EPIA: EU-Finanzierungsinitiative für die Photovoltaik nicht ausreichend

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Die Europäische Kommission würdige zwar das große Potenzial der Solarstrom-Branche, berücksichtige aber die Interessen der Photovoltaik-Industrie bei Forschung, Entwicklung und Markteinführung nur unzureichend, kritisiert der Europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA in einer Pressemitteilung. Außerdem bestünden beträchtliche Unklarheiten hinsichtlich des Finanzierungsmodells. EPIA bezieht sich auf eine kürzlich veröffentlichte Erklärung der Kommission zur Finanzierung CO2-armer Technologien, die ein hohes Budget für die europäische Solarindustrie-Initiative inklusive Photovoltaik vorsehe, aber zu wenig auf die Herausforderungen eingehe, denen sich die europäische Photovoltaik-Industrie bis 2020 stellen müsse. Es seien dringend Technologie-Fahrpläne nötig, um die weitere Entwicklung zu bestimmen, heißt es in der Pressemitteilung.
“Es ist sehr erfreulich, dass die EU-Kommission ausdrücklich das große Potenzial der Solarstrom-Technologie anerkennt. Bis 2020 könnte Photovoltaik mehr als 12 Prozent des Strombedarfs der EU decken, vorausgesetzt, die richtigen Rahmenbedingungen werden geschaffen”, so EPIA-Generalsekretär Adel El Gammal. “Dennoch bedauern wir, dass die Erklärung den aktuellen Stand der Photovoltaik-Entwicklung nicht richtig reflektiert”, so Adel El Gammal weiter.

Die Photovoltaik entwickle sich sehr schnell, betont EPIA in der Pressemitteilung. Mit einem EU-Markt mit 4,5 Gigawatt Leistung im Jahr 2008 stehe die Photovoltaik für 19 Prozent der neu installierten Energieerzeugungskapazität in Europa. Schon im nächsten Jahr könne Solarstrom in einigen Regionen Europas im Wettbewerb mit dem Preis von Haushaltsstrom mithalten.

Zu starker Schwerpunkt auf langfristiger Forschung
Die europäische Initiative der Solarindustrie werde eine beträchtliche Kofinanzierung seitens der Industrie, der EU und ihren Mitgliedsstaaten benötigen, heißt es in der Pressemitteilung von EPIA. Es bestünden jedoch noch viele Unklarheiten über den jeweiligen Anteil und die Höhe der Finanzierung, die vom öffentlichen Sektor zu erwarten sei. Im derzeitigen Kontext der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Vermeidung von Risiken sei es wichtig, private Investitionen und die Risikoteilung mittels großer öffentlicher Finanzierungsbeteiligungen sowie einer angemessenen Sicherung durch Industrie-Rahmenrichtlinien anzuregen, so EPIA. Die Europäische Kommission setze den Schwerpunkt zu stark auf die langfristige Forschung und sollte eher den Bedarf einer beschleunigten Entwicklung der bestehenden wirtschaftlichen und annähernd wirtschaftlichen PV-Technologien erkennen. Die langfristige Forschung sollte mit anderen Instrumenten parallel vorangetrieben werden.

1,4 Millionen Arbeitsplätze in Europa durch schnellere Photovoltaik-Entwicklung
Außerdem sei die Photovoltaik-Integration in das Stromnetz sowie in Städten und Gebäuden wichtig, heißt es in der Pressemitteilung von EPIA. Die neue Initiative “Smart cities” sei hoch willkommen, allerdings sollte sie nicht nur Energieeffizienz-Maßnahmen fördern, sondern auch die Schlüsselrolle der erneuerbaren Energien bei der Reduzierung der CO2-Bilanz der Städte berücksichtigen. Photovoltaik werde bei der raschen Entwicklung von “grünen” Gebäuden und Elektroautos eine Schlüsselrolle spielen. In der kürzlich von EPIA veröffentlichten Studie “SET For 2020” sei der Verband zu dem Schluss gekommen, dass durch die Förderung der PV-Entwicklung hin zu einer 12 %-Deckung des EU-Strombedarfs bis 2020 rund 1,4 Millionen Arbeitsplätze in Europa geschaffen und hunderte Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden können.

12.10.2009 | Quelle: European Photovoltaic Industry Association (EPIA) | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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