Kostenloses Programm plant Solarmodul-Belegung des Daches
Foto: Tegrona / Michael SchererDas Programm Tegrona Lite plant die Solarmodul-Belegung aus einem gewöhnlichen Dachfoto. Nutzer:innen können ein Handyfoto vom Boden, eine Drohnenaufnahme oder ein vorhandenes Luftbild eingeben. „Abmessungen des Daches muss dagegen niemand eingeben — die kommen aus dem Bild selbst“, sagt Tegrona-Geschäftsführer Michael Scherer.
Statt einer Luftbilddatenbank oder eines 3D-Modells nutzt das Programm die Ziegeldeckung selbst. Reihen und Spalten verlaufen auf dem Dach parallel und konvergieren im Bild zu zwei Fluchtpunkten, daraus wird die Fläche entzerrt. Weil der Dachumriss nicht in die Rechnung eingeht, funktioniert das laut Scherer auch bei Trapez- und Dreiecksflächen. Den Maßstab liefert die bekannte Deckbreite des gewählten Ziegels. Bei Blech- und Flachdächern eine bekannte Strecke. „Das Ergebnis prüft das Programm selbst nach: Jeder Entzerrungskandidat wird auf eine Kopie angewendet und an der Gleichmäßigkeit der Ziegelteilung gemessen. Wird es nicht besser, teilt es dies mit, statt ein schiefes Bild auszugeben“, sagt Scherer.
Der Anwender muss dafür nur die Dachfläche markieren, das Programm liest die Perspektive aus den Ziegelreihen und rechnet das Foto in die Aufsicht um. Anschließend zählt es die Ziegel in einem Ausschnitt. Da die Deckmaße der gängigen Ziegelmodelle bekannt sind — Frankfurter Pfanne 30 × 33 cm, Hohlfalzziegel 21 × 33,5 cm, — ergibt sich der Maßstab aus der Zählung. Der Anwender wählt dazu den Ziegeltyp in einer kleinen Palette aus. Er kann aber auch Ziegelmaße frei eingeben. Ein zweiter Weg ist eingebaut, falls das Dach nicht gedeckt ist oder die Ziegel nicht zu erkennen sind: Dann gibt man eine bekannte Länge im Bild an. Das kann die Firstlänge, eine Fensterbreite oder auch ein vorhandenes Solarmodul sein. Dann ergibt sich der Maßstab aus dieser Angabe.
Programm gibt A4-Blatt mit Solarmodul-Belegung aus
Der Anwender muss das eingeben, was nicht im Bild steht: Solarmodul-Maß und Leistung aus dem Datenblatt, Randabstand und Abstand der PV-Module. Sperrflächen für Schornstein, Gauben, Dachfenster oder Lüfter markiert man auf dem Foto. Danach belegt das Programm die Fläche automatisch. Einzelne Solarmodule lassen sich von Hand verschieben oder drehen. Heraus kommt ein A4-Blatt mit Photovoltaik-Modulzahl, Leistung, belegter Fläche sowie Mittel- und Endklemmen.
Das Programm ist kostenlos und auch ein Konto mit Anmeldung ist nicht nötig. Tegrona Lite gibt es für Windows und macOS sowie als Browserfassung unter tegrona.com/de/planner. Die Browserfassung ist auf Deutsch, die Oberfläche der Desktop-Fassungen auf Englisch. „Gerechnet wird lokal – auch in der Browserfassung verlässt das Foto das Gerät nicht“, sagt Scherer. Das sei bei Drohnenaufnahmen mit GPS in den Metadaten der entscheidende Punkt.
Das Programm kann keine Ertrags-, Verschattungs- oder Strangrechnung machen. „Dafür gibt es Programme wie Solar Monkey oder PV*Sol premium“, so Scherer.
Quelle: Tegrona | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH