US-Marktforscher Gartner rechnet mit starkem Wachstum der indischen Photovoltaik-Industrie

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Das US-Forschungs- und Beratungsunternehmen für Informationstechnologien Gartner Inc. (Stamford, Connecticut) veröffentlichte am 19.10.2009 eine Analyse der kürzlich gemachten Ankündigungen von Unternehmen über geplante Aktivitäten in Indien. Diese Ankündigungen bestätigen laut Gartner Prognosen, dass in den kommenden zwei Jahren mit einem kräftigen Ausbau der Photovoltaik-Produktion in Indien zu rechnen ist. KSK Surya Photovoltaic Venture Private Ltd. (KSK Surya) habe beispielsweise kürzlich angekündigt, dass es mit Applied Materials (Santa Clara, Kalifornien) einen Vertrag über den Kauf von zwei “SunFab”-Produktionslinien für Dünnschicht-Photovoltaikmodule unterzeichnet habe. Das Vertragsvolumen wird auf 500 Millionen US-Dollar (334 Millionen Euro) geschätzt; die Solar-Fabrik von KSK Surya soll nach Fertigstellung eine jährliche Produktionskapazität von 150 Megawatt (MW) haben.
Außerdem habe das indische Unternehmen Solar Semiconductor jüngst mit der ersten Phase einer Photovoltaik-Fertigung begonnnen, nachdem es über mehrere Jahre laufende Kaufverträge über mono- und multikristalline Solarzellen mit Q-Cells und Bosch Solar Energy geschlossen habe, mit denen Photovoltaik-Module in der Fabrik in Indien hergestellt werden sollen. Schließlich seien Tata BP Solar und North Delhi Power Ltd. (NDPL) eine Partnerschaft zum Bau von Solar-Kraftwerken in Delhi eingegangen.

Regierung plant und fördert 20 Gigawatt bis 2012
Als Treiber des in Indien erwarteten Produktionswachstums von Solarzellen und -Modulen wertet Gartner das 19 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro) schwere Förderprogramm “National Solar Mission” der indischen Regierung, das bis 2020 eine installierte Solarstrom-Kapazität von 20 Gigawatt (GW) vorsieht. Das in drei Schritten geplante Programm zielt bis 2012 auf eine Solarstrom-Kapazität von 1 – 1,5 GW, auf 6 – 7 GW bis 2017, und die komplette Umsetzung bis 2020. Die meisten Hersteller, die eine Photovoltaik-Produktion in Indien aufbauen, wollen laut Gartner den deutschen Photovoltaik-Markt bedienen. Die angekündigten Vorschriften für den Anschluss von Solaranlagen an das Stromnetz und eine wachsende Inlandsnachfrage böten jedoch auch gute Chamcen für Photovoltaik-Produzenten in Indien. Gartner berichtet, dass in Indien an ungefähr 250-300 Tagen pro Jahr die Sonne scheint, was ein riesiges Potenzial eröffne. Unter Berücksichtigung der in Indien bisher begrenzten Erschließung dieser Ressource rechnet Gartner damit, dass weltweit aktive Solar-Produzenten und ihre Zulieferer in den schnell wachsenden indischen Markt investieren werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Trend auch 2010 andauern wird, wenn mehr und mehr globale Solar-Hersteller Fabriken in Indien bauen werden.

23.10.2009 | Quelle: Gartner Inc., Ganesh Ramamoorthy | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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