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„Es wird nicht nur einfach wärmer“

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Im Alpenraum könnte die Temperatur bereits bis 2050 um weitere 1,5 Grad Celsius steigen. Foto: Hape Bolliger, Pixelio.de

Im gestern veröffentlichten Sonderbericht des Weltklimarats „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) haben Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zu den Folgen einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad zusammengetragen. Welche regionalen Folgen schon diese Erwärmung speziell für die Alpen hat, erforschen Experten am Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen.

„Der Klimawandel ist in den Alpen schon heute besonders deutlich sichtbar. Eisflächen und Gletscher gehen massiv zurück und ohne künstliche Beschneiung wird heute kein Skigebiet mehr betrieben“, sagt Harald Kunstmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT. Im alpinen Bereich macht sich die Temperaturerhöhung im Vergleich zum globalen Mittel viel stärker bemerkbar. Einzelne Temperaturzeitreihen in den bayerischen Alpen weisen beispielsweise eine Temperaturzunahme von über drei Grad Celsius in den letzten zehn Jahren auf. „Das zeigt, dass das regionale Klima sich noch weit schneller und extremer erwärmen kann, als es vom globalen Mittel her zu vermuten wäre“, so Kunstmann.

Kleinteilige Klimasimulationen
Kunstmann und seine Kollegen gehen auf Basis ihrer neuesten Klimasimulationen davon aus, dass sich, im Vergleich zu den vergangenen dreißig Jahren, im Alpenraum bereits bis 2050 die Temperatur um weitere 1,5 Grad Celsius erhöht. „Und wir dürfen nicht denken, dass es einfach nur wärmer wird. Auch der gesamte Wasserkreislauf verändert sich – verbunden mit veränderten Bedingungen für Wälder, Landwirtschaft und die Wasser- und Energiewirtschaft“, so Kunstmann. „Mit unseren neuesten Simulationen können wir mittlerweile sogar für einzelne Täler die erwartete Klimaänderung differenziert beschreiben. Aber bei allem wissenschaftlichen Fortschritt: Die bisherigen Bemühungen die Treibhausgase zu reduzieren sind weiterhin völlig unzureichend“, so Kunstmann.

09.10.2018 | Quelle: KIT | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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