Contracting-Markt 2025: Erneuerbare Energien legen zu
Grafik: Screenshot / VedecDer Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (Vedec e.V.) hat seine aktuellen Marktzahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Die Contracting-Branche setzt ihr Wachstum fort und entwickelt sich zunehmend in Richtung erneuerbarer Energien. Gleichzeitig gewinnt die Wohnungswirtschaft als wichtigster Anwendungsbereich im Contracting-Markt weiter an Bedeutung.
Mit einem Vertragszuwachs von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wächst die Zahl der Contracting-Verträge weiter. Insgesamt gab es 2025 rund 92.000 Verträge. Auch der Branchenumsatz legte zu: Er steigt um 7,1 Prozent auf rund 5,63 Milliarden Euro. Damit setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort.
Erneuerbare Energien gewinnen deutlich an Bedeutung
Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung bei den eingesetzten Energieträgern. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg innerhalb eines Jahres von 24 auf 31 Prozent. Gleichzeitig geht der Anteil von Erdgas deutlich zurück. Contracting-Lösungen greifen zudem häufiger auf eine Versorgung mit Fernwärme zurück. Innerhalb der erneuerbaren Energien spielen unterschiedliche Technologien eine Rolle. Den größten Anteil haben Pellets mit 33 Prozent, gefolgt von Luft/Umweltenergie mit 23 Prozent sowie Sonnenenergie mit 14 Prozent. 86 Prozent der Energielieferungen im Rahmen von Contracting entfällt auf Wärme. Strom umfasst 8 Prozent und Kälte 4 Prozent. Der Rest entfällt auf Dampf, Druckluft oder auch Licht.
Wohnungswirtschaft wichtigste Zielgruppe für Contracting-Projekte
Die Wohnungswirtschaft ist inzwischen mit Abstand die wichtigste Zielgruppe für Contracting-Projekte. 70 Prozent der Projekte entfallen auf diesen Bereich, im Vorjahr waren es noch 56 Prozent. Damit wird deutlich: Gerade bei der Modernisierung der Wärmeversorgung von Wohngebäuden und Quartieren kommt Contracting eine zunehmend wichtige Rolle zu. „In der Wohnungswirtschaft besteht ein enormer Bedarf, die Wärmeversorgung zu modernisieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Gleichzeitig stehen Wohnungsunternehmen vor der Herausforderung, diese Transformation bei laufendem Betrieb zu organisieren und zu finanzieren. Contracting kann diese Lücke schließen: Energiedienstleister übernehmen Verantwortung für Planung, Investition sowie Betrieb und machen aus dem Modernisierungsbedarf ein umsetzbares Projekt“, sagt Tobias Dworschak, Vorsitzender des Vorstandes im Vedec.
Branche erwartet positive Entwicklung im Contracting-Markt
Die Branche bewertet ihre Entwicklungserwartung weiterhin positiv: Mit 6,2 von 10 Punkten (Vorjahr: 5,8). Zu den Faktoren, die die Entwicklung besonders unterstützt haben, zählen vor allem Förderprogramme und die positive Wahrnehmung erneuerbarer Energien. Auch die Finanzierung und „Rundum-sorglos-Pakete“ durch Energiedienstleister sowie die zunehmende Akzeptanz der Wärmepumpentechnologie werden als unterstützende Faktoren genannt.
Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen. Als wesentliche Hemmnisse nennen die Marktteilnehmer:innen insbesondere wechselnde und unklare politische Rahmenbedingungen, die Wärmelieferverordnung sowie das Ringen um die Transformation des Gebäudeenergiegesetz zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Auch lange Entscheidungsprozesse und Investitionszurückhaltung aufgrund der wirtschaftlichen Lage erschweren die Umsetzung von Projekten.
Hohe Energiepreise wirken laut Vedec in beide Richtungen: Einerseits erhöhen sie den Handlungsdruck bei den Kund:innen und machen langfristig kalkulierbare Versorgungslösungen durch Contracting attraktiver. Gerade die Möglichkeit, über einen langfristigen Vertrag Versorgungssicherheit zu schaffen und gleichzeitig von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Lösungen umzusteigen, kann Investitionsentscheidungen beschleunigen. Andererseits führen hohe unlaut vedecd schwer kalkulierbare Preise sowie allgemeine Verunsicherung bei anderen Kund:innen zu Zurückhaltung. Das erschwert nicht nur Investitionsentscheidungen, sondern auch die Kalkulation und Gestaltung langfristiger Contracting-Verträge.
Contracting wichtiger Baustein der Wärmewende
„Die aktuellen Marktzahlen zeigen, dass der Contractingmarkt weiter wächst und zugleich immer erneuerbarer wird. Das ist ein wichtiges Signal für die Wärmewende“, sagt Tobias Dworschak. „Damit Energiedienstleister dieses Potenzial ausschöpfen können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Denn die Transformation der Wärmeversorgung ist eine langfristige Aufgabe. Contracting – das Betriebssystem der Wärmewende – bringt die notwendigen Investitionen, das technische Know-how und den effizienten Betrieb zusammen und macht die Wärmewende konkret umsetzbar.“
Die Daten hat ein Marktforschungsunternehmen per Online-Abfragen und Telefoninterviews unter den Verbandsmitgliedern erhoben. Die Marktdaten zur Contracting-Branche in Deutschland sind unter diesem Link zu finden.
Quelle: Vedec | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH