Bundespräsident fordert mehr Anstrengungen für den Klimaschutz

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Umweltschutz rechne sich auch wirtschaftlich, betonte Bundespräsident Horst Köhler, als er im Park des Schlosses Bellevue die „Woche der Umwelt“ eröffnete, die er gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) verantaltet: „Deutsche Umwelttechnik ist heute weltweit ein Verkaufsschlager und schafft in Deutschland viele Arbeitsplätze. Heute sind es bereits mehr als 1,5 Millionen.“
Köhler betonte, dass der steigende Ausstoß von Kohlendioxid das Klima verändere und die Lebensgrundlagen vieler Menschen bedrohe, wenn er weiter wie jetzt ungesteuert voranschreite. Dabei treffe der Klimawandel gerade jene Länder besonders nachteilig, die am wenigsten zu ihm beigetragen hätten und am wenigsten in der Lage seien, mit seinen Folgen fertig zu werden. Es müsse „entschlossen gegengesteuert“ werden, denn Klimaschutzmaßnahmen würden umso teurer, „je länger wir warten“, sagte Köhler. Dabei hätten die Hauptverantwortlichen für den Klimawandel, die Industrieländer, auch die größte Minderungslast zu tragen. Klimaschutz sei eine Sache des internationalen Gemeinwohls, die „mit Redlichkeit und auf gleicher Augenhöhe“ gelöst werden müsse – „am besten im Rahmen der Vereinten Nationen“, bezog der Bundespräsident zur aktuellen amerikanischen Position Stellung.

Emissionshandel: Emissionsrechte verknappen und Zertifikate versteigern
Ehrgeizige Klimaschutzziele seien nötig, sie müssten aber auch umgesetzt werden, so der Bundespräsident. In Deutschland werde das weitaus größere Anstrengungen verlangen, als bisher zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll unternommen worden seien. Eine „neue industrielle Revolution“ sei notwendig. Er sei aber überzeugt, sie werde kommen und eine massive Steigerung der Ressourcenproduktivität und Energieeffizienz sowie eine kohlendioxidärmere Lebensweise mit sich bringen. Der Emissionshandel etwa müsse nach den bislang eher ernüchternden Erfahrungen so umgestaltet werden, dass von ihm tatsächlich Impulse für eine Modernisierung der Stromversorgung und der industriellen Produktion ausgingen. Dabei erscheine ihm die deutliche Verknappung der Emissionsrechte „ebenso vernünftig wie die Überlegung, die Zertifikate künftig zu versteigern“.

Weinzierl: Nachhaltigkeit hat „nichts mit Askese und Verzicht zu tun“
Der DBU-Kuratoriumsvorsitzende Hubert Weinzierl zeigte sich „dankbar und stolz“, dass der Bundespräsident den Klimaschutz als Megathema bezeichnet und mit seiner Rede „ein historisches Zeichen gesetzt“ habe für einen behutsamer Umgang mit der Schöpfung. Er unterstrich, dass eine Änderung des Lebensstils verstärkt im Mittelpunkt stehen müsse. Dabei habe Nachhaltigkeit „nichts mit Askese und Verzicht“ zu tun, sondern mit „Lust auf Zukunft“. So könne die „gemeinsame Heimaterde lebenswert und zukunftsfähig erhalten“ werden.

Gabriel: Erneuerbare Energien eine „unglaubliche Erfolgsstory“
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verwies darauf, das 20 Prozent der weltweiten Umwelttechnik aus Deutschland kämen und die erneuerbaren Energien eine „unglaubliche Erfolgsstory“ vorzuweisen hätten, was sich in 200.000 neuen Arbeitsplätzen widerspiegle. Gabriel überreichte Köhler ein Exemplar des ersten Umwelttechnologie-Atlanten für Deutschland „GreenTech made in Germany“. Er informiert über umwelttechnologische Leitmärkte und ihre Potenziale sowie über Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Eine leistungsfähige Umweltbranche sei entscheidende Voraussetzung, um aktuelle Probleme wie Klimawandel oder Wasser- und Rohstoffknappheit zu lösen, betonte der Minister. Dazu sei vor allem neue Technologie erforderlich und weltweit zu nutzen.

09.06.2007 | Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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