Wärmeversorgung Grasbrook: Enercity erhält Versorgungskonzession

Luftaufnahme der Fläche des geplanten Stadtteils Grasbrook mit Hafenanlagen und der Hamburger Stadtansicht im Hintergrund.Luftbild: Martin Elsen
Auf dem Grasbrook plant Enercity eine Wärmeversorgung mit mehr als 90 Prozent erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme. Der Start ist für 2031 vorgesehen.
Enercity will für die Wärmeversorgung Grasbrook von Beginn an mehr als 90 Prozent erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme einsetzen. Im Moldauhafenquartier soll die Wärmelieferung 2031 beginnen. Im Hafentorquartier starten Wärme- und Kälteversorgung nach den Plänen 2035.

Die HafenCity Hamburg GmbH hat die Dienstleistungskonzession für die Wärmeversorgung Grasbrook und die geplante Kälteversorgung nach einem europaweiten Vergabeverfahren vergeben. Den Zuschlag erhielt die enercity Contracting Nord GmbH. Das Unternehmen will den neuen Stadtteil an sein bestehendes Hamburger Wärmenetz anschließen und zusätzliche Erzeugungsanlagen errichten. Geplant sind rund 7,3 Kilometer Wärmeleitungen sowie etwa 1,8 Kilometer Kälteleitungen im Hafentorquartier.

Das bestehende Netz versorgt nach Unternehmensangaben bereits die östliche HafenCity und Rothenburgsort überwiegend mit industrieller Abwärme aus dem Werk der Aurubis AG. Der Anschluss soll die Versorgung ermöglichen, bevor die lokalen Erzeugungsanlagen im Grasbrook vollständig aufgebaut sind.

Wärmeversorgung Grasbrook kombiniert Abwärme und Wärmepumpen

Nach Unternehmensangaben sollen bereits zum Versorgungsstart mehr als 90 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme stammen. Bis 2040 soll dieser gemeinsame Anteil auf 100 Prozent steigen.

Zusätzlich plant Enercity regenerative Wärmeerzeugungsanlagen außerhalb und später auch innerhalb des neuen Stadtteils. Vorgesehen sind Großwärmepumpen zur Nutzung lokaler Wärmequellen. Die PM nennt Luft und gegebenenfalls Abwasser. Biomethan soll Bedarfsspitzen decken. Das Unternehmen will die Erzeugung modular ausbauen und an den tatsächlichen Wärme- und Kältebedarf anpassen. Weitere erneuerbare Wärmequellen sollen sich später einbinden lassen.

Kältenetz für das gewerblich geprägte Hafentorquartier

Im Moldauhafenquartier steht die Wärmeversorgung im Mittelpunkt. Für das stärker gewerblich geprägte Hafentorquartier plant Enercity zusätzlich eine netzgebundene Kälteversorgung. Als Energiequellen nennt das Unternehmen erneuerbare Energien und überschüssige Industrieabwärme.

Nach Unternehmensangaben soll die gemeinsame Infrastruktur den Bedarf an separaten Erzeugungsanlagen und entsprechenden Technikflächen in den Gebäuden verringern. Die Planung berücksichtigt dabei die unterschiedlichen Verbrauchsprofile von Wohnen und Gewerbe.

Erfahrungen mit industrieller Abwärme zur Kühlung hat Enercity nach eigenen Angaben bereits in der benachbarten HafenCity gesammelt. Im Präventionszentrum PREVIER nutzt eine Absorptionskälteanlage die Abwärme. Welche Kältetechnik im Grasbrook zum Einsatz kommen soll, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Netzausbau folgt der Entwicklung des Stadtteils

Die städtische HafenCity Hamburg entwickelt den Grasbrook auf ehemaligen Industrie- und Logistikflächen. Laut Mitteilung sollen auf dem rund 47 Hektar großen Gelände mindestens 3.000 Wohnungen und rund 16.000 Arbeitsplätze entstehen. Erste Bauvorhaben im Moldauhafenquartier können demnach ab Herbst 2028 starten.

Das Versorgungskonzept verbindet die Erweiterung eines bestehenden Abwärmenetzes mit dem schrittweisen Aufbau lokaler Erzeugungsanlagen. Der modulare Ausbau soll ermöglichen, die Infrastruktur an den wachsenden Bedarf des neuen Stadtteils anzupassen.

Quelle: Enercity AG | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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