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Studie: Dünnschicht-PV in Deutschland stark

Pilotlnie der Produktion für Perovskite-Zellen von Oxford PV in Brandenburg (Foto: Oxford PV)

Eine neue Studie von DIW Econ soll zeigen, dass Photovoltaik nicht nur die günstigste Stromerzeugungstechnologie ist, sondern auch einen signifikanten Teil der zukünftigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien abdecken wird. Die Studie belegt zudem die hohe Bedeutung der Solarenergie für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

So gibt es hierzulande zahlreiche „Hidden Champions“ im Bereich der Dünnschicht-Photovoltaik. Anders als kristallines Silizium, das von einer globalen Kommerzialisierung und einer Verlagerung der Wertschöpfungskette weg aus Deutschland betroffen war, besteht im Bereich Dünnschicht-Photovoltaik nach Aussage von Anselm Mattes, dem Autor der DIW Econ-Studie, immer noch eine florierende Wertschöpfungskette in Deutschland. Die Dünnschicht-Photovoltaik habe ihren Marktanteil in letzten 20 Jahren auf durchschnittlich 5 Prozent (international) bzw. 10 Prozent (in Deutschland) steigern können. Laut Studie besteht ein erhebliches Innovationspotenzial für Dünnschicht-Photovoltaik hierzulande.

„In Deutschland sind zahlreiche Weltmarktführer im Bereich Dünnschicht-Photovoltaik ansässig“, so Mattes: „Die Industrie trägt nicht nur zur deutschen Energiewende bei, sondern ermöglicht auch eine kostengünstige und umweltfreundliche globale Energiewende.“

Deutschlands Wertschöpfungskette im Bereich Dünnschicht-Photovoltaik sei robust und erstrecke sich mit mehr als 85 Unternehmen über das gesamte Land und über sämtliche Segmente, erklärt Mattes: von Forschung und Entwicklung über die Herstellung von Modulen und Ausrüstung bis hin zum Recycling. Die Studie zeigt auf, dass in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Innovation der Dünnschichttechnologie erzielt wurden, und sie analysiert die Wettbewerbsfähigkeit des Marktes. Zudem soll sie darlegen, dass Dünnschicht-Photovoltaik die kostengünstigste Photovoltaik-Technologie mit den geringsten nicht-subventionierten Stromgestehungskosten (LCOE) sei. Nicht zuletzt habe Dünnschicht-Photovoltaik im Vergleich zu anderen Solartechnologien einen geringen CO2-Fußabdruck.

„Um die Ziele der Energiewende in Deutschland und globaler Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, sind wir auf alle Innovationen angewiesen, die sich bei erneuerbaren Energien ergeben können“, sagt Andreas Wade, Präsident der internationalen Vereinigung PVThin: „Dünnschicht-Photovoltaik spielt hier eine wichtige Rolle vor dem Hintergrund der Effizienzverbesserungen und Kostensenkungen der letzten beiden Jahrzehnte. Die Kombination aus traditionellem kristallinem Silizium und fortschrittlichen Dünnschichttechnologien bietet eine einzigartige Chance für einen weiteren Quantensprung in Bezug auf Effizienzsteigerung und Kostensenkung bei Photovoltaik.“

Die Studie erläutert, dass neue Dünnschichttechnologien ein großes Potenzial für weitere technologische Entwicklungen und Kostensenkungen aufweisen. Ein Beweis für das Potenzial deutscher technologischer Fortschritte im Dünnschichtbereich ist aus Sicht von PVThin Oxford PV, ein Spin-Off der Oxford University. Das Unternehmen hat das ehemalige Bosch CISTech-Werk in Brandenburg an der Havel gekauft und wurde von der deutschen Ausgabe des MIT Technology Review zu den 50 innovativsten Unternehmen der Welt gekürt. Oxford PV hat eine Tandemlösung entwickelt, bei der die Perowskit-Technologie verwendet wird, die sich problemlos in Fertigungslinien für Silizium-Solarzellen und -module integrieren lässt.

„Mit unserer Perowskit-auf-Silizium-Technologie können wir die bisherigen Effizienzobergrenzen von Solarzellen durchbrechen und dadurch die Wirtschaftlichkeit der Silizium-Solartechnologie revolutionieren“, sagt Chris Case, Chief Technology Officer bei Oxford PV, „Was wir hier in Deutschland umsetzen, wird die Stromerzeugung aus Photovoltaik weltweit weiter vorantreiben.“

PVthin ist ein internationaler, gemeinnütziger Zusammenschluss von Unternehmen der Dünnschicht-Photovoltaikbranche. Diese Unternehmen stellen Produkte auf Basis von Chalcogenid, Chalcopyrit und Kesterit-Verbindungen wie Cadmiumtellurid (CdTe), Kupfer-Indium [Gallium] Selenid (CIS / CIGS) und Perowskit her. PVthin ist nach belgischem Recht als gemeinnütziger internationaler Verein eingetragen

DIW Econ ist ein Wirtschaftsanalyse- und Beratungsunternehmen und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Die komplette Studie sowie ihre Zusammenfassung ist hier zu finden: www.pvthin.org/diweconstudy


19.2.2019 | Quelle: DIW Econ / PVThin | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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