Stuttgarter Klärwerk erhält Solarfaltdach mit 2,75 MWp
Foto: Philipp Deck / dhp Technology AGDie Landeshauptstadt Stuttgart lässt das 18.000 Quadratmeter große Helioflex-Solarfaltdach über den Belebungsbecken der Biologie Nord errichten. Bauherrin ist die Stadt mit ihrem Tiefbauamt und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES). Die dhp Technology AG übernimmt die technische Realisierung.
Der Bau begann am 8. Juni 2026. Die Anlage entsteht in zwei Bauabschnitten und umfasst 120 bewegliche Faltdachgruppen. Diese bewegen sich auf insgesamt 60 Tragseilen.
Solarstrom fließt direkt in das Klärwerk
Das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen reinigt täglich rund 190.000 Kubikmeter Abwasser und behandelt die dabei anfallenden Rückstände. Die Abwasserreinigung benötigt kontinuierlich Strom.
Die Stadtentwässerung Stuttgart rechnet mit einem jährlichen Solarstromertrag von mehr als 2,2 Millionen Kilowattstunden. Die installierte Leistung des Faltdachs beträgt 2.745 kWp. Damit soll die Anlage rund neun Prozent des Strombedarfs des Hauptklärwerks decken. Den Solarstrom können vor allem die Verdichter der biologischen Abwasserreinigung nutzen. Sie verursachen nach Angaben der Stadtentwässerung den größten Stromverbrauch im Klärwerk. Über den vorhandenen Mittelspannungsring lässt sich die Energie auch zu weiteren Verbrauchern auf dem Gelände führen.
Ziel ist eine Nulleinspeisung und damit ein möglichst vollständiger Verbrauch des Solarstroms im Klärwerk. Produziert die Anlage zeitweise mehr Strom als benötigt, kann sie den Überschuss in das öffentliche Netz einspeisen.
Solarfaltdach wird in den laufenden Betrieb integriert
Die Projektplanung sieht 20 Wechselrichterpositionen sowie DC- und AC-Verbindungen vor. Hinzu kommen Glasfaser- und Steuerleitungen sowie Kabeltrassen für den kundenseitigen Blitzschutz. Die Stahlkonstruktion entsteht unmittelbar an den vorhandenen Becken. Dabei beziehen die Projektpartner auch bestehende Beckenstrukturen in die technische Umsetzung ein. Stützen, Stahlfachwerke, Antriebseinheiten, Trag- und Zugseile sowie die elektrische Infrastruktur müssen aufeinander abgestimmt werden.
Zu den bisherigen und laufenden Arbeiten gehören Bohr- und Verankerungsarbeiten sowie die Montage der Stützen. Hinzu kommen die Vormontage und das Aufrichten der Stahlfachwerke. Außerdem werden Motoren, Zugseilumlenkungen, Kabeltrassen und Generatoranschlusskästen montiert sowie Trag- und Zugseile vorbereitet. Anschließend folgen die Faltdachgruppen und deren elektrische Anbindung.
Inbetriebnahme ist ab Januar 2027 vorgesehen
Am Projekt sind außerdem Peter und Lochner, SSIFT, Weber Ingenieure sowie die Weisske und Partner GmbH beratende Ingenieure beteiligt. Tüfer Gebr. GmbH führt die Bauarbeiten aus, die Good Elektro GmbH übernimmt die Elektroinstallation.
Die Inbetriebnahme ist ab Januar 2027 vorgesehen. Die Photovoltaikanlage ist mit einer installierten Leistung von rund 2,75 MWp geplant. Nach Angaben von dhp Technology wird sie nach ihrer Fertigstellung Deutschlands größtes Solarfaltdach sein.
Quelle: dhp Technology AG / Landeshauptstadt Stuttgart | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH