Photovoltaik-Markt im ersten Halbjahr 2026: Immer größere Solarparks und mehr Großbatteriespeicher
Grafik: EWSDer PV-Großhändler EWS hat den Photovoltaik-Markt im ersten Halbjahr 2026 analysiert und kommt zu einer zweigeteilten Bilanz. Immer größere Photovoltaik-Freiflächenanlagen stabilisieren die Marktentwicklung in Deutschland. Doch die Anzahl installierter Photovoltaik-Anlagen verzeichnet einen massiven Einbruch, vor allem im Aufdachbereich. Die installierte Gesamtleistung bleibt mit 7,4 GW dank großer Solarpark-Projekte aber auf einem vergleichsweise hohen Niveau. So hatte die Bundesnetzagentur für den Juni einen Photovoltaik-Zubau von knapp 1,3 GW gemeldet.
Die rückläufige Entwicklung betrifft vor allem die Photovoltaik-Anlagensegmente bis 750 kW Leistung. Über alle Größenklassen hinweg hat das Marktdatenstammregister 2026 bislang rund 388.000 Anlagen registriert. Das sind 18 % weniger als im Vorjahr und sogar knapp ein Drittel weniger als 2024. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang bei gewerblichen PV-Anlagen zwischen 100 und 750 kW mit einem Minus von 48 % sowie bei Solaranlagen zwischen 30 und 100 kW. In diesem Segment beträgt das Minus 39 %. Anders stellt sich die Situation im Projektgeschäft dar. Bei Anlagen mit mehr als 750 kWp blieb die Zahl der registrierten Solarpark-Projekte mit 891 Photovoltaik-Anlagen nahezu auf Vorjahresniveau.
Die durchschnittlichen PV-Anlagengrößen haben sich nach der EWS-Auswertung in den meisten Marktsegmenten nur geringfügig verändert. Eine deutliche Ausnahme bildet jedoch das Großanlagensegment oberhalb von 750 kW. Dort sind die 2026 neu registrierten Photovoltaik-Anlagen im Durchschnitt rund ein Viertel größer als noch im Vorjahr.
Immer mehr Großbatteriespeicher in Deutschland
Der Zubau von Batteriespeicher wächst. Dass der Zubau deutlich über dem Mai 2026 und Juni 2025 liegt, ist den Großspeichern über 750 kWh zu verdanken, die den Löwenanteil des Juni-Werts ausmachen. Deren Registrierungen im ersten Halnjahr 2026 sind 161 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch im Segment der C&I-Batteriespeicher (100 bis 750 kWh) steigt die Zahl der registrierten Anlagen deutlich an: Nach einem Plus von 69 % im ersten Halbjahr 2025 wird für 2026 ein weiterer Zuwachs von 48 % erreicht.
Neben der Anzahl wächst auch die durchschnittliche Speichergröße. Im C&I-Bereich erhöht sich die installierte Kapazität pro Speicher von 193 kWh auf 246 kWh und liegt damit 2026 rund 28 % über dem Vorjahreswert. Im Utility-Segment steigt die durchschnittliche Speichergröße sogar auf über 17 MWh pro Anlage (2025: 13,9 MWh).
Regionale Photovoltaik-Installationsbetriebe dominieren den Markt
Die Photovoltaik-Branche verfügt laut EWS über innovative Konzepte und technische Lösungen für dynamische Stromtarife, neue Modelle der Direktvermarktung, stärkere Sektorenkopplung sowie intelligentes Energiemanagement – dies habe die diesjährige Intersolar gezeigt. Doch für Investitionen fehlt weiterhin die notwendige Planungssicherheit.
Trotz des schwierigen Marktumfelds gibt es laut EWS aber auch positive Signale für das PV-Handwerk. Eine Studie des Europäischen Solarmonitors zeigt, dass lokale und regionale Photovoltaik-Installationsbetriebe weiterhin eine dominante Rolle im Markt spielen. Die vielfach diskutierte Übermacht großer Photovoltaik-Anbieter bestätigt sich demnach nicht. Selbst die größten Unternehmen erreichen vergleichsweise geringe Marktanteile, die Mehrheit der PV-Anlagen wird weiterhin von regionalen Solar-Profis geplant und installiert. Als entscheidender Erfolgsfaktor gelten die lokale Präsenz, Kundennähe sowie das notwendige Vertrauen bei Planung, Installation und Service.
„Wir dürfen als Branche nicht vergessen, dass die Akzeptanz von Photovoltaik in der Gesellschaft die wichtigste Grundlage der Energiewende ist“, sagt EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm. „Der politisch verstärkte Trend zu Freiflächenanlagen, extrem dominante Online-Player mit zweifelhaftem Ruf, ein erstarkender Selbstbau-Markt und nicht zuletzt das politische Getöse rund um Netzengpässe gefährden das Image unseres Produkts. Die Ergebnisse des Solarmonitors verdeutlichen, dass eine von kompetenten Fachhandwerkern mit lokalen Ansprechpersonen gebaute PV-Anlage die Zufriedenheit des Endkunden am nachhaltigsten sicherstellt.“
Quelle: EWS | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH