Strommarkt 2025: Mehr Niedrigpreis- und Hochpreiszeiten

Zackige Kurve mit Windenergieanlagen und Photovoltaik, schwankende Preise auf dem Strommarkt 2025 haben zugenommen.Grafik: adrian_ilie825 / stock.adobe.com
In den Zeiten mit viel Photovoltaik-Stromerzeugung fallen die Preise zunehmend unter die Nulllinie.
Die Extreme auf dem Strommarkt in Deutschland haben 2025 weiter zugenommen. Niedrigpreis- und Hochpreiszeiten haben zugenommen und auch Stunden mit Negativpreisen lagen auf Rekordniveau.

Mit 573 Stunden an Negativpreisen an der Strombörse brachte das Jahr 2025 in Deutschland einen neuen Rekord. Das hat eine Auswertung der Day-Ahead-Preise an der Strombörse durch den Stromanbieter Naturstrom AG ergeben. Zugleich stiegen die Day-Ahead-Preise im vergangenen Jahr in 162 Stunden auf mehr als 200 Euro pro Megawattstunde. Angesichts zunehmender Preisschwankungen lohnte sich Flexibilität im Strommarkt 2025 laut Naturstrom immer mehr.

Das durchschnittliche Preisniveau lag mit 89,08 Euro pro Megawattstunde rund zehn Euro über dem Vorjahr, zudem nahmen die Preisausschläge deutlich zu. 573 Stunden mit Negativpreisen sind über 100 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024, als es 457 Stunden waren. In den generell günstigen Zeiten mit viel Ökostrom-Erzeugung – insbesondere in den solaren Spitzenzeiten – fallen die Preise zunehmend unter die Nulllinie. Bei Niedrigpreisstunden unter 30 Euro ist das Wachstum nicht ganz so deutlich. Von 1231 Stunden im Jahr 2024 steigen Niedrigpreisstunden auf 1284 im Jahr 2025 an.

Und auch die Hochpreiszeiten werden mehr. Gegenüber dem Vorjahr 2024 haben die Stunden mit Börsenstrompreisen von über 200 Euro pro Megawattstunde um über ein Viertel auf nun 162 zugenommen.

Verbraucher:innen können von schwankenden Preisen auf dem Strommarkt profitieren

„Ein modernes Stromsystem auf Basis erneuerbarer Energien muss flexibel und digital sein. Deutschland befindet sich hier in einem Aufholprozess, weshalb sich der Verbrauch noch nicht ausreichend der Erneuerbaren-Erzeugung anpasst. Das führt zu einer Zunahme der extremen Preisausschläge im Markt“, sagt Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG. Gleichzeitig betont er die Chancen dieser Entwicklung: „Flexibilitätsvorreiter können von den zunehmenden Negativ- und Niedrigpreisphasen heute schon profitieren. Wer über größere steuerbare Stromverbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher verfügt, kann die Verbräuche in günstige Phasen schieben und mit einem dynamischen Tarif enorm sparen – und gleichzeitig dazu beitragen, das System immer besser auf die Erneuerbaren auszurichten.“ Die Kostenersparnis, die sich durch dynamische Stromtarife und vergünstigte Netzentgelte realisieren lässt und die für E-Autos bis zu 80 Prozent betragen kann, hatte Naturstrom Ende Oktober durch eine Studie untersuchen lassen.

Upgrade des Energiesystems bietet Chancen

2026 und in den kommenden Jahren sind laut Naturstrom deutliche Fortschritte bei vielen Flexibilitätsoptionen in Sicht. Der Netzausbau auf Übertragungsebene wird vorankommen, beim Smart-Meter-Rollout erwartet das Unternehmen klare Fortschritte und Speicher werden eine deutlich wichtigere Rolle einnehmen. Letzteres gilt sowohl für große Batteriespeicher, die zunehmend in den Markt kommen, als auch für die privaten PhotovoltaikBatteriespeicher, die man nach den Plänen der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur künftig systemdienlicher einsetzen kann. „Wir sind nun an einem Punkt, an dem wir unser Energiesystem grundlegend upgraden. Wenn wir das klug anstellen, wird das viele Vorteile haben“, sagt Hummel.

Auch die Bundesnetzagentur und das Fraunhofer ISE haben Daten zum Srommarkt 2025 vorgelegt.

Quelle: Naturstrom | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH

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