Kritik an Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin

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Mit einem Speicher kann die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik steigen. Verlässliche Studien sind deshalb wichtig für Verbraucher.
Das Beratungsunternehmen Solar3 hat die jüngste Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin kritisiert. Die Studie sei weder repräsentativ noch ausdifferenziert genug.

An der jüngsten Stromspeicher-Inspektion des HTW Berlin entzündet sich Kritik. Diese äußert das Beratungs- und Projektierungsbüro Solar3. Wie das auf Photovoltaikprojekte spezialisierte Unternehmen mitteilte, habe die Speicherinspektion 2021 für Unruhe in Installateurs- und Herstellerkreisen gesorgt. Aus diesem Grunde habe Solar3 die Ergebnisse aus der Speicherinspektion unter die Lupe genommen.

Dabei tauchten vor allem fünf problematische Punkte auf. So sei die Analyse der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) wenig repräsentativ. Sie berechne die nur 20 von über 500 möglichen Systemzusammenstellungen und Anbieterprodukten. Zudem kombiniere sie überwiegend nur die BYD-Batterie mit verschiedenen Wechselrichtern.

Eine weiterer Kritikpunkt ist die gemeinsame Bewertung von 5 und 10 Kilowatt-Anlagen. Die beiden RCT Power Systeme unterschiedlicher DC-Anschlussleistung zeigten hier, dass das 10 kWp-System auf Platz 1 stehe und derselbe Hersteller mit nur 5 kWp Anschlussleistung an kleinerem Wechselrichter auf Platz 10 abfällt. Grundsätzlich zeige sich zudem, dass die kleineren Leistungsklassen etwas ineffizienter sind. Deshalb machten zwei separate Leistungsklassen in der Bewertung mehr Sinn.

Auch die grafische Ergebnisdarstellung verzerre das Effizienzergebnis im Detail. So beschreibe die Studie die Effizienzsstufen A und B als „sehr gut“ und C und D mit „gut“. In der grafischen Darstellung wirkten diese aber eher als schlecht.

Fehlende Verlustrechnung

Widersprüchlich sei zudem, dass die PV-Erzeugungswirkungsgrade bei DC-Systemen Eingang fänden, aber bei AC-Systemen nicht.  Die Roundtrip-Analyse sollte auch bei AC-Systemen mit einem separaten PV-Wechselrichter (z.B. Fronius Symo) erfolgen. Damit könne auch die gesamte Anlage inklusive PV bei allen geprüften Systemen hinsichtlich Effizienz bewertet werden. Im Ergebnis zeigten sich hierdurch eklatante Effizienzunterschiede bei einigen Systemen. Das zähle die Erkenntnis, dass DC-Kopplung nicht per se effizienter sei als AC-Kopplung des Speichers.

Es fehlten zudem die Auswirkungen der verschiedenen Effizienzen in Form konkret benannter kWh- und Euro-Verluste der einzelnen Systeme für den Kunden. Ein Verbraucher könne mit einem SPI von z.B. 92,5 Punkten allein erstmal nichts anfangen. Solar3 habe deshalb auch hier einmal nachgerechnet und Beträge beziffert.

27.7.2021 | Quelle: Solar3 | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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