Photovoltaik in Indien: LANCO soll Bescheinigungen für die Förderung von PV-Kraftwerken im Rahmen des staatlichen Förderprogramms JNNSM erschlichen haben

Derzeit untersuchen indische Behörden die Geschäftspraktiken von LANCO Infratech Ltd. (Gurgaon, Indien). Laut Bridge to India (Neu-Delhi, Indien) werden LANCO und sieben Schein-Unternehmen verdächtigt, sich mit betrügerischen Methoden Bescheinigungen zur Inbetriebnahme von Photovoltaik-Kraftwerken erschlichen zu haben, um Fördermittel zu erhalten.Die Rajasthan Renewable Energy Corporation Ltd. (RREC, Jaipur, Indien) bescheinigte den…

“Dieser Vorfall zeigt die fehlerhafte Umsetzung der JNNSM”, so Bridge to India. “Sie enthält keine wirksamen Prüfmechanismen für teilnehmende Unternehmen.”

“Es fehlen geeignete Überwachungsmechanismen seitens des staatlichen Energieunternehmens NTPC Vidyut Vyapar Nigam (NVVN) für die Fertigstellung der durch die JNNSM geförderten Projekte und für die Gültigkeit der entsprechenden Bescheinigungen. Mitarbeiter von NVVN haben eingeräumt, Bescheinigungen von der RREC übernommen zu haben, ohne sie zu überprüfen.”

Indische Regierung wird sich im April 2012 zu den Vorwürfen äußern

Nachdem RREC gemerkt habe, dass die Anlagen noch nicht fertig waren, habe es andere Behörden informiert, dass die Zertifikate die Fertigstellung nur teilweise bestätigen würden. Das indische Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien (MNRE) hat einen Ausschuss eingesetzt, der alle Solar-Anlagen des Landes überprüfen soll. NVVN hat bereits Strafen an drei der sieben Unternehmen verhängt.

Das MNRE, das Stromministerium und das Ministerium für Unternehmensangelegenheiten wollen Ende April 2012 einen Bericht über den Vorwurf der erschlichenen Bescheinigungen vorlegen.

Außerdem hat NVVN vor kurzem Bankbürgschaften für 14 Projektentwickler eingezogen, die die Frist versäumt haben sollen. Darunter ist auch LANCO. Die Unternehmen haben nun zwei Monate Zeit, um die Anlagen fertig zu stellen. Ansonsten verlieren sie weitere Bankbürgschaften.

LANCO wird beschuldigt, die Richtlinien der JNNSM manipuliert zu haben

Der Vorfall ist der jüngste Vorwurf gegenüber LANCO. Das Zentrum für Wissenschaft und Umwelt (Center for Science and Environment, Neu-Delhi, Indien) untersucht bereits LANCOs Beteiligung an den Unternehmen. Laut dem Zentrum verletze dies die Regel des JNNSM, dass nur ein Projekt pro Bewerber zugelassen werden darf.

Das Institut behauptet, durch die Gründung der Unternehmen, die als „Strohmänner“ dienen, sei es LANCO möglich gewesen, Anlagen mit 235 Megawatt aus der ersten Runde von Phase 1 des JNNSM genehmigen zu lassen. Das sind, gemessen an ihrer Leistung, 40 Prozent aller geförderten Anlagen.

27.03.2012 | Quelle: Bridge to India; Foto: Indisches Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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