Bundesnetzagentur: Marktkonsultation zur Regulierung von Wasserstoffnetzen

Zu sehen sind Erdgasleitungen. Die Regulierung von Wasserstoffnetzen steht noch aus.Foto: fefufoto - stock.adobe.com
Bislang ist Wasserstoff nur als Beimengung in Erdgasnetzen erfasst.
Wasserstoffnetze sind derzeit grundsätzlich nicht von der Regulierung nach dem Energiewirtschaftsgesetz erfasst. Die Bundesnetzagentur hat jetzt eine Marktkonsultation eingeleitet: Es geht darum, ob, wann und in welchem Umfang Wasserstoffnetze zukünftig reguliert werden könnten.

Die Bundesnetzagentur hat heute eine Marktkonsultation zur Regulierung von Wasserstoffnetzen eingeleitet. In einer Bestandsaufnahme zeigt sie den aktuellen regulatorischen Rahmen für Wasserstoffnetze und analysiert ausgehend von möglichen Entwicklungspfaden, ob Wasserstoffnetze zukünftig reguliert werden sollten. Ein begleitender Fragebogen dient der Strukturierung der Konsultation.

Mit dem Dokument zur Bestandsaufnahme gibt die Bundesnetzagentur dieser neuen Diskussion eine Grundlage. Die Konsultationsfragen richten sich an bestehende und potentielle Marktakteure, Netzbetreiber, Verbraucher, Wissenschaft und weitere interessierte Kreise. „Wir haben im Rahmen der Bestandsaufnahme einige zentrale Fragen identifiziert und freuen uns nun auf die Rückmeldungen des Marktes“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. 

Wasserstoff ist vieldiskutiertes Thema

Wasserstoff ist im Rahmen des Dialogprozesses Gas 2030 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der anknüpfenden Nationalen Strategie Wasserstoff zu einem zentralen energiepolitischen Thema geworden. Aufgrund konkreter Anfragen aus dem Markt zu einzelnen Projekten sowie der Tatsache, dass der Szenariorahmen für den Netzentwicklungsplan Gas 2020 – 2030 zum ersten Mal sogenannte Grüngas-Projekte als Eingangsgrößen für die Netzmodellierung aufführt, hat sich die Bundesnetzagentur mit diversen regulatorischen Fragestellungen auseinandergesetzt.

Daher sind Regulierungsfragen sowohl aus Sicht von Verbrauchern, als auch aus Sicht von Investoren, die auf sichere Rahmenbedingungen für Investitionen in die Wasserstoffinfrastruktur bauen, von entscheidender Wichtigkeit.

Regulierung von Wasserstoffnetzen

Aufgabe der Bundesnetzagentur ist es, sich mit den regulatorischen Aspekten einer Ausweitung der Nutzung von Wasserstoff zu beschäftigen. In der Bestandsaufnahme zeigt die Bundesnetzagentur den aktuellen regulatorischen Rahmen für Wasserstoffnetze auf und analysiert mögliche Entwicklungspfade und Optionen, ob, wann und in welchem Umfang Wasserstoffnetze zukünftig reguliert werden könnten.

Nach Auffassung der Bundesnetzagentur erfasst die Regulierung nach dem Energiewirtschaftsgesetz Wasserstoffnetze derzeit grundsätzlich nicht. Es gibt lediglich Regelungen für die Einspeisung als Zusatzgas in Erdgasnetze (sog. Beimischung). Tendenziell bejaht die Behörde die Grundsatzfrage der Regulierung mittel- bis langfristig dann, wenn dieser Energieträger über die bestehenden Inselnetze hinaus substantiell zur öffentlichen Versorgung beitragen soll und die Wettbewerbssituation mit der in den heute nach Energiewirtschaftsgesetz regulierten Netzbereichen vergleichbar ist.

Der Markt hat mit der Veröffentlichung die Möglichkeit zu den angesprochenen Fragen, aber auch zur Einschätzung der Bundesnetzagentur, Stellung zu nehmen. Die Behörde berücksichtigt alle Einsendungen, die bis zum 4. September 2020 eingehen. Die Konsultationsfragen, die Bestandsaufnahme und ein Begleitschreiben des BMWi zum Thema Regulierung von Wasserstoffnetzen sind auf der Internetseite der Bundesnetzagentur zu finden.

13.7.2020 | Quelle: Bundesnetzagentur | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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