Neue EU-Richtlinie lässt Wachstumsschub für Solarwärme in Europa erwarten

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Die Solarthermie-Branche begrüßt die neue Richtlinie der EU-Kommission zur Förderung der erneuerbaren Energien, die am 23.01.2008 veröffentlicht wurde. Damit findet die Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien erstmals Eingang in die EU-Gesetzgebung. Der europäische Solarwärme-Industrieverband ESTIF lobt besonders die ordnungsrechtlichen Vorgaben zur für Neubauten und Gebäudesanierung, von denen die Solarwärme profitieren werde. Die EU-Mitgliedsstaaten seien nun gefordert, die jeweiligen Rahmenbedingungen für die Solarthermie zu verbessern, ohne auf die Umsetzung der Richtlinie zu warten. „Dieser Richtlinienentwurf lässt uns das neue Jahr mit noch größerer Zuversicht hinsichtlich des Wachstums der Solarthermie beginnen“, sagte ESTIF-Präsident Gerhard Rabensteiner.
„Zum ersten Mal bezweckt ein EU-Richtlinienentwurf ausdrücklich die Unterstützung aller erneuerbaren Energien einschließlich der solaren Heizung und Klimatisierung. Der Wettlauf, mit dem Ziele erreicht werden sollen, hat bereits begonnen und wir können dazu kräftig und mit niedrigen Kosten beitragen. Die Mitgliedsstaaten sollten ihre Förderbedingungen für die Solarthermie nun rasch verbessern und nicht warten, bis die Richtlinie beschlossen ist“, so Rabensteiner.

Solarthermie kann 20 Millionen Tonnen Erdöl ersetzen
50 % des Energieverbrauchs in Europa gehen auf das Konto der Heizung und Kühlung. Die meisten Solarwärme-Anlagen seien kleiner als die Grenzwerte für die in der Richtlinie vorgesehenen Ursprungszertifikate (Guarantees of Origin), doch die Solarthermie in die Millionen von Heizungs- und Kühlungssysteme in Europa einzubinden, könne große Mengen an Energie sparen, betont ESTIF. Im Jahr 2020 könnten Solar-Kollektoren einen jährlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten, der rund 20 Millionen Tonnen Erdöl (Mtoe) entspricht – und langfristig sogar noch mehr.
Bislang wurde die Solarwärme nicht von der EU-Gesetzgebung zur Förderung der erneuerbaren Energien unterstützt, die sich auf Strom und Biokraftstoffe beschränkte. Aus diesem Grund sei die politische Unterstützung unstetig und bruchstückhaft gewesen, betont ESTIF. Das habe dazu geführt, dass einige wenige Länder zu Solarwärme-Pionieren wurden, während viele andere noch in den Startlöchern zur Nutzung der Solarwärme-Option stünden. Die vollständige Einbindung der solaren Heizung und Kühlung in die nationalen Zielvorgaben sowie die durch die Richtlinie erforderlichen Aktionspläne begrüßt die Solarwärme-Branche ausdrücklich.
Der Richtlinienentwurf, der darauf abzielt, den bereits beschlossenen Anteil der erneuerbaren Energien von 20 % bis zum Jahr 2020 zu erreichen, enthält die Anforderung, Mindestvorgaben für den Beitrag der erneuerbaren Energien für allen neuen und sanierten Gebäuden festzusetzen. Das sei eine Maßnahme, die einige EU-Mitglieder und Regionen bereits zugunsten der Solarenergie umgesetzt hätten, betont ESTIF. Darüber hinaus sehe die Richtlinie Zertifikationsprogramme für die Installateure von Systemen zur Nutzung der erneuerbaren Energien vor, einschließlich der Solarwärmeanlagen. ESITF wird dazu Vorschläge ausarbeiten.
„ESTIF begrüßt diese Maßnahmen ganz besonders. Wir unterstützen die Marschrichtung der Richtlinie und hoffe, dass sie zügig umgesetzt wird, obwohl einige Änderungen im Detail nötig scheinen. Zum Beispiel hinsichtlich der Ausnahmeregelungen für Neubauten, der Qualitätsänforderungen oder mit Blick auf die Zertifizierung der Ausbildung“, sagte Raffaele Piria, Politik-Direktor der ESTIF.

Der Richtlinienentwurf ist in englischer Sprache veröffentlicht unter der Internetadresse ec.europa.eu/energy/climate_actions/doc/2008_res_directive_en.pdf
Der ESTIF-Solarwärme-Aktionsplan (26 S., englisch, PDF) kann im Internet heruntergeladen werden unter www.estif.org/STAP

24.01.2008 | Quelle: | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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