IEA: Photovoltaik überholt 2026 weltweit die Windenergie

Die Illustration zeigt ein oranges Auto an einer Wallbox eines weiß-grauen Einfamilienhauses, im Hintergrund zwei Windkraftanlagen und drei Photovoltaikmodule, in der Ferne eine angedeutete Großstadtszenerie mit Hochhäusern.Grafik: petovarga / stock.adobe.com
Industrie, Elektromobilität und der Ausbau erneuerbarer Energien treiben den weltweiten Stromverbrauch nach Einschätzung der IEA in den kommenden Jahren weiter an.
Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass erneuerbare Energien bereits 2026 weltweit mehr Strom erzeugen als Kohlekraftwerke. Die Photovoltaik führt dieses Wachstum an und soll im kommenden Jahr die Windenergie als zweitgrößte erneuerbare Stromquelle nach der Wasserkraft überholen.

Wie aus dem nun veröffentlichten Electricity Mid-Year Update hervorgeht, wächst die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2026 um mehr als acht Prozent. Ihr Anteil an der globalen Stromerzeugung steigt so von 33 Prozent im Jahr 2025 auf 37 Prozent im Jahr 2027. Besonders dynamisch entwickelt sich die Photovoltaik.

Die IEA erwartet, dass Solarstrom bereits 2026 die Windenergie überholt und hinter der Wasserkraft zur zweitgrößten erneuerbaren Stromquelle aufsteigt. Die weltweite Solarstromerzeugung soll im kommenden Jahr um rund 600 Terawattstunden wachsen und damit den Rekordzuwachs von 2025 wiederholen. Für 2027 prognostiziert die Agentur eine ähnlich starke Entwicklung.

Weltweiter Stromverbrauch wächst weiter

Parallel dazu steigt auch der weltweite Strombedarf. Nach Einschätzung der IEA wächst der Stromverbrauch 2026 um 3,6 Prozent und 2027 um weitere 3,8 Prozent, nachdem er 2025 um drei Prozent zulegte. Haupttreiber bleiben Industrie, Klimatisierung, Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und der zunehmende Einsatz elektrischer Geräte.

In den großen Volkswirtschaften erwartet die IEA kräftige Zuwächse. Für China prognostiziert sie 2026 ein Nachfragewachstum von 5,5 Prozent, für Indien sieben Prozent. In den USA und der Europäischen Union soll der Stromverbrauch jeweils um knapp zwei Prozent steigen.

LNG-Krise erhöht Bedeutung von Speichern

Die Störungen der LNG-Lieferketten infolge des Konflikts im Nahen Osten haben nach Angaben der IEA die Erdgaspreise in Europa und Asien auf den höchsten Stand seit der Energiekrise 2022/2023 steigen lassen. In mehreren Ländern führte dies zu einer verstärkten Nutzung von Kohlekraftwerken. Gleichzeitig habe der Ausbau erneuerbarer Energien dazu beigetragen, die Stromversorgung breiter aufzustellen und die Auswirkungen der Gaskrise abzufedern.

Mit dem steigenden Anteil von Wind- und Solarstrom beobachtet die IEA zudem häufiger negative Großhandelsstrompreise. Ursache sei eine unzureichende Flexibilität der Stromsysteme. Deshalb gewännen Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage weiter an Bedeutung, um Angebot und Nachfrage auszugleichen.

Flexibilität wird zum zentralen Baustein der Energiewende

Die IEA macht deutlich, dass der weltweite Ausbau der Photovoltaik ungebremst anhält. Mit der zunehmenden Einspeisung von Solarstrom rücken jedoch Speicher und andere Flexibilitätsoptionen stärker in den Mittelpunkt, um die Integration erneuerbarer Energien in die Stromsysteme zu sichern.

Quelle: International Energy Agency | www.solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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