Solarwirtschaft: Solares Bauen wird zum Megatrend

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Die Nutzung der Solarenergie in Gebäuden gewinnt immer mehr an Bedeutung, so der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) anlässlich der Messe BAU 2007 in München (15. – 20. Januar 2007). Bereits im Jahr 2030 werde die Mehrzahl der Neubauten mit Solarenergie beheizt, so der BSW. Auch bei der Sanierung des Gebäudebestandes könne Solarwärme dann mehr als 70 Prozent des Energiebedarfs decken. Langfristig wird nach BSW-Einschätzung zudem rund ein Viertel des deutschen Strombedarfs aus Photovoltaikanlagen gedeckt, die in die Gebäudehülle integriert sind.
Im Mix mit anderen erneuerbaren Energien werde eine Vollversorgung mit heimisch verfügbaren Erneuerbaren Energien möglich. Nach Einschätzung des Schweizer Bankhauses Sarasin könnte künftig allein die Solarenergie zur Einsparung von rund einem Drittel der europäischen Ölimporte beitragen. „Als dezentrale Energiequelle sowie als Bau- und Gestaltungselement erfreut sich Solartechnik bei Bauherren und Architekten immer größerer Beliebtheit. Die BAU 2007 macht die Vision von vollständig solar versorgten Häusern greifbar und zeigt die Leistungsstärke und Innovationskraft deutscher Solarunternehmen im Bausektor“, sagt BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig. Führende Solarunternehmen sind dieses Jahr auf der Sonderausstellung SOLARHORIZONTE der Baubranchen-Leitmesse vertreten.

Vollständig solar beheizte Häuser bereits heute möglich
Nach BSW-Angaben kann der Wärmebedarf neuer Gebäude schon heute zu 100 Prozent mit Solarenergie gedeckt werden. Zur wirtschaftlich optimierten Wärmevollversorgung aus erneuerbaren Energiequellen werde im Neubau gerne auf eine Kombination von Solar- und Bioenergie zurückgegriffen. Auch im Gebäudebestand lasse sich bei intelligenter Planung schon jetzt eine erhebliche Betriebskostensenkung erzielen, so der BSW. Doch nicht nur die solaren Erträge – und damit die Einsparungen – werden höher, auch die Einsatzmöglichkeiten von Solarkomponenten steigen. „Solaranlagen lassen sich harmonisch in den Gebäudeentwurf integrieren und erfüllen alle Ansprüche an zeitgemäßes Baumaterial“, sagt der Architekt Peter Bachschuster. Ein von ihm zur BAU 07 vorgestelltes Bürogebäude in Ingolstadt kommt weitgehend ohne fossile Brennstoffe aus. Harmonisch in die Fassade integrierte Dünnschicht-Solarmodule aus Kupfer-Indium-Diselenid (CIS) sorgen für den kompletten Strombedarf der Wärmepumpen für das Kühlen und Heizen des Gebäudes.

Günstige Rahmenbedingungen für Solarstrom und Solarwärme
Die Markteinführung der Solarenergie wird in Deutschland durch attraktive und kalkulierbare staatliche Rahmenbedingungen begünstigt. Die Bundesregierung fördert die Solarwärme mit dem Marktanreizprogramm, das Anfang des Jahres noch einmal aufgestockt wurde. Der Betrieb von Solarstromanlagen ist durch die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierte Einspeisevergütung und Vorrangregelung wirtschaftlich attraktiv. Insgesamt sind in Deutschland bereits über eine Million Solaranlagen in Betrieb.
Auch in Europa wird die Bedeutung erneuerbarer Energien erkannt: Die EU-Kommission hatte jüngst einen Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 von 20 Prozent an der gesamten Energiebereitstellung empfohlen. „Wir sind zuversichtlich, dass Angela Merkel die EU-Ratspräsidentschaft nutzen wird, diese Zielsetzung auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen und durch sektorale Ziele zu unterfüttern. Wir werden sie bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen“, sagt Carsten Körnig.

Internet-Informationen zur Solarenergienutzung / Buchtipp:
· Weitere Informationen zur Gebäudeintegration von Solaranlagen für Bauherren und Architekten unter www.solarintegration.de
· Informationen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zur Einspeisevergütung für Solarstrom unter http://www.solarserver.de/eeg_verguetungssaetze.html
· Eine Übersicht der Fördermöglichkeiten für Techniken zur Erzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien (Solarthermie, Bioenergie, Geothermie) bietet der Solarserver unter http://www.solarserver.de/marktanreizprogramm.html
· Solarbuch des Jahres 2005: Solarstromanlagen für Altbau, Stadt und Landschaft. „Solar Design“: Photovoltaik für Altbau, Stadtraum, Landschaft / Photovoltaics for Old Buildings, Urban Space, Landscapes. Autorinnen: Ingrid Hermannsdörfer und Christine Rüb: http://www.solarserver.de/buecher/solarbuch_index.html
· Fachbeiträge über solar beheizte Häuser:
http://www.solarserver.de/solarmagazin/anlageaugust2006.html
und
http://www.solarserver.de/solarmagazin/anlagedezember2005.html

19.01.2007 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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