E.ON will Solarstrom mit festem Bonus vermarkten

Graues Elektroauto unter einem mit Solarmodulen belegten Carport vor einem Backsteinhaus mit weiterer Photovoltaikanlage.Foto: E.ON / Malte Braun
E.ON verknüpft sein geplantes Vermarktungsangebot mit der intelligenten Steuerung von Solaranlage, Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto.
E.ON Deutschland will 2027 ein Vermarktungsangebot für neue Photovoltaikanlagen mit Speicher starten. Für eine 10-kWp-Anlage stellt das Unternehmen jährlich 150 Euro Einspeisebonus in Aussicht. Hinzukommen sollen Boni für die flexible Steuerung von Speicher, Wärmepumpe und Elektroauto.

E.ON plant sein Servicepaket für private Photovoltaikanlagen, die ab dem 1. Januar 2027 in Betrieb gehen. Das Unternehmen stellte die Produktentwicklung am 16. September 2026 im Rahmen der E.ON New Energy Experience (NeX) in Hamburg vor. Der Marktstart ist für 2027 vorgesehen.

Hintergrund: Nach dem Regierungsentwurf zur EEG-Novelle 2027 (Bundestags-Drucksache 21/7867) soll die bislang für 20 Jahre gewährte feste Einspeisevergütung für Neuanlagen abgeschafft werden. Neue Anlagen sollen stattdessen schrittweise zur Direktvermarktung verpflichtet werden. Als Übergang sieht der Entwurf für kleinere Anlagen eine auf höchstens 36 Monate begrenzte Zahlung vor. Im Mittelpunkt der Neuregelung stehen Neuanlagen mit weniger als 25 kW installierter Leistung, deren Förderung die Bundesregierung weitgehend einstellen will.

Auf diese geplante Reform reagiert E.ON mit seinem Angebot. Das Unternehmen will die Direktvermarktung überschüssigen Solarstroms mit einem festen Einspeisebonus verbinden. Dieser soll jährlich 15 Euro je Kilowattpeak installierter PV-Leistung betragen. Für eine Anlage mit 10 kWp wären das nach Unternehmensangaben 150 Euro pro Jahr.

Auch will E.ON bei dem angekündigten Modell das Risiko schwankender Börsenstrompreise übernehmen. Wie das Unternehmen die Erlöse aus der Direktvermarktung, mögliche Vermarktungskosten und den festen Bonus miteinander verrechnet, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Der Bonus soll in das Servicepaket E.ON Home Comfort integriert werden. Dieses soll mit unternehmenenseigenen Festpreistarifen kombinierbar sein. Ausgenommen sind unter anderem die Grund- und Ersatzversorgung, dynamische Tarife, Heizstromtarife sowie E.ON Home & Drive.

Angaben zur Gesamthöhe der Boni widersprechen sich

Neben dem Einspeisebonus stellt E.ON weitere Zahlungen für die flexible Steuerung elektrischer Geräte in Aussicht. Ein Haushalt mit einer 10-kWp-Photovoltaikanlage, Batteriespeicher, Elektroauto und Wärmepumpe soll insgesamt bis zu 570 Euro jährlich erhalten können. Diese Summe setzt sich aus 150 Euro Einspeisebonus und bis zu 420 Euro jährlichen Comfort-Boni zusammen.

Laut den FAQ auf der E.ON-Website kommen zu den Comfort-Boni zusätzlich einmalige Anschlussboni von insgesamt 20 Euro hinzu. Rechnet man diese mit ein, ergeben sich im ersten Jahr bis zu 590 statt der beworbenen 570 Euro – obwohl E.ON die Anschlussboni in seiner Fußnote ausdrücklich als Teil der 420-Euro-Obergrenze nennt. Eine Anfrage bei E.ON zur genauen Berechnung läuft.

Smart Meter und kompatible Geräte sind Voraussetzung

Voraussetzungen für die Boni sind unter anderem ein E.ON-Stromtarif, ein intelligentes Messsystem und mit der E.ON Home Box kompatible Geräte. Die Kundinnen und Kunden müssen außerdem den Smart-Modus der E.ON Home App nutzen und die jeweiligen Bonusbedingungen erfüllen.

Für den Elektroauto-Bonus reicht eine kompatible Wallbox allein nicht aus. Nach den Teilnahmebedingungen muss zusätzlich das Fahrzeug selbst direkt mit der E.ON Home App kompatibel sein.

Das Energiemanagement soll der E.ON Home Energiemanager übernehmen. Er soll die Nutzung von Solar- und Netzstrom automatisch steuern. E.ON stellt darüber hinaus Einsparungen durch einen höheren Eigenverbrauch und reduzierte Netzentgelte nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz in Aussicht. Eine konkrete Höhe nennt das Unternehmen dafür nicht.

Das für das Angebot benötigte Smart Meter soll im Servicepaket kostenlos eingebaut werden. Die erzielten Boni und Einsparungen sollen in einer App einsehbar sein.

Kosten und Abrechnung bleiben offen

Buchbar werden soll das Angebot für neue Solaranlagen mit Speicher von E.ON sowie ausgewählten Installationspartnern. Sämtliche eingebundenen Geräte müssen mit dem Energiemanagementsystem kompatibel sein.

Aus der Pressemitteilung geht nicht hervor, ob E.ON für das Servicepaket, die Direktvermarktung oder den laufenden Betrieb zusätzliche Entgelte verlangt. Damit lässt sich der tatsächliche finanzielle Vorteil für Anlagenbetreiber bislang nicht abschließend beurteilen.

Quelle: E.ON Energie Deutschland GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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