Photovoltaik-Montagesysteme für anspruchsvolle Flächen

Ein Schnitt durch den Boden zeigt, wie das Photovoltaik-Montagesystem für anspruchsvolle Flächen Root von Niedax wie Wurzeln eines Baumes im Boden verankert ist.Illustration: Niedax
Das Root-System von Niedax ist den Wurzeln eines Baumes nachempfunden.
Immer häufiger entstehen Photovoltaik-Anlagen auf technisch anspruchsvollen Flächen wie Deponien, in Hanglagen oder über versiegelten Parkflächen. Spezielle Photovoltaik-Montagesysteme sind für diese Standorte konzipiert.

Photovoltaik wird in Deutschland zunehmend auch dort gebaut, wo es technisch anspruchsvoll ist: Auf Deponien, in Hanglagen oder über versiegelten Parkflächen. Der Hersteller Niedax hat sich mit seinen Photovoltaik-Unterkonstruktionen auf solche Gegebenheiten eingestellt. „Mit dem EEG 2023 und Solarpaket I hat der Gesetzgeber den Rahmen für den weiteren PV-Ausbau erweitert, insbesondere durch eine gezielte Förderung besonderer Solaranlagen wie Agri-PV und Parkplatz-PV“, sagt Stefan Kowitz, Gesamtvertriebsleiter Deutschland beim PV-Montagesystem-Hersteller Niedax. „Das Umweltbundesamt empfiehlt zudem, Freiflächenanlagen vorrangig auf ökologisch und landwirtschaftlich weniger wertvollen Standorten zu installieren.“

Parallel dazu ist der Flächenbedarf neuer Photovoltaik-Freiflächenanlagen von 3,5 Hektar pro Megawatt im Jahr 2008 auf 0,88 Hektar pro Megawatt im Jahr 2024 gesunken. „Aus dieser Kombination ergibt sich ein veränderter Blick auf bislang schwer nutzbare Standorte: Wenn auf gleicher Grundfläche deutlich mehr Strom erzeugt werden kann und zugleich weniger attraktive Areale stärker gefördert werden, werden auch Projekte interessant, die zuvor als technisch oder wirtschaftlich zu anspruchsvoll galten“, so Kowitz.

Stabilität nach dem Vorbild der Natur

Doch die Nutzung solcher Flächen bleibt weiterhin herausfordernd: Auf Deponien oder bei Kläranlagen verbietet sich beispielsweise oft das klassische Einrammen von Verankerungen, weil man die dort verlegten Abdichtungsfolien aus Sicherheitsgründen nicht durchdringen darf. Auch auf Agrarflächen im Rückbau oder in steilen Hanglagen stoßen konventionelle Rammen laut Kowitz an ihre Grenzen.

Wie lässt sich also auf solchen Flächen sinnvoll bauen? „Ein Blick in die Natur liefert eine simple, aber wirkungsvolle Lösungsmöglichkeit: Baumwurzeln schaffen Stabilität, indem sie sich schräg unter der Oberfläche verzweigen, ohne dabei tief in den Boden eindringen zu müssen“, sagt Kowitz. „Genau dieses Prinzip greifen modulare Unterkonstruktionen auf, die mit geringer Einbautiefe auskommen und dennoch unter Wind- und Schneelasten ausreichend Halt bieten.“ Unternehmen wie Niedax haben diese Idee in der Produktentwicklung aufgegriffen. Das Root-System von Niedax ist dieser Verankerung nachempfunden. Dazu treibt man Erdnägel schräg durch vier angeschweißte Hülsen am Fuß des Systems in den Boden.

Die effektive Einbautiefe liegt bei etwa 50 bis 80 Zentimetern, auf eine Ramme kann man laut Niedax verzichten. Die Montagezeit pro Verankerungspunkt soll im wenigen Minuten erledigt sein. Für den Dauereinsatz im Außenbereich setzt das System auf eine Zink-Magnesium-Beschichtung, die bei kleineren Beschädigungen eine schützende Patina ausbildet und damit einen nachträglichen Korrosionsschutz überflüssig machen soll.

PV-Potenziale auf Parkflächen

Neben klassischen Freiflächen rücken laut Kowitz auch versiegelte Parkflächen zunehmend in den Fokus. Denn mit über 300.000 größeren Parkplätzen in Deutschland gibt es noch viel ungenutztes PV-Potenzial. Die energiewirtschaftliche Leistung einer Überdachung dieser Parkflächen wird auf rund 59 Gigawattpeak beziffert – mehr als ein Viertel des bis 2030 anvisierten PV-Gesamtausbaus. Der Vorteil: Diese Flächen sind bereits versiegelt und stehen ohne Nutzungskonkurrenz mit Landwirtschaft oder Naturflächen zur Verfügung. Realisiert ist davon bislang jedoch nur ein Bruchteil.

Die Anforderungen an PV-Carports unterscheiden sich jedoch deutlich von denen klassischer Freiflächenanlagen. Neben Finanzierungs- und Genehmigungsfragen ist der Alltag auf einer Verkehrsfläche mitzudenken: Häufige Überfahrten, mögliche Kollisionsrisiken, ganzjährige Witterungsbelastung. „Entsprechend wichtig sind Konstruktionen, die Stellplatzbereiche möglichst frei von störenden Stützen halten“, sagt Kowitz.

Ein Beispiel dafür sind die Y- und L-Varianten von Niedax: Ein einzelner Tragpfosten beziehungsweise eine randseitig angeordnete Stütze schafft stützenarme Stellplatzbereiche. Die Y-Variante überspannt zwei gegenüberliegende Stellplätze, während die L-Variante am Rand eingesetzt wird und einen einzelnen Stellplatz abdeckt. Das vereinfacht das Aussteigen und Beladen und verringert die Anzahl der nötigen Fundamente. Pro Stellplatz lassen sich Leistungen von mehr als drei Kilowatt realisieren.

Auch die Ladeinfrastruktur lässt sich direkt in die Photovoltaik-Carport-Struktur einbinden. Wallboxen oder Schnellladesäulen muss man so nicht separat aufstellen. Sie entstehen baulich in einem Schritt mit der Überdachung. Betriebe mit wachsender E-Flotte verbinden so zwei Bausteine der Dekarbonisierung an einem Punkt – ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen.

Quelle: Niedax | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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