TU Berlin: Startschuss für Experimentalhaus mit regenerativer Energietechnik und Solarthermie

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Rund 300.000 Euro hat die Technische Universität Berlin aus eigenen Mitteln investiert, um ihren Studierenden mit einem neuen Experimentalgebäude qualitativ hochwertige und anschauliche Lehre zu bieten, so die Hochschule in einer Pressemitteilung. Am 30. September 2009 wird nach einiger Vorbereitungszeit auf dem TU-Südcampus der Grundstein für den Bau gelegt, der demonstrieren soll, wie sich zeitgemäße und funktionale Architektur mit dem neuesten Stand der Gebäude- und Klimatechnik verbinden lassen. In dem Haus aus Glas und Holz mit rund 130 Quadratmetern Grundfläche, die in einen Seminarraum und einen Technikraum aufgeteilt sind, sollen besondere Vorhaben zur regenerativen Energietechnik durchgeführt werden.
Gebäude hätten heute einen hohen Bedarf an Primärenergie, so die TU Berlin. Zunehmend seien somit die Entwicklung und der Einbau regenerativer Technologien gefragt, um zu heizen und zu klimatisieren. Mit dem Experimentalgebäude will die TU Berlin daher möglichst viele Varianten von Energiekonzepten erlebbar machen. Entsprechend sei das Haus technisch nicht auf ein bestimmtes Energiekonzept ausgerichtet, sondern es würden unterschiedliche Varianten integriert, um Vergleiche zu ermöglichen, heißt es in der Pressemitteilung der Universität. Insbesondere die Wärmeerzeugung und -verteilung sowie die klimatischen Auswirkungen der Fassadengestaltung oder auch lichttechnische und akustische Aspekte sollten veranschaulicht werden.

Ein Haus für die Lehre voll neuer Technik
Das Haus wird Sonnenkollektoren (Solarthermie) erhalten, Heiz- und Kühltechnik für Decken und Böden, austauschbare Fassaden mit verschiedenen Glasarten, einen automatischen Sonnenschutz, Lenksysteme für Tageslicht sowie ausgeklügelte Beleuchtungsmethoden. Geplant sind auch eine Wärmepumpe mit zwei je 100 Meter tief reichenden Erdsonden, ein Brennwertgerät sowie eine Adsorptionskälteanlage. Mehrere Unternehmen seien als Sponsoren gewonnen worden. Auch sie würden von der Forschung profitieren. Hier könnten sie ihre neuesten Entwicklungen und Prototypen testen lassen. Innen und auf dem Dach des Gebäudes soll außerdem modernste Messtechnik mit Zugang zum Internet installiert werden.

Beteiligung von Studierenden an der Planung
Bereits während der Planung und Errichtung wird das Projekt der Lehre zugute kommen, so die TU Berlin. Mit Studien- und Diplomarbeiten seien Studierende im Hauptstudium aus den Bereichen Architektur, Energie- und Prozesstechnik an den Planungen beteiligt. Koordiniert werde die Errichtung des Gebäudes von Dr.-Ing. Birgit Müller, der stellvertretenden Leiterin des Fachgebiets Heiz- und Raumlufttechnik, (Hermann-Rietschel-Institut) der TU Berlin, unterstützt von der Bauabteilung der TU Berlin. Zu verdanken sei die neue Errungenschaft für die TU-Lehre der Initiative “Offensive Wissen durch Lernen – OWL”. Im Jahr 2006 habe die TU Berlin dieses 10-Millionen-Euro-Programm aufgelegt und damit einen Wettbewerb für innovative, die Lehrsituation verbessernde Projekte angestoßen.

Architektin Gertraud Zwiens gewinnt Wettbewerb für Studierende
Mehr als 150 Projekte aus allen Bereichen der Lehre seien schließlich als förderungswürdig ausgewählt worden. Eines der größten davon sei das Experimentalgebäude gewesen. Zunächst sei daraufhin ein Realisierungswettbewerb unter den Studierenden ausgeschrieben worden, den die damals angehende Architektin Gertraud Zwiens für sich entscheiden konnte, heißt es in der Pressemitteilung. Ihr “C-Gebäude”, so die Jury damals, vereine die gestalterischen, technischen und konstruktiven Anforderungen durch ein einziges Gebäudeelement. Das umklammernde “C” sei architektonische Gestalt, Tragstruktur, Technikraum, Doppelboden, Montagefläche und Anstellwinkel für die Dachkollektoren in einem und funktioniere auch isoliert für sich.
Die Grundsteinlegung findet am Mittwoch, 30. September 2009 statt, um 14 Uhr an der TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, auf dem Parkgelände hinter dem Hauptgebäude (zwischen Ernst-Ruska-Haus und TU-Mensa).

26.09.2009 | Quelle: Technische Universität Berlin | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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