Wasserstoff: Sunfire übernimmt Elektrolyseur-Produzent IHT

Firmengelände mit BäumenFoto: Sunfire
Sunfire aus Dresden wächst im Elektrolyse-Geschäft.
Der Dresdner Wasserstoff-Spezialist Sunfire hat die Schweizer Firma IHT Industrie Haute Technology übernommen. Die Firma mit Sitz in Monthey ist auf die alkalische Druck-Wasserelektrolyse spezialisiert.

Das auf Wasserstoff und Elektrolyse spezialisierte Unternehmen Sunfire verstärkt sich mit der Schweizer IHT Industrie Haute Technology SA. Im Rahmen der Akquisition hat Sunfire 100 Prozent der Anteile von IHT übernommen, teilten die Dresdner mit. Der Unternehmensstandort Monthey in der Schweiz bleibt weiterhin bestehen und wird eine wichtige Rolle für die Produktion der Stacks, der Hauptkomponenten der alkalischen Druck-Elektrolyseure, einnehmen. IHT hat bereits Elektrolyse-Anlagen mit einer Kapazität von insgesamt 240 MW in den Betrieb genommen – dies entspricht einer Wasserstoffproduktion von mehr als 50.000 Nm3/h. Dieses Jahr wird das Unternehmen Europas größten Single-Stack-Alkali-Druck-Elektrolyseur zur Regelung des Stromnetzes und Erzeugung von grünem Wasserstoff nach Tirol ausliefern und installieren.

„Mit dem von IHT entwickelten alkalischen Druck-Elektrolyseur haben wir uns für die ausgereifteste und zuverlässigste Technologie entschieden, die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Der Unternehmenskauf ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Wachstumsstrategie, um unsere globale Marktposition als einer der weltweit führenden Elektrolyseanbieter zu stärken und weiter auszubauen. Unsere Kunden können nun zwischen unserer bewährten SOEC-basierten Hochtemperaturelektrolyse oder der Alkali-Elektrolyse wählen oder beide kombinieren. Egal ob im industriellen Umfeld oder auf der grünen Wiese – wir bieten die optimale Lösung für jede Anwendung, so z. B. auch die kurzfristige Bereitstellung von Anlagen in der Größenordnung von 100 MW“, sagt Nils Aldag, CEO von Sunfire. 

Wertschöpfungskette Wasserstoff

Durch die Ergänzung des Produktportfolios und die zusätzlichen Anwendungsgebiete deckt Sunfire nun die gesamte Wertschöpfung der Wasserstofftechnologie ab. Auch der Einsatz in Umgebungen mit begrenzter Dampfverfügbarkeit lasse sich nun mithilfe eines Hybridkonzeptes realisieren. Dieses bestehe dann aus Alkali- und SOEC-Technologie.

Für IHT läutet die Übernahme eine neue Ära in der Unternehmensgeschichte ein. „Unsere bewährte Alkali-Technologie und die innovative SOEC-Lösung von Sunfire ergänzen sich perfekt. Wir blicken der Zusammenarbeit unserer beiden Teams sehr positiv entgegen.“ Das bekräftigte Franco Nodari, Geschäftsführer von IHT. 

Die auf dem Lurgi-Prinzip basierende Technologie von IHT habe sich seit 1950 in der Praxis über Jahrzehnte bewährt. Die Alkali-Elektrolyseure verzeichnen eine Stack-Lebensdauer von mehr als 90.000 Betriebsstunden. Außerdem arbeiten sie bei einem Betriebsdruck von bis zu 30 bar ohne notwendige nachgeschaltete Kompression und haben eine Betriebslaufzeit von über 20 Jahren. Ferner sind die Anlagekosten der alkalischen Elektrolyseure im Vergleich zu anderen auf dem Markt verfügbaren Technologien sehr günstig.

Sunfires innovative SOEC-basierte Hochtemperaturelektrolyse wurde 2010 entwickelt und zuletzt als weltweit größter Elektrolyseur an das Flachstahlwerk Salzgitter ausgeliefert. Die Technologie eignet sich insbesondere für Umgebungen mit industrieller Abwärme in Form von Wasserdampf. Dieser wird effizient in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Somit benötigt die SOEC-Elektrolyse im Vergleich zu anderen Technologien deutlich weniger erneuerbaren Strom für die Herstellung von grünem Wasserstoff.

13.1.2021 | Quelle: Sunfire | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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