Next2Sun: PV-Pionier kämpft um seine Zukunft

Mann im türkisfarbenen Polo-Shirt steht vor Vertikal-PV-Modulen, die unscharf im Hintergrund stehen.Foto: Next2Sun GmbH
CEO Heiko Hildebrandt sieht das Produkt am Markt gefragt – jetzt fehlt nach eigenen Angaben vor allem das Kapital.
Die Next2Sun AG hat bislang nur einen Bruchteil des angestrebten Volumens ihrer laufenden Aktienemission eingesammelt. Nach Unternehmensangaben entscheidet sich in der kommenden Woche, ob der Agri-PV-Anbieter ausreichend Kapital für seinen Fortbestand erhält. Die Zeichnungsfrist endet am 25. September 2026.

Warum steht Next2Sun vor einer Finanzierungskrise?

Next2Sun entwickelt vertikale, bifaziale Photovoltaikanlagen und bezeichnet sich als einen Wegbereiter der Agri-PV in Deutschland. Nach Unternehmensangaben verfügt das Unternehmen über eine starke Projektpipeline und wirtschaftlich umsetzbare Projekte.
Das Geschäftsjahr 2025 sei durch die nicht genehmigte Agri-PV-Förderung belastet worden. Zugleich erschwere die derzeitige Zurückhaltung von Investoren und Banken die Finanzierung weiterer Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Institutionelle Finanzierungen seien im aktuellen Marktumfeld nicht zugänglich, teilt Next2Sun mit. CEO Heiko Hildebrandt erklärt: „Wir haben das Produkt, das der Markt heute braucht. […] Was wir jetzt brauchen, ist die Finanzierung.“

Vertikale Photovoltaik erzeugt Strom zu Tagesrandzeiten

Die vertikal installierten Solarmodule erzeugen nach Unternehmensangaben vergleichsweise viel Strom in den Morgen- und Abendstunden. Zu diesen Zeiten sei der Strombedarf besonders hoch, während konventionelle Freiflächenanlagen weniger Strom einspeisten. Gleichzeitig blieben die Flächen zwischen den Modulreihen landwirtschaftlich nutzbar.

Zum Produktportfolio gehören das vertikale Agri-PV-System für die doppelte Flächennutzung sowie der sogenannte Solarzaun. Die Systeme basieren nach Angaben von Next2Sun auf einer patentierten Anlagentechnologie.

Next2Sun wurde 2015 gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 140 Mitarbeitende. Das Unternehmen unterhält Standorte in Deutschland, Österreich, Polen und Japan. Bislang habe die Gruppe im In- und Ausland Projekte mit insgesamt mehr als 60 MWp realisiert.

Next2Sun senkt Mindestzeichnungssumme

Weil institutionelle Finanzierungen nach Unternehmensangaben derzeit nicht zugänglich sind, richtet sich Next2Sun mit der Aktienemission gezielt an private Investoren. Die Mindestzeichnungssumme sinkt auf 600 Euro.

Das Unternehmen nimmt die eingeworbenen Mittel nur an, wenn die Emission eine nicht näher bezifferte Finanzierungsschwelle erreicht. Diese müsse eine unternehmerisch sinnvolle Entwicklung ermöglichen. Bleibt die Emission unterhalb dieser Schwelle, kommt die Beteiligung nicht zustande.

Die Zeichnungsfrist endet am 25. September 2026. Das Unternehmen nennt weder das angestrebte Gesamtvolumen noch den bislang erreichten Anteil. Weitere Informationen zur Aktienemission stellt Next2Sun auf seiner Internetseite bereit.

Quelle: Next2Sun Technology GmbH | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

Schließen