Photovoltaik: Stadtwerke Pfaffenhofen bieten Mieterstrom

Flachdach mit Photovoltaikanlage, Ingenieure zwischen den ReiehneFoto: stock.adobe.com/rh2010
In der oberbayrischen Kreisstadt Pfaffenhofen können Mieter erstmals Strom von Photovoltaikanlagen ihrer Mietsgebäude nutzen. Die örtlichen Stadtwerke machen das Angebot.

Die Stadtwerke Pfaffenhofen gehen erstmals mit Mieterstrom an den Start. Das teilte der kommunale Versorger aus der Kreisstadt an der Ilm mit. Mieterstrom-Modelle gelten aus Sicht von vielen Stadtwerken häufig als komplex und aufwändig in der Umsetzung. Dass es auch einfach geht, zeige das Beispiel der Stadtwerke Pfaffenhofen a. d. Ilm. Innerhalb weniger Wochen wurde aus der theoretischen Idee ein konkretes Projekt – und die Stadtwerke Pfaffenhofen so zum Anbieter von Mieterstrom. In einer Kundenanlage mit drei Gebäuden und 30 Wohneinheiten in Pfaffenhofen erhalten die Mieter seit Juli 2021 grünen Strom von einer Photovoltaik-Anlage vom eigenen Dach. Damit profitieren nun erstmals auch Mieter von den Vorteilen, die bislang nur Hausbesitzern vorbehalten waren.

„Wir hatten den Wunsch, auch Mietern die Möglichkeit zu bieten, an der Energiewende vor Ort teilzuhaben. Durch die Zusammenarbeit mit Vor Ort Energie konnten wir schnell ein erstes Mieterstromangebot umsetzen.” Das sagte Sebastian Wittmann, Projektleiter erneuerbare Energien, von den Stadtwerken Pfaffenhofen. “Von der Verwaltung bis zur Abrechnung der Mieterstromkunden setzen wir nun voll auf eine digitale Lösung. Durch die bei uns erfolgte Prozessstandardisierung können wir Mieterstrom aktiv anbieten, ohne dass bei jedem neuen Projekt unübersehbare Kosten und Aufwände entstehen.“

Hürden beseitigt 

Für die Stadtwerke Pfaffenhofen war es so möglich, die zunächst bestehenden Hürden bei der Einführung von Mieterstrom rasch zu beseitigen. Weitere Projekte sind aktuell in Planung. Um eine hohe Standardisierung zu erreichen, werden Zählerwerte beispielsweise automatisch über eine einmal definierte Schnittstelle in ein Online-Mieterstromportal eingelesen und dort abgerechnet. Auch die Objekt-, Energie- und Kundendatenverwaltung, die Tarif- und Zählererfassung, die Verwaltung der Verträge und die Wechselprozesse erfolgen digital.

„Aufgrund der zahlreichen Verordnungen und technischen Anforderungen stellt die Einführung von Mieterstrom für Stadtwerke häufig eine Herausforderung dar. Zudem finden sich am Markt zwar viele technische Möglichkeiten zur Umsetzung, allerdings entstehen dabei häufig hohe Kosten oder aufwändige Umbaumaßnahmen. Um diese Aufwände zu reduzieren, setzen wir auf eine klare Standardisierung der Prozesse. Damit ermöglichen wir Stadtwerken, bereits das erste Projekt effizient zu konzipieren“, sagt Steffen Kühner, Geschäftsführer der Vor Ort Energie GmbH.

Netzkosten werden vermieden

Die Stadtwerke Pfaffenhofen konnten somit nicht nur ihr Portfolio um eine nachhaltige und lokale Bezugsquelle erweitern. Da ein großer Teil des Strombedarfs durch die Sonnenenergie vom eigenen Dach abgedeckt wird, sparen sie auch Kosten für die Nutzung des öffentlichen Netzes ein. Dieser Kostenvorteil werde an die Mieter weitergegeben und senke somit die Wohnnebenkosten.

3.9.2021 | Quelle: Stadtwerke Pfaffenhofen | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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