Solarstrom in Entwicklungsländern: gegen Armut und Klimawandel

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Die fünften Gespräche am Runden Tisch, veranstaltet vom Europäischen Photovoltaik-Industrieverband EPIA, beschäftigten sich mit der Entwicklungshilfe der EU und speziell mit der Frage, wie die Photovoltaik wettbewerbsfähige, maßgeschneiderte und nachhaltige technologische Lösungen für die ländliche Elektrifizierung liefern kann. 1,6 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern haben keinen Zugang zum Stromnetz. Mit neuen Mitteln könnte die Entwicklungshilfe der EU dazu beitragen, diese Zahl rasch zu senken, betont die EPIA. Bislang hat sich die Solarstrom-Technologie dank aktiver Förderpolitik zugunsten erneuerbarer Energien in Europa weit entwickelt. Als Ergebnis dieses Fortschritts kann die Photovoltaik-Branche Ausrüstung, Fachwissen und Experten-Know-how auch der Dritten Welt zur Verfügung stellen, um die Elektrifizierung voranzutreiben.
Der Zugang zu Energie wurde als zentrales Aufgabenfeld der EU-Entwicklungspolitik definiert, damit die Armut in den Schwellen- und Entwicklungsländern bekämpft werden kann. Die EU-Kommission hat kürzlich Programme angestoßen, die Investitionen in nachhaltige Energieprojekte in Entwicklungsländern nach sich ziehen sollen, zum Beispiel COOPENER (Kooperation mit Drittstaaten/Entwicklungszusammenarbeit), das ACP-EU Energie-Kreditprogramm und den künftigen Fonds für Weltweite Energieeffizienz und erneuerbare Energien (Global Energy Efficiency and Renewable Energy Fund; GEEREF).

Photovoltaik ist eine der besten Techniken zur Stromversorgung in den ärmsten Ländern der Welt
Es sei jedoch noch immer unklar, wie viel Erfolg diese Programme bei der Finanzierung relativ kleiner Projekte zur ländlichen Elektrifizierung haben oder haben werden, erinnert die EPIA. “Die Photovoltaik hat sich als eine der besten Techniken erwiesen, um flexible und langfristige Lösungen zur Stromversorgung in den ärmsten Ländern der Welt möglich zu machen. Deshalb muss die EU sicherstellen, dass ihre Initiativen auch auf die richtigen Energiebedürfnisse abheben und eine angemessene Technologie zur nachhaltigen Stromproduktion zum Einsatz kommt. Ein wesentliches Kriterium hierfür ist die Unterstützung für kleine und mittlere Projekte wieder zu verstärken”, sagte EPIA-Vizepräsident Ernesto Macias, der auch Präsident des Bündnisses zur ländlichen Elektrifizierung ist.

Globale Energiepolitik für Photovoltaik und alle Erneuerbaren
Für die EPIA ist von zentraler Bedeutung, dass sich die EU auf politischer Ebene sowohl für Förderprogramme für erneuerbare Energien stark macht als auch gegen den Klimawandel. Was wir brauchen, ist eine globale Energiepolitik, die nicht nur die Photovoltaik einschließt, sondern alle Erneuerbaren”, fasst Macias zusammen. Die EPIA und die “Alliance for Rural electrification” drängen deshalb die EU-Kommission, das Potenzial und die Wirksamkeit photovoltaischer Lösungen in der Entwicklungspolitik angemessen einzubeziehen; Finanzierungshilfen für die ländliche Elektrifizierung bereitzustellen und nicht zuletzt auch auf die Politik in den Entwicklungsländern einzuwirken, damit günstige Rahmenbedingungen für die Erneuerbaren geschaffen werden.
“EPIA und das Bündnis zur ländlichen Elektrifizierung, schlagen – nicht nur als Vertreter der Photovoltaik, sondern der erneuerbaren Energien insgesamt – vor, den Dialog zwischen den EU-Institutionen und der PV-Branche zu intensivieren, um sicherzustellen, dass die Möglichkeiten der Solarstromtechnik in den Entwicklungsländern zur Armutsbekämpfung und gegen den Klimawandel in vollem Umfang genutzt werden”, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Vorträge des fünften Gesprächs am Runden Tisch sowie Videos zur ländlichen Elektrifizierung können heruntergeladen werden unter der Internetadresse http://www.epia.org/index.php?id=141.

12.11.2007 | Quelle: EPIA | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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