Innovativer Energiespeicher: RWE startet Power-to-Gas-Anlage mit hohem Nutzungsgrad

RWE hat am 17.08.2015 eine Power-to-Gas-Anlage in Ibbenbüren in Betrieb genommen. Sie ist Teil einer erstmalig verwendeten Systemlösung, welche die örtliche Strom-, Erdgas- und Fernwärme-Versorgung effizient miteinander verbindet.

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Quellen wird dabei in Wasserstoff umgewandelt und im Erdgasnetz gespeichert. Später kann er dann für die Stromproduktion eingesetzt werden. Das Verfahren gilt als eine der Schlüsseltechnologien für die künftige Energieversorgung.
"Die Möglichkeit, überschüssigen Öko-Strom hier vor Ort zu speichern und später zu nutzen, ist eine innovative und technologische Spitzenleistung. Das Verfahren hat das Potenzial, eine zentrale Rolle für die Energiewende einzunehmen", sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Power to Gas-Technologie kann auf schwankende Einspeisung unmittelbar reagieren
"Energiespeicher werden ein unverzichtbares Element unseres künftigen Stromsystems, in dem nach den Plänen der Bundesregierung in 15 Jahren bereits 50 Prozent des Bedarfs mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden soll – das ist fast doppelt so viel wie gegenwärtig. Unser Stromnetz wird dann noch mehr leisten müssen als bisher. Eine beispielhafte Lösung für diese Rahmenbedingungen wird die Power to Gas-Technologie sein. Sie macht es möglich, auf die schwankende Einspeisung unmittelbar reagieren zu können", ergänzte Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland.
"Der Vorteil dieser Art der Stromspeicherung ist die enorme Infrastruktur, die das Erdgasnetz bereits heute bietet – große Speicherkapazitäten und ein leistungsfähiges Netz. Damit nicht genug: Mit einem Nutzungsgrad von 86 Prozent steht hier in Ibbenbüren die effizienteste Power to Gas-Anlage in Deutschland", betont RWE-Technikvorstand. Dr. Joachim Schneider.

Elektrolyseur hat die Größe eines Schiffscontainers
Zentrales Element der Power to Gas-Anlage ist ein Elektrolyseur in der Größe eines Schiffscontainers, der von dem britischen Unternehmen ITM Power gebaut wurde. Er wandelt nicht unmittelbar benötigten Strom aus Photovoltaik oder Windkraft in Wasserstoff um, der anschließend über eine Gasdruckregelstation dem Erdgasnetz beigemischt wird. Hierbei wird zudem die Abwärme des Elektrolyseurs eingesetzt.
In Zeiten niedriger regenerativer Stromproduktion werden die zuvor eingelagerten Erdgasmengen dem Erdgasspeicher wieder entnommen und in einem Blockheizkraftwerk am RWE-Fernwärmenetz in Ibbenbüren zur Stromerzeugung eingesetzt. Die hierbei praktizierte Kraft-Wärme-Kopplung führe zu einer deutlich verbesserten Energieausnutzung, betont RWE. Die Power to Gas-Anlage in Ibbenbüren hat eine elektrische Nennleistung von 150 Kilowatt und erzeugt den Wasserstoff mit einem Druck von 14 bar.
 
17.08.2015 | Quelle: RWE | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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