Bundesverband Solarwirtschaft: Nur sechs Prozent der Wohngebäude heizen mit Solarwärme

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Der Zubau umweltfreundlicher Solar-Heizungen hat sich 2007 verlangsamt, berichtet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in einer Pressemitteilung. Während die Nachfrage nach Solarstromanlagen (Photovoltaik) im vergangenen Jahr um 30 Prozent zugenommen hat, konnte das kräftige Vorjahreswachstum der Solarwärme (Solarthermie) nicht fortgesetzt werden. Nach Erhebungen des BSW-Solar war der Absatz von Solarheizungen 2007 rückläufig, die neu installierte Kollektorfläche sank um 37 Prozent. Rund 94.000 Solarthermie-Anlagen wurden im vergangenen Jahr in Deutschland installiert, gegenüber 140.000 Anlagen im Jahr 2006.
Insgesamt nutzen hierzulande mit über einer Million Haushalten sechs Prozent aller Wohngebäude die umweltfreundliche Wärme von der Sonne für warmes Wasser oder Raumwärme.

Vier Millionen alte Kessel heizen bares Geld durch den Schornstein
„Der Modernisierungsstau bei Heizungsanlagen hat auch bei Solaranlagen zu Zurückhaltung bei Kaufentscheidungen geführt“, kommentiert Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar. Dabei zeigten die Rekordölpreise in diesem Winter die dringende Notwendigkeit, auf alternative Energieformen zur Wärmegewinnung umzusteigen. Mehr als vier Millionen Heizkessel in Deutschland seien völlig veraltet und heizten bares Geld durch den Schornstein, so Körnig. Neben dem Einbruch der Binnennachfrage nach Heizkesseln sieht der Bundesverband Solarwirtschaft den Marktrückgang vor allem in Vorzieheffekten durch die Mehrwertsteuererhöhung sowie einem Rückgang im Neubaubereich begründet.
Solarwärme spielt eine wichtige Rolle zum Erreichen der Ausbauziele für erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung sowie für die Klimaschutzziele in der Europäischen Union. In ihrem Klima- und Energieprogramm hat die Bundesregierung daher den Weg eingeschlagen, erneuerbare Wärmetechnologien stärker auszubauen und dadurch einen wirksamen Beitrag zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes zu leisten. Ein regeneratives Wärmegesetz für den Neubau ist für 2009 geplant. Finanzielle Anreize durch das Marktanreizprogramm (MAP) sowie verbindliche ordnungsrechtliche Vorgaben sollen dabei zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen.

Stimmige Rahmenbedingungen für Solarwärme erforderlich
„Wir blicken für die Solarthermie-Branche verhalten optimistisch in das Jahr 2008“, sagt Carsten Körnig. „Zwar besteht aufgrund der Heizkostenexplosion ein großer Modernisierungsdruck, doch müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit die vollen Potenziale für Klimaschutz und Heizkostenreduktion ausgeschöpft werden können.“ Der BSW-Solar bewertet das Wärmegesetz zwar als einen Schritt in die richtige Richtung, sieht jedoch dringenden Nachbesserungsbedarf in drei Punkten: Erstens sei ein gesetzlicher Anspruch auf Solarförderung erforderlich, zweitens müsse sichergestellt werden, dass Investitionen in erneuerbare Energien zur Wärmegewinnung bei jedem Neubau zum Standard werden und drittens müssten strengere Grenzwerte für Abgas-Verluste veralteter Heizkessel festgelegt werden, um deren Austausch zu beschleunigen, betont der BSW-Solar.

Eigenheimbesitzer werden für Investitionen in Solarthermie doppelt belohnt
Bereits seit Jahresbeginn gelten verbesserte Förderkonditionen im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien. Für die Installation einer Solarheizung und die gleichzeitige Umsetzung von Energiesparmaßnahmen wird der Eigenheimbesitzer doppelt belohnt: Eine typische Solarheizung mit 15 Quadratmetern Kollektorfläche erhält bis zu 3.400 Euro Investitionszuschuss. Wer seine Heizung bis zum 30. Juni modernisiert, bekommt noch einen zusätzlichen Bonus: 750 Euro gibt es für den Ersatz eines alten Öl- oder Gaskessels bei gleichzeitigem Einbau einer Solaranlage.
Informationen zum Marktanreizprogramm unter http://www.solarserver.de/marktanreizprogramm.html

14.02.2008 | Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V. | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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