Bayerische Wirtschaft fordert Systemwechsel bei der EEG-Umlage

Die bayerische Wirtschaft spricht sich für eine Strompreisbremse aus, um die zunehmenden Standortnachteile durch die EEG-Umlage zu begrenzen.

Eine am 09.12.2016 vorgestellte Studie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) und des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) schlägt dafür eine Reform der EEG-Umlage sowie deren Senkung unter zwei Cent je Kilowattstunde vor.
„Die EEG-Umlage steigt zum Jahreswechsel auf 6,88 Cent und belastet die bayerischen Unternehmen allein 2017 mit Kosten von rund drei Milliarden Euro“, begründet BIHK-Chef Peter Driessen den Vorstoß.
„Wettbewerbsfähige Energiekosten sind vor allem für die Industriebetriebe im Freistaat überlebenswichtig. Ein Systemwechsel bei der EEG-Umlage ist dringend notwendig, um den Standort Bayern langfristig zu sichern und den schleichenden Abwanderungsprozess der Industrie aufzuhalten.“ Mit der Senkung der EEG-Umlage unter zwei Cent wären die Wettbewerbsnachteile Bayerns zumindest gegenüber der europäischen Konkurrenz beseitigt, so Driessen.

Reduzierung der EEG-Umlage in drei Stufen vorgeschlagen
Die Studie rechnet verschiedene Optionen durch, darunter eine Anrechnung der Stromsteuer oder die Ausweitung der EEG-Umlage mit einem CO2-Faktor für alle fossilen Energieträger. Unterm Strich spricht sich die bayerische Wirtschaft für eine Reduzierung der EEG-Umlage in drei Stufen aus: Als erster Schritt bis Ende des Jahres könnte der Streckungsfonds stehen, der auch Mitte Oktober von der bayerischen Staatsregierung vorgeschlagen wurde: Durch kreditfinanzierte Zuschüsse aus einem staatlichen Fonds soll damit die EEG-Umlage auf einem Niveau von 6,5 Cent gedeckelt werden.
Danach könnte die EEG-Umlage auf andere Energiesektoren ausgeweitet werden, etwa auf Heizenergie, um alternative Einnahmequellen für das EEG-Umlagekonto zu erschließen. Aus Sicht der Wirtschaft wäre eine solche Regelung energiepolitisch sinnvoll, da es in der energetischen Sanierung von Gebäuden noch große Effizienzpotenziale gebe und so zudem der Verbrauch von fossilen Heizenergieträgern wie Öl und Gas reduziert werde. Als dritte Komponente wäre laut der bayerischen Wirtschaft eine gleichzeitige Senkung der Stromsteuer notwendig.
„Unsere heutige Gesellschaft will die Energiewende vorantreiben, die nachfolgenden Generationen werden hoffentlich von ihr profitieren können. Daher brauchen wir ein langfristig tragfähiges Finanzierungsmodell für den Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagt VBEW-Geschäftsführer Detlef Fischer.
Die BIHK-Studie „Alternative Finanzierung des EEG-Umlagekontos“ ist unter www.bihk.de erhältlich.

12.12.2016 | Quelle: BIHK | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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