann, Geschäftsführer der Finanz Informatik.
Solarpark kommt ohne EEG-Förderung aus
Die DAL ist mit 50 Prozent an der Betreibergesellschaft Solarkraftwerk Halenbeck-Rohlsdorf II GmbH beteiligt. Errichtet wurde der Solarpark von der pvx energy GmbH. Die DAL strukturierte zudem die Fremdfinanzierung.
Finanzierungspartner sind die Sparkasse Oberhessen, die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die Sparkasse Marburg-Biedenkopf und die DAL/Deutsche Leasing Finance als Konsortialführer.
Der DAL zufolge erhält das Projekt weder öffentliche Subventionen noch eine Förderung über garantierte Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Die Refinanzierung erfolgt über die Direktvermarktung des erzeugten Stroms.
PPA verbinden Solarstrom mit planbaren Erlösen
Power Purchase Agreements ermöglichen Stromabnehmern nach Darstellung der DAL neben dem Bezug von Herkunftsnachweisen eine dauerhafte Absicherung gegen Strompreisschwankungen. Für die Projektfinanzierung sind zugleich die künftig erwarteten Cashflows der Projektgesellschaft relevant.
Halenbeck-Rohlsdorf II verbindet damit einen Solarpark im dreistelligen Megawattbereich mit mehrjähriger Stromabnahme durch Unternehmen aus Energie- und IT-Wirtschaft. Das Projekt zeigt zugleich, wie PPA die Finanzierung großer Photovoltaik-Anlagen außerhalb einer EEG-Einspeisevergütung ermöglichen können.
Quelle: DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH